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Gute Stimmung im Tourismus

Erstes Stimmungsbild Winter 2019/2020: Für die bevorstehende Wintersaison zeigt sich die Vorarlberger Hotellerie und Gastronomie optimistisch. Die Mitarbeitersituation bleibt das zentrale Thema.

Spartenobmann Elmar Herburger und Spartengeschäftsführer Harald Furtner.
© WKV Spartenobmann Elmar Herburger und Spartengeschäftsführer Harald Furtner.
Die Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer hat ein erstes Stimmungsbild in der Branche erhoben und sich drei Bereiche näher angesehen. Rund 50 Betriebe quer durch alle Tourismusregionen und Betriebsarten, aber auch die Vorarlberger Tourismusdestinationen wurden hinsichtlich Buchungslage, Investitionen und Mitarbeitersituation befragt.
 

Aufgrund der Rückmeldungen aus der Hotellerie und den Destinationen kann von einer sehr positiven Buchungslage gesprochen werden. Besonders in den Kernzeiten rund um die Feiertage zeigt sich eine gute Auslastung. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die aktuelle Schneesituation. Bereits jetzt zeichnet sich eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr ab. „Feststellbar ist, dass die Buchungen immer kurzfristiger und kürzer werden. Die Häufigkeit der Gästebuchungen nimmt aber zu. Die Betriebe dürfen sich zudem über einen hohen Stammgästeanteil freuen“, erklärt Spartenobmann Elmar Herburger. Wie die Buchungslage sich während der traditionellen „Winterdelle“ zwischen Dreikönig und den Semesterferien darstelle, hänge im Wesentlichen von der Schneesituation ab. Rund 1,2 Millionen Gäste besuchen Vorarlberg jährlich in der Wintersaison.

Investitionen in Qualitätsverbesserungen und Personal

Heuer wurden insgesamt rund 250 Millionen Euro in die Qualität der touristischen Infrastruktur (Seilbahnen, technische Beschneiung, Zubauten, Wellnessanlage, Zimmer etc.) Vorarlbergs investiert. Speziell in den Regionen Alpenregion Bludenz und Montafon flossen Investitionen besonders in Beschneiungsanlagen, um die Saison abzusichern und das Winterrisiko zu minimieren. „Neben diesen Gästeinvestitionen wurden zudem viele Mittel für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgewendet. Wir sprechen hier einerseits von Investitionen in sogenannte Softfacts wie Betreuung, planbare und reduzierte Arbeitszeiten, Jahresarbeitsplätze, Nutzung der hoteleigenen Freizeitangebote, etc., aber auch von Investitionen in eine höhere Wohnqualität bei den Mitarbeiterunterkünften. Einige Betriebe haben hier Wohnsituationen für ihr Personal geschaffen, die dem Gästestandard sehr nahekommen“, betont Harald Furtner, Geschäftsführer der Sparte Tourismus und sagt weiter: „Die Befragung zeigt klar, dass durch solche Maßnahmen die Mitarbeiterproblematik verringert werden kann. Kurz gesagt, diese Betriebe haben es wesentlich leichter bei der Gewinnung von Mitarbeiter/-innen.“ Trotz einer hohen Anzahl an Stammmitarbeitern bleibe die Mitarbeitersituation aber für die Zukunft die größte Herausforderung. Vor allem Köche und Servicekräfte sind im ganzen Land gefragt.

Bemühungen der Branche

Die Herausforderung „Fachkräfte“ im Tourismus verschärft sich besonders in der Wintersaison. Vorarlbergs Tourismusbetriebe benötigen im Winter knapp 2.000 Mitarbeiter mehr als im Sommer. Der Tourismus boomt überall, doch der Arbeitsmarkt für Mitarbeiter ist begrenzt. Auf das gilt es zu reagieren. Zum einen können die Betriebe selbst durch Investitionen in das Personal aktiv werden, zum anderen sind das Beschreiten neuer Wege in der Mitarbeiterakquisition für die Zukunft des Vorarlberger Qualitätstourismus lebensnotwendig. Aus diesem Grund hat sich die WK-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft auf drei Schienen der Akquisition für die Branche entschieden.

1. EURES und AMS Netzwerk
Mit dem bereits bestehenden EURES-Netzwerk und AMS werden gemeinsam Recruitingmessen in unterschiedlichen Ländern (Ungarn, Slowakei, Italien, Tschechien, Polen, Slowenien, Kroatien, Spanien und auch Österreich) organisiert und besucht. 
 
2. Privates europaweites Scoutsystem

Neben dieser Schiene baut die WK-Sparte Tourismus ein eigenständiges europaweites Mitarbeiter-Scoutsystem auf. Dadurch können zusätzliche Mitarbeiter aus dem europäischen Arbeitsmarkt für unsere heimischen Tourismusbetriebe gewonnen werden. Derzeit sind zehn Arbeitsvermittler für den Vorarlberger Tourismus in ganz Europa unterwegs
 
3. Zusammenarbeit mit den Außenwirtschaftscentern der WKO
Die dritte Akquisitionsschiene, die Außenwirtschaftscenter der Wirtschaftskammer Österreich, befasst sich ebenfalls mit dem Organisieren von Recruitingmessen. Heuer wurde eine solche Recruitingmesse in Kroatien organisiert. Von 80 interviewten Personen konnten 63 aufgrund ihrer Sprach- sowie Fachkenntnisse an das AMS Vorarlberg zur weiteren Vermittlung an die Tourismusbetriebe weitergeleitet werden. In den kommenden Jahren sollen derartige Messen in Bulgarien, Deutschland und Ungarn folgen.

Durch all diese Maßnahmen konnten heuer insgesamt rund 350 neue Mitarbeiter aus dem Ausland für Vorarlberger Betriebe gewonnen und vermittelt werden.

Erstes Stimmungsbild Winter 2019/2020: Für die bevorstehende Wintersaison zeigt sich die Vorarlberger Hotellerie und Gastronomie optimistisch. Die Mitarbeitersituation bleibt das zentrale Thema.
© WKV

Wunsch nach mehr Unterstützung durch die Politik

Die Politik setzt für den Tourismus nach wie vor auf den EU-Arbeitsmarkt und erkennt dabei nicht, dass dieses Mitarbeiterpotenzial in der EU immer mehr austrocknet. Die Mobilitätsbereitschaft auch in den östlichen EU-Ländern lässt mehr und mehr nach. Das Lohnniveau und der Lebensstandard in diesen Ländern, in denen noch vor wenigen Jahren Mitarbeiter rekrutierbar waren, sind gestiegen. Zudem hat sich der Tourismus dort immens weiterentwickelt und die Mitarbeiter werden selbst gebraucht. Auch der Versuch, Fachkräfte aus dem Osten Österreichs in die Winterdestinationen zu bringen, scheitert an der Mobilitätsbereitschaft. Die Wenigen, die bereit sind, in die Wintersaisonen einzusteigen, bleiben in den näher gelegenen Destinationen in Salzburg und in Tirol hängen. 

Saisonkontingentregelung neu: Die derzeit 258 Bewilligungen reichen bei Weitem nicht aus. Spartengeschäftsführer Harald Furtner: „Wir brauchen daher langfristig neue praktikable Saisonbeschäftigungsmodelle, die auch Mitarbeiter aus Drittstaaten wieder verstärkt mit einbeziehen und die den Betrieben Rechtssicherheit und Planbarkeit geben.“

Bedürfnisgerechte Rot-Weiß-Rot-Karte: Zudem fordert die Sparte Tourismus eine Anpassung der Rot-Weiß-Rot-Karte an die Bedürfnisse im Tourismus, die mit anderen Branchen nur bedingt vergleichbar seien. „Weniger Bürokratie und mehr Flexibilität, angepasst auf die Branche, wären gefragt.“

Wiedereinführung Modell „Stammsaisonniers“: Wer als Mitarbeiter – aufgrund mehrjähriger saisonbedingter Arbeit im Betrieb – zum Stammmitarbeiter wird, sollte automatisch eine Genehmigung bekommen und aus dem Saisonkontingent herausfallen. Die Sparte plädiert für eine Wiedereinführung dieses Modells, das es zwischen 2006 und 2010 bereits gab.

Der Tourismus hat sich in den vergangenen Jahren als wichtige Wachstumsbranche gezeigt. Rund 2.500 neue Arbeitsplätze wurde zwischen 2008 und 2018 im Vorarlberger Wintertourismus geschaffen. Neben Inländern werden am meisten Mitarbeiter/innen aus Deutschland, gefolgt von Personen aus Kroatien und Ungarn, beschäftigt. Der Zuwachs an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wirft aber ein zusätzliches Problem auf: „Der Wohnraum für das Personal wird knapp. Das erfordert neue intelligente Wohnkonzepte für unsere Fachkräfte“, sagt Spartenobmann Herburger.

Neue Situation auf der Landesebene

„Mit dem Ressortwechsel des Bereichs Tourismus ergeben sich für unsere Branche neue Herausforderungen, aber auch Chancen“, sagt Elmar Herburger und betont: „LR Gantner haben wir bereits im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der Tourismus- und Ökolandstrategie als kompetenten Partner kennengelernt. Diese gute Zusammenarbeit gilt es nun mit allem Engagement fortzusetzen.“ Die Sparte Tourismus beschäftige sich mit vielen neuen Themen, die der gesamten Branche einen Wettbewerbsvorsprung bieten soll. Dafür brauche es klare Strukturen und Kompetenzen. Die würden derzeit noch fehlen. Herburger: „Entscheidend wird es daher sein, wie das Ressort von LR Gantner in personeller und finanziell Hinsicht künftig für Themen wie Bildung/Fachkräfte oder Digitalisierung im Tourismus aufgestellt sein wird.“

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