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Gegen den Zeitgeist der Empörung!

Kommentar von Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg

Präsident Hans Peter Metzler kritisiert, dass es zum Zeitgeist geworden ist, sich gegen etwas zu engagieren.
© Wirtschaftskammer Vorarlberg Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler

In unserer Gesellschaft hat sich, unterstützt durch mediale Hysterie, in den vergangenen Jahren eine Empörungskultur etabliert, die so schädlich ist wie falsch. Es ist zum Zeitgeist geworden, sich gegen etwas zu engagieren, nicht für etwas; es ist auch zum Zeitgeist geworden, sich in Destruktivität zu gefallen und jede gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische, kulturelle Entwicklung zu kritisieren – ohne selbst auch nur ansatzweise einen konstruktiven Beitrag leisten zu wollen. Wolf Lotter, Mitbegründer von „Brand eins“, schreibt in der aktuellen Ausgabe des deutschen Wirtschaftsmagazins, dass es immer noch schlimmer kommen könne, „wenn man nur jammert – und nichts besser macht“. Lotter, ein gebürtiger Österreicher, fügt an: „Widerständig ist gut. Gegenständlich ist besser.“ Soll heißen: Wer ein Problem kritisiert, eine Herausforderung definiert, sollte auch tunlichst selbst um eine Lösung bemüht sein. Nur dagegen zu sein, ist zwar einfach. Aber es ist definitiv zu wenig.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Es gibt Probleme, Herausforderungen, Ungerechtigkeiten, die zu benennen sind, die natürlich kritisch zu benennen sind. Das Benennen allein ist aber zu wenig. Es braucht konstruktive Ansätze, gute Ideen, es braucht den Willen, aus etwas Schlechtem etwas Gutes zu machen und Negatives in Positives zu verwandeln. Würde nur ein Bruchteil der kollektiven Energie, mit der in unserer Gesellschaft Dinge schlechtgeredet werden, in konstruktive Überlegungen fließen – es wäre viel gewonnen.

Das richtige Maß und die richtige Mitte zu finden, das wäre auch hier wichtig; das setzt aber eben auch den Willen zur Selbstkritik, zur Selbstreflexion voraus. Es setzt auch den Mut voraus, sich in bestimmten Fragen gegen den gesellschaftlichen Mainstream zu engagieren, sich gegen diesen Zeitgeist der Empörung zu deklarieren! Um Balance bemüht zu sein, ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Stärke! Es ist leicht, sich dem allgegenwärtigen Chor der Kritiker anzuschließen, mutiger ist es, eine eigene konstruktive Stimme zu erheben. Denn sich selbst in dem Zynismus zu gefallen, gegen alles und jeden zu sein, ist auf Dauer zu wenig, für den Einzelnen und für die Gesellschaft, es ist der falsche Ansatz, das Leben zu meistern. „Die dauernde Empörung“, schreibt Lotter, „ist nicht nur wohlfeil“. Weil kaum jemand anderer Meinung sei, führe sie auch zur Abstumpfung: „Die rituelle Aufregung ist eine Sonderform des geistigen Tiefschlafs.“ Also, in diesem Sinne: Aufwachen!




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