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Industrie bleibt auf Erfolgskurs

"Die Industrie ist weiterhin der Garant für Arbeit und Wohlstand in diesem Land“, fasst Industrie-Spartenobmann DI Georg Comploj die Konjunkturumfrage zusammen.

„Der wirtschaftliche Erfolg Vorarlbergs hält weiter an. Das ist vor allem einer guten Industriekonjunktur zu verdanken. Die Industrie ist weiterhin der Garant für Arbeit und Wohlstand in diesem Land“, betont Industrie-Spartenobmann DI Georg Comploj.
© WKV „Der wirtschaftliche Erfolg Vorarlbergs hält weiter an. Das ist vor allem einer guten Industriekonjunktur zu verdanken. Die Industrie ist weiterhin der Garant für Arbeit und Wohlstand in diesem Land“, betont Industrie-Spartenobmann DI Georg Comploj.

An der quartalsmäßigen Umfrage der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) und der Industriellenvereinigung (IV) haben sich 43 Unternehmen mit insgesamt knapp 24.000 Beschäftigten beteiligt.

Der „Geschäftsklima-Index“ der Vorarlberger Industrie – das ist der Mittelwert aus der aktuellen Geschäftslage und der Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monaten - hat sich gegenüber dem 3. Quartal 2017 leicht verbessert. Er stieg von +36,30 auf +39,70 Prozentpunkte. Das bedeutet den drittbesten Wert in den letzten fünf Jahren. „Die Industrie stellt damit ihre zentrale Rolle in Vorarlberg als Garant für Arbeits­plätze und Wohlstand, trotz zahlreicher Herausforderungen neuerlich unter Beweis“, betont Comploj.

75 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen ihre derzeitige Geschäftslage als gut, sechs Prozent sprechen von einer schlechten Situation. Getragen wird diese aktuell gute Lage von der Exporttätigkeit der Industrieunternehmen. Die Auslandsauf­träge werden im vierten Quartal 2017 klar positiver als noch im dritten Quartal beurteilt. 80 Prozent halten sie für gut, 12 Prozent für gleichbleibend und acht Prozent für schlecht. Ähnlich verhält es sich mit dem aktuellen Auftragsbestand. 84 Prozent bewerten ihn als gut.

Neue Mitarbeiter dringend gesucht

Positiv ist auch der Ausblick für das nächste halbe Jahr. Die Geschäftslage in sechs Monaten wird von elf Prozent als noch günstiger eingeschätzt, 89 Prozent erwarten eine zumindest gleichbleibende Situation. 40 Prozent der Befragten wollen in den nächsten drei Monaten zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. 

Leichte Entspannung bei den Verkaufspreisen

Der Druck auf die Verkaufspreise hat sich leicht entspannt. Die durch Kostensteigerungen erforderlichen Preiserhöhungen können die Betriebe zumindest teilweise an ihre Kunden weitergeben. 38 Prozent der befragten Unternehmen erwarten sich daher steigende Verkaufspreise innerhalb der nächsten drei Monaten.  

Die aktuelle Ertragssituation wird als zufriedenstellend beurteilt: 51 Prozent sprechen von einer derzeit guten, 40 Prozent von einer durchschnittlichen und neun Prozent von einer schlechten Ertragssituation. Vorausschauend auf die nächsten sechs Monate wird die Ertragssituation von 86 Prozent als gleich bleibend, aber immerhin von 12 Prozent als schlechter eingeschätzt. Nur drei Prozent rechnen mit einer weiteren Verbesserung ihrer Erträge.

Branchenergebnisse 

Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie (Maschinen- und Metallwarenindustrie) ist weiterhin der Träger der guten Konjunktur. Für 94 Prozent ist die Geschäftslage aktuell gut. Besonders erfreulich ist die Beurteilung der Auslandsaufträge. 97 % sprechen hier von einer guten Situation. Die Erwartungen hinsichtlich der Geschäftslage in sechs Monaten zeigen das hohe Niveau auf dem sich die Branche befindet. 78 Prozent der befragten Unternehmen sprechen von einer guten Ertragssituation, 18 Prozent von einer durchschnittlichen Situation. „Sehr erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass rund 60 Prozent der Unternehmen der Metalltechnischen Industrie ihren Mitarbeiterstand weiter erhöhen wollen“, stellt Mag. Michael Amann, Geschäftsführer der Sparte Industrie in der WKV, fest. 

Lebensmittelindustrie

Den derzeitigen Auftragsbestand in der Lebensmittelindustrie bewerten 90 Prozent der Betriebe als gut, für kein Unternehmen ist er aktuell schlecht. Die derzeitige Geschäftslage wird von 67 Prozent als gut beurteilt und ist bei keinem Unternehmen schlecht. Allerdings explodieren in einigen Bereichen die Rohstoffpreise, dementsprechend erwarten 51 Prozent der befragten Unternehmen eine schlechtere Ertragssituation im nächsten halben Jahr. „Trotz optimistischer Erwartungen hinsichtlich steigender Verkaufspreise wird es für die Betriebe durch die Konzentration im Handelsbereich schwer werden, die höheren Kosten abzufedern“, betont Amann.  

Textilindustrie

Mäßig bis durchschnittlich wird die Lage im Textilbereich gesehen. 13 Prozent bewerten die aktuelle Geschäftslage als gut, 82 % als durchschnittlich und fünf Prozent der Unternehmen als schlecht. Die Beurteilung der Auslandsaufträge ist leicht positiver als im 3. Quartal. Der Saldo liegt bei +43 Prozentpunkte. „Leider ist der Ausblick auf den Beschäftigtenstand in drei Monaten nicht so erfreulich wie in den anderen Branchen. 17 Prozent rechnen mit einem abnehmenden Personalstand“, erläutert MMag. Mathias Burtscher, Geschäftsführer der IV-Vorarlberg. Optimistischer ist hingegen der Ausblick auf die nächsten sechs Monate. 39 Prozent erwarten eine günstigere Geschäftslag.

Elektro-/Elektronikindustrie

In der Elektro- und Elektronikindustrie ist die Geschäftslage aktuell vergleichsweise am schwierigsten. Während 32 Prozent der befragten Unternehmen von einer zurzeit guten Lage sprechen, beurteilen sie 39 Prozent als schlecht. Hoher Druck lastet hier weiter auf den Verkaufspreisen. Für 44 Prozent werden diese in den nächsten drei Monaten weiter fallen. „Allerdings schätzen 33 Prozent die Geschäftslage in sechs Monaten wieder günstiger ein“, stellt Burtscher fest. Dies hat auch Auswirkungen auf den Beschäftigtenstand. Rund ein Drittel will in den nächsten Monaten mehr Personal einstellen. 

Was lässt sich aus den Ergebnissen ableiten?

Die heimische Industrie bleibt auf Erfolgskurs, allerdings ist der Wettbewerbsdruck  weiterhin extrem hoch. „Die Unsicherheiten auf den internationalen Märkten werden nach wie vor hervorragend bewältigt“, erklärt Spartenobmann DI Georg Comploj.

Fachkräftesituation weiter angespannt

„Die Vorarlberger Industrie bildet seit Jahrzehnten sehr erfolgreich Lehrlinge aus. Mit 1.535 Nachwuchskräften haben wir einen neuen Höchstwert erreicht“ bekräftigt Comploj das deutliche Bekenntnis der Industrie zur Jugend und zum Standort Vorarlberg. Das Problem des Fachkräftemangels wird durch bevorstehende Pensionierungen jedoch noch deutlich verschärft werden.  

Kinderbetreuung bedarfsorientiert ausbauen

Comploj fordert als wesentliche Maßnahme gegen den Fachkräftemangel eine leichtere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Industrie geht hier mit immer individuelleren Arbeitszeitregelungen voran. Gefordert ist nun die öffentliche Hand mit ihren Betreuungsangeboten. „Die jungen, bestens ausgebildeten Frauen und Männer in Vorarlberg dürfen nicht durch fehlende Betreuungsplätze oder unbrauchbare Öffnungszeiten bei der Kinderbetreuung in ihren beruflichen Karrieren behindert werden“, hält Comploj fest. Positiv bewertet er die medialen Aussagen der neuen Bildungslandesrätin Dr. Barbara Schöbi-Fink in diesem Bereich. „Es ist zu hoffen, dass den Erkenntnissen über den Bedarf an Kinderbetreuungsangeboten auch wirksame Schritte der Umsetzung und des Ausbaus folgen.“ 

Regierungsprogramm neu

Positiv sieht Spartenobmann DI Georg Comploj das Regierungsprogramm der neuen Bundesregierung. „Die ersten Signale zur Entlastung hören wir gerne. Es braucht aber nun den Mut zur Umsetzung“. Das bedeute: die Bürokratie zeitgemäß anpassen, das Bildungssystem wirkungsvoller machen und die Steuer- und Abgabenlast deutlich reduzieren.  

Die Vorarlberger Art auch in der Sozialpartnerschaft beibehalten

„Die Vorarlberger Art der Sozialpartnerschaft hat bisher gut funktioniert“, sagt der Spartenobmann. Etwas überraschend seien daher die aktuell klassenkämpferischen Töne der Arbeiterkammer, die der Wirtschaft zu unterstellen versucht, nicht auf die Menschen zu achten. „Diese Aussagen sind schlicht falsch, denn die Unternehmer in unserem Land wissen sehr wohl um die herausragende Bedeutung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das beweisen sie tagtäglich, nicht nur durch den Erhalt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze, ihr Engagement, jungen Menschen eine echte berufliche Perspektive zu bieten, sondern auch durch die auf betrieblicher Ebene gelebte konstruktive Sozialpartnerschaft.“ 

Zur Umfragemethode: Bei der Konjunkturumfrage werden den Unternehmen – ähnlich wie beim deutschen IFO-Konjunkturklimaindex – drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral, negativ. Aus den Antworten werden die (beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien errechnet. Unter Vernachlässigung der neutralen Antworten wird aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten der konjunktursensible „Saldo“ gebildet.

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