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Güterterminal Wolfurt: Drehscheibe der Zukunft

Das Güterterminal wird mit doppelter Umschlagkapazität künftig die Drehscheibe des gesamten Güterverkehrs der Region sein.

Knapp 70 Millionen Euro flossen in die Aufstockung der Kapazität. Mit dieser Investition wurde ein wichtiger Schritt in die Zukunft gesetzt: Das Terminal wird mit doppelter Umschlagkapazität die Drehscheibe des gesamten Güterverkehrs der Region sein.
© WKV Die Umschlagkapazität des Güterterminals Wolfurt wurde verdoppelt, die Lagerkapazität sogar vervierfacht.
Das Kernstück der imposanten Anlage bilden vier Containerladegleise, die auf rund 600 Metern kranbar sind. Entlang dieses Abschnitts befindet sich das Vollcontainerlager, das  durch die nun doppelte Kapazität Platz für 1.700 „TEUs“ bietet. Die „Twenty-foot Equivalent Unit“ ist die international standardisierte Zähleinheit für genormte  20- und 40-Fuß-Container. Die größere Umschlagkapazität bringt klare Vorteile auf allen Ebenen: So wird nicht nur die  Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene attraktiver, auch für den Wirtschaftsstandort und die Umwelt ist das ein großer Gewinn.

Donnerstagmorgen, kurz vor acht Uhr. Entlang der Allee, die zum Güterterminal führt, stehen bereits zahlreiche Lkw am Straßenrand und warten geduldig auf die Zollabfertigung. Ich bin mit Bernhard Meusburger, dem Leiter des Güterterminals, verabredet. Meusburger ist seit 31 Jahren am Terminal, 18 Jahre davon als Leiter. In den nächsten zwei Stunden wird er mich begleiten, mir Abläufe erklären und über die Zukunft des Güterverkehrs in Vorarlberg – und den umliegenden Regionen – erzählen. „Einfach vorne bei der zweiten Einfahrt rechts abbiegen und parken. Wir finden uns!“, sagte Meusburger vor dem Treffen am Telefon. „Der Mann hat leicht reden“, dachte ich mir, als ich verblüfft in das riesige Areal einfuhr. Container, Lkw, zwei kolossale Kräne, Flutlicht, Signale und Warnleuchten, Menschen in Warnwesten, Güterwaggons, alles, soweit das Auge reicht. Die schiere Größe dieses Umschlagplatzes war mir bei der Anfahrt gar nicht aufgefallen. Doch schnell wird klar, warum das Güterterminal in Wolfurt Dreh- und Angelpunkt im Güterverkehr der ganzen Wirtschaftsregion ist: Hier beginnt die (Welt-)Reise der gefragten Güter und Produkte aus Vorarlberg, der Ostschweiz, dem Fürstentum Liechtenstein und Süddeutschland, hier werden aber genauso frisch eingetroffene Waren und Rohstoffe abgeholt. Die Lagerkapazität des Terminals hat sich vervierfacht: Im Leercontainerlager ist nun Platz für 3.500 TEU. Und dieser Platz wird auch dringend benötigt. „Weil der Wirtschaftsstandort Vorarlberg und auch die umliegenden Regionen bekanntlich einen hohen Exportanteil haben, müssen die Reedereien vor allem leere Container zufahren, damit die Wirtschaft ihre Waren und Güter auch wegbringen kann“, erklärt Meusburger.

Umschlagplatz

Man müsse den Ausbau des Güterterminals im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Umfeld sehen, erklärt Meusburger. Das immer größere Aufkommen des Intermodalverkehrs hänge eng mit dem wirtschaftlichen Wachstum in der Region zusammen. Intermodalverkehr ist die Beförderung einzelner Ladeeinheiten mit mindestens zwei verschiedenen Verkehrsträgern, etwa Lkw und Zug, Flugzeug oder Schiff. Durch die Lage an der Rheintalautobahn und der Arlbergachse ist das Terminal nicht nur optimal für den Güterumschlag von der Straße auf die Schiene, sondern auch die ideale Anbindung an die wichtigsten Industrieräume und Seehäfen Europas, vor allem die Haupthäfen Bremerhaven, Hamburg, Rotterdam und Triest. „Durch den Umbau auf ein leistungsfähigeres Terminal kann sich die Wirtschaft zudem die Anfahrt anderer Terminals, wie beispielsweise jenes in Ulm, sparen“, betont Meusburger. Der Vorteil liegt auf der Hand: Damit gehen nicht nur viel kürzere Wege für die Wirtschaft einher, es vermindert obendrein auch noch Schadstoffemissionen - vor allem auf der Schiene: Jede Tonne Fracht auf dem Zug verursacht rund 15-mal weniger CO2-Emissionen als der Transport mit dem Lkw.

„Spannweite“

Während des Rundgangs sehen wir uns die zwei riesigen Containerkräne an. Ein Kran kann mit einem Griff 41 Tonnen anheben. Als hätte er eine Regieanweisung von Meusburger erhalten, beweist das der Kranführer auch gleich. Behutsam und gemächlich fährt die gewaltige Hebevorrichtung, der „Spreader“, auf einen wartenden Lkw herab, dessen Container bereits abgefertigt wurde und bald den Weg in die große Welt nimmt – per Zug. „Mit der nun doppelten Umschlagkapazität haben wir einen wichtigen Schritt gesetzt: Die Zukunft des Güterverkehrs muss auf Schiene laufen“, betont Meusburger. Der Stahlkoloss kann einen Wirkungsbereich von 60 Metern abdecken. Innerhalb dieses Bereichs befinden sich der Lkw-Umladeplatz mit drei Fahrspuren, das Containerlager mit fünf Reihen sowie vier Containerladegleise, welche auf einer Länge von rund 600 Metern kranbar sind. Diese logistische Spitzenlösung erleichtert den Warenumschlag auf den Zug ungemein.

Klimafreundlich

An den Bauarbeiten sind ausschließlich heimische Bauunternehmen beteiligt, aber auch die Containerkräne stammen aus der Produktion des international führenden Top Players Künz. Damit leistet das Terminal einen großen Beitrag zur Wertschöpfung in der Region. Zudem wird das Terminal mit neuester energieeffizienter und umweltverträglicher Technik betrieben. Neben intelligenter und UV-freier LED-Beleuchtung an den Kränen und im gesamten Areal, welche die Lichtverschmutzung minimiert, kommen auch Photovoltaik- und Geothermieanlagen an den Gebäuden zum Einsatz.

Auf einen Blick

  • Rekord: Im Jahr 2017 wurden im Terminal 110.000 ein- und ausgehende Container abgefertigt. „Ab jetzt wird es in Richtung 200.000 gehen“, ist sich Meusburger sicher.
  • Im Vollcontainerlager können künftig 1.700 „TEU“ abgestellt werden, die Lagerkapazität im Leercontainerlager hat sich mit 3.500 TEU sogar vervierfacht.
  • Die „Twenty-foot Equivalent Unit“ ist die international standardisierte Zähleinheit für genormte Container.
von

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