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Industrie-Konjunktur weiter stabil

Solide, mit zahlreichen Herausforderungen der auslaufenden Pandemie. So stellt sich die aktuelle Situation in der Vorarlberger Industrie dar.

Stabile Industrie-Konjunktur. Sorgen bereitet die angespannte Rohstoffsituation. An diesen globalen Verwerfungen kommt auch Vorarlberg nicht vorbei.
© iStock Die Vorarlberger Industrie zeigt sich stabil.

An der quartalsmäßigen Umfrage der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg und der Industriellenvereinigung haben sich 43 Unternehmen mit insgesamt 23.693 Beschäftigten beteiligt. Der „Geschäftsklima-Index“ der Vorarlberger Industrie – das ist der Mittelwert aus der aktuellen Geschäftslage und der Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monaten – hat sich gegenüber dem 4. Quartal 2020 weder verschlechtert noch verbessert. Er ist mit +24,60 %-Punkten exakt gleichgeblieben. „Der Industriemotor läuft weiter gut, die internationalen Preisentwicklungen gilt es aber genau zu beobachten“, sagt Amann. Die aktuelle Geschäftslage wird von 58 Prozent der befragten Unternehmen als gut bezeichnet, 19 Prozent sprechen von einer schlechten Situation. Mit +39 Prozentpunkten ist der Saldo gegenüber dem vorherigen Quartal leicht gestiegen. Getragen wird die derzeitige Konjunktur von der weiterhin erfreulich erfolgreichen Auslandsperformance der Industrieunternehmen. Für 64 Prozent sind die aktuellen Stände ihrer Auslandsaufträge gut, für 22 Prozent durchschnittlich (saisonüblich) und für 14 Prozent sind sie derzeit schlecht. Der internationalen Rohstoffpreisentwicklung geschuldet erwarten sich 46 Prozent höhere Verkaufspreise in drei Monaten. Nur vier Prozent rechnen mit niedrigeren Verkaufspreisen. Die Geschäftslage in sechs Monaten wird von 76 Prozent „in etwa gleichbleibend“ eingeschätzt. 17 Prozent erwarten eine „günstigere“ und sieben Prozent eine „ungünstigere“ Situation. Nahezu alle Befragten (99 Prozent) wollen den Stand ihrer Mitarbeitenden in den nächsten drei Monaten halten oder gar erweitern. 

Preisentwicklung bei Rohstoffen

„Wie sehr auch unsere regionale Industrie von globalen Dimensionen abhängig ist, zeigen die aktuellen Preisentwicklungen bei den Rohstoffen, wie etwa Stahl, Zement, Kunststoff oder Holz. Überall steigen die Preise. Vielfach werden diese an den Handel bzw. den Kunden weitergegeben, aber nicht, weil es um eine Profitmaximierung geht, sondern schlichtweg die steigenden Kosten die Produkte verteuern“, erklärt Michael Amann, Geschäftsführer der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Das Hochfahren der Wirtschaft aus der weltweiten Krise heraus führe zu Verwerfungen und Engpässen. So werden etwa auch Container für die Exportwirtschaft künstlich verknappt, um höhere Preise erzielen zu können. Von diesen globalen Verflechtungen sei jetzt auch Vorarlberg spürbar betroffen, das brauche seine Zeit. 

Dringender Appell sich impfen zu lassen

Die heimische Industrie appelliert an die eigenen Mitarbeitenden und die gesamte Bevölkerung, das Angebot zur COVID-Impfung anzunehmen und sich möglichst rasch auf der Impfplattform des Landes vormerken zu lassen. „Testen, Impfen und der Grüne Pass auf europäischer Ebene sind die Mittel, die uns aus dieser Krise bald herausführen werden“, betont Amann. 

Branchenergebnisse:

Metalltechnische Industrie (Maschinen- und Metallindustrie)

Für 69 Prozent ist die Geschäftslage derzeit gut. Erfreulich ist auch die Beurteilung der aktuellen Auslandsaufträge. 84 Prozent sprechen von einer guten Situation. Auffallend ist, dass trotz steigender Preise – 70 Prozent rechnen mit einer Erhöhung der Verkaufspreise – die Erträge in den kommenden sechs Monaten sinken. Acht Prozent erwarten sinkende Erträge. Erfreulich ist der Blick auf den Mitarbeiterstand. 60 Prozent wollen diesen erhöhen. 

Lebensmittelindustrie (Nahrungs- und Genussmittelindustrie)

Die Geschäftslage in dieser Branche wird aktuell von 73 Prozent als gut angesehen. Für 27 Prozent der befragten Unternehmen ist sie aktuell schlecht. Auch hier wird die gute Lage primär vom Export getragen. 77 Prozent beurteilen ihre derzeitige Auftragslage als gut. Der Saldo hat sich auf +62 Prozentpunkte erhöht. Bei der Ertragssituation sind Verbesserungen zu erwarten. 33 Prozent rechnen mit einer günstigeren Ertragssituation in sechs Monaten. 

Textilindustrie

Die aktuelle Geschäftslage (für 65 Prozent schlecht), der Auftragsbestand (für 57 Prozent schlecht) und die derzeitigen Auslandsaufträge (für 48 Prozent schlecht) werden klar negativ gesehen. Die Geschäftslage in sechs Monaten wird allerdings optimistischer eingeschätzt, nur drei Prozent rechnen mit einem Abbau beim Beschäftigtenstand in den nächsten drei Monaten. 54 Prozent erwarten eine günstigere Geschäftslage. 

Elektro-/Elektronikindustrie

In dieser Branche wird die Geschäftslage von 45 Prozent der befragten Unternehmen als gut bezeichnet und acht Prozent beurteilen sie als schlecht (Saldo +37 Prozentpunkte). In 32 Prozent der Unternehmen werden die Verkaufspreise in den nächsten drei Monaten voraussichtlich steigen und in keinem einzigen werden diese fallen. Positiv sind aber die Einschätzungen auf den Beschäftigtenstand. Über ein Drittel (35 Prozent) möchte diesen erhöhen. 


Die Umfragemethode:

Den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten gegeben: gut, durchschnittlich, schlecht. Errechnet werden die (beschäftigungsgewichteten) %-Anteile dieser Antwortkategorien, und dann wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den %-Anteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet.


 

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