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Gemeinsamer Appell von Unternehmen und Mitarbeitern: Vom Mittelmaß zur Exzellenz bei der Kinderbetreuung in Vorarlberg!

Wenn Interessenvertretungen, Unternehmer, Personalchefs, Betriebsräte und Mitarbeiter einen Appell an die Politik richten ist klar: es gibt Handlungsbedarf!

Der Appell der Proponenten und der Vertreter aus über 30 Unternehmen, die bei der Positionierung mitgearbeitet haben, ist klar: „Wir setzen uns für einen Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beim Thema Kinderbetreuung ein.
© Thinstock Der Appell der Proponenten und der Vertreter aus über 30 Unternehmen, die bei der Positionierung mitgearbeitet haben, ist klar: „Wir setzen uns für einen Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beim Thema Kinderbetreuung ein."
    • Martin Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung: „Wenn Vorarlberg 2035 der chancenreichste Lebensraum für Kinder sein will, muss noch deutlich mehr Fokus auf eine flächendeckende, qualitativ hochwertige, öffentliche Kinderbetreuung gelegt werden. In erster Linie brauchen wir das für die Vorarlberger Bevölkerung, aber das wird uns auch als Anziehungskraft für eine qualifizierte Zuwanderung helfen.“
    • Hans-Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg: „Eine funktionierende Kinderbetreuung ist für Vorarlberg und die hier arbeitenden und lebenden Menschen zukunftsweisend. Auch wenn sich in den letzten Jahren einiges getan hat, besteht aus Sicht vieler Berufstätiger keine wirkliche Wahlfreiheit. Es gilt deutlich mehr Angebot zu schaffen.“
    • Perrine Palombo, Betriebsratsvorsitzende Getzner Textil: „In den Gesprächen mit vielen Unternehmen und deren Mitarbeitern zeigt sich, dass das Thema unter den Nägeln brennt. Es braucht insbesondere eine Ausweitung der Öffnungszeiten und Reduktion der Schließtage, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch tatsächlich ermöglicht wird. Das gemeinsame Interesse von Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Gesellschaft gilt es zu nutzen.“
    • Christine Schwarz-Fuchs, Unternehmerin und zweifache Mutter: „Als voll erwerbstätige Mutter oder voll erwerbstätiger Vater ist man auf ein entsprechendes Betreuungsangebot angewiesen. Wir dürfen die öffentliche Hand nicht aus der Pflicht für eine funktionierende Kinder- und Schülerbetreuung lassen. Besonderes Augenmerk müssen wir auf eine Qualitätsverbesserung aus Sicht der Kinder legen.“
    • Katharina Rhomberg, Vorsitzende Junge Industrie Vorarlberg: „Kinderbetreuung ist kein reines Frauenthema mehr, es ist ein Familienthema. Wir sollten für eine höhere Akzeptanz für Eltern, die rasch wieder in den Beruf einsteigen, sensibilisieren und die Möglichkeiten schaffen. Die Chance auf einen Kinderbetreuungsplatz darf nicht von Gemeindegrenzen abhängig sein, hier muss das Land mehr Verantwortung übernehmen.“

    Als sich im April diesen Jahres Interessenvertretungen, Unternehmervertreter, Personalchefs und Betriebsräte beim ersten Task Force-Treffen „Kinderbetreuung in Vorarlberg“ austauschten, war schnell klar, dass dem Thema Kinderbetreuung in Vorarlberg deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss und die Situation unzufriedenstellend ist. Nach mehreren Treffen, zahleichen Gesprächen mit Experten und einer intensiven Analyse der Betreuungsformen in Vorarlberg wurde eine gemeinsame, fundierte Position unter dem Titel „Vom Mittelmaß zur Exzellenz bei der Kinderbetreuung in Vorarlberg“ entwickelt (s. HIER). Ziel ist es einen wertvollen und konstruktiven Beitrag in den anstehenden Gesprächen zu leisten.

     

    Problemstellung – Tendenz positiv, aber Vorarlberg noch im Mittelmaß

    Denn die aktuelle Problemstellung ist klar: Das Angebot und die Betreuungsquoten haben in den letzten Jahren erfreulicherweise zugenommen und das ist anzuerkennen. Allerdings sagen die Betreuungsquoten noch nichts über das zeitliche Ausmaß der in Anspruch genommenen Betreuungsform der Kinder aus. Denn bei den Öffnungszeiten in der Kinderbetreuung ist Vorarlberg Schlusslicht (gemeinsam mit Tirol). Über die Hälfte aller Einrichtungen haben Öffnungszeiten von weniger als acht Stunden und ermöglichen damit keine reguläre Vollzeitbeschäftigung. Auch bei der Anzahl der Schließtage pro Jahr liegt Vorarlberg an drittletzter Stelle in Österreich. Das wird durch den Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf bestätigt, wonach nur ein gutes Drittel (34,2 %) aller 0-5 Jährigen Kinder in einer Einrichtung betreut wird, die eine Vollzeitbeschäftigung ermöglicht.

     

    Drei Eckpfeiler als Handlungsempfehlungen zur künftigen Kinderbetreuung in Vorarlberg

    Um die angestrebten Verbesserung zu erreichen, sind drei Eckpfeiler von zentraler Bedeutung:

     

    1) Quantität und Qualität verbessern

    Nur ein ganzheitlicher Blick auf den Ausbau der Betreuungsplätze, die Ausweitung der Öffnungszeiten, die Reduktion der Schließtage und die Qualität in den Betreuungseinrichtungen führt aus Sicht der Task Force zu den angestrebten Verbesserungen. Daher gilt es in der nächsten Legislaturperiode (2019-2024) einen deutlichen Schritt in folgende Richtung zu machen:

    • Angebot schaffen, dass jedes zweite Kind unter 3 Jahren betreut werden kann (aktuell ca. 26 %)
    • Angebot schaffen, dass drei von vier Kindern (75 %) unter 6 Jahren in VIF-konformen (Vollzeitbeschäftigung) Einrichtungen betreut werden können (derzeit ca. 30 %)
    • Flexibilität erhöhen, beispielsweise durch leichtere Modulwechsel oder Abschaffung der Sprengel
    • Zeitnähere Anmeldemöglichkeiten
    • Sicherstellung von ausreichend qualifiziertem Personal und pädagogisch sinnvollen Gruppengrößen
    • Ausbau der ganztägigen, verschränkten Schulformen, sodass mindestens 75 % Betreuungsquote möglich ist (aktuell von 6-10 Jahren 31 %, von 10-14 Jahren 33 %)
    • Generell gilt: Angebots- statt Nachfrageorientierung

     

    2) Zuständigkeiten und Finanzierung optimieren

    Angesichts der problematischen Kompetenzzersplitterung und der komplexen Finanzierungsströme braucht es mehr Ordnung und einheitliche, faire Spielregeln:

    • Stärkere Koordinationsrolle des Landes Vorarlberg mit landesweitem Monitoring und gezielter Steuerung und Förderung der Gemeinden
    • Bündelung der politischen Zuständigkeit in einem Ressort in der neuen Landesregierung
    • Im Grundsatz möglichst viele Kompetenzen von den Gemeinden zum Land übertragen
    • Einheitliche Finanzierung – Unterschiede, wie sie heute zwischen den Gemeinden und der Behandlung von öffentlichen und privaten Einrichtungen bestehen, sind auszuschließen
    • Treffsicherheit der sozialen Staffelung der Elternbeiträge sicherstellen, damit jedes Kind die gleichen Chancen erhält
    • Auch Eltern und Betriebe sind hinsichtlich Flexibilität in der Pflicht – Unternehmen können mit flexibleren Arbeitszeitmodellen, punktuellen Förderbeiträgen und überbetrieblicher Abstimmung einen wichtigen Beitrag leisten

     

    3) Sensibilisierung vorantreiben

    Um die Wichtigkeit des Zukunftsthemas Kinderbetreuung in der Öffentlichkeit und bei den politischen Entscheidungsträgern noch stärker zu verankern, braucht es:

    • Verankerung der Kinderbetreuung als Priorität im gestarteten Markenbildungsprozess „2035 ist Vorarlberg der chancenreichste Lebensraum für Kinder“
    • Bekenntnis, dass es primär Aufgabe der öffentlichen Hand ist – private und betriebliche Initiativen gilt es im Sinne einer Bereicherung des Angebots zu fördern und bestehende Hürden abzubauen
    • Anerkennung des Pädagogen-Berufsbild als sehr qualifizierten Beruf
    • Bemühungen und positive Entwicklung der letzten Jahre anerkennen
    • Konservatives Rollenbild aufbrechen – Kinderbetreuung ist kein reines Frauenthema mehr, es ist ein Familienthema
    • Neben dem prioritären Mehrwert für die Vorarlberger Bevölkerung, kann auch ein wichtiger Beitrag für eine qualifizierte Zuwanderung geleistet werden
    • Best Practice Beispiele aus den Unternehmen, Kooperationen, etc. sichtbar machen

     

    Achtung!

    Der gemeinsame Appell der Proponenten und der Vertreter aus über 30 Unternehmen, die bei der Positionierung mitgearbeitet haben, ist klar: „Wir setzen uns für einen Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bei diesem zentralen Zukunftsthema für Vorarlberg ein“.

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