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Finanzdienstleister: Nahezu alle Aktien-Anleger wieder im Plus

Analyse der Aktienmärkte zeigt: Geduld für Rendite wichtiger als Timing. Weltweit gestreuter Aktienmix legte in den vergangenen zehn Jahren um 51 Prozent zu.

Nahezu alle Anleger, die vor zehn Jahren und somit unmittelbar vor dem Börsen-Crash Aktien gekauft haben, sind heute im Plus. „Die meisten sogar deutlich“, betont der stellvertretende Obmann der Fachgruppe Finanzdienstleister in der WKV.
© WKV Nahezu alle Anleger, die vor zehn Jahren und somit unmittelbar vor dem Börsen-Crash Aktien gekauft haben, sind heute im Plus. „Die meisten sogar deutlich“, betont der stellvertretende Obmann der Fachgruppe Finanzdienstleister in der WKV.

Von den Verlusten an den Aktienmärkten, die Anleger im Rahmen der Finanzkrise 2007/2008 verschmerzen mussten, ist wenig übriggeblieben. Im Gegenteil: Nahezu alle Anleger, die vor zehn Jahren und somit unmittelbar vor dem Börsen-Crash Aktien gekauft haben, sind heute im Plus. „Die meisten sogar deutlich“, betont der stellvertretende Obmann der Fachgruppe Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Vorarlberg und Wertpapier-Experte Arnold Tollinger. So zeigt eine kürzlich vom Fachverband der Finanzdienstleister erhobene Analyse eine klar positive Entwicklung. Demnach hat ein weltweit gestreuter Aktienmix in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich 51 Prozent Gewinn erzielt. Das heißt: Hat ein Anleger vor der Finanzkrise 10.000 Euro investiert, stehen heute im Durchschnitt 15.110 Euro zu Buche – das entspricht einer Jahresrendite von 4,2 Prozent. „Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass der konkrete Einstiegszeitpunkt, um Aktien zu kaufen, weniger relevant ist, als vielfach angenommen“, erklärt Tollinger. Eine kürzlich von „First Trust“ veröffentlichte Studie verdeutlicht diese Sichtweise.

Lange Bullen-, kurze Bärenmärkte

In genannter Studie wurde anhand des amerikanischen Index S+P 500 die Entwicklung steigender und fallender Aktienkurse analysiert. So dauerte ein vollständiger Bullenmarkt im Mittel 12,8 Jahre und brachte ein durchschnittliches Plus von 534 Prozent. Ein vollständiger Bärenmarkt dauerte hingegen im Mittel „nur“ 1,5 Jahre – und brachte ein durchschnittliches Minus von 41 Prozent. „Die Investment-Ikone Peter Lynch hat bereits darauf hingewiesen, dass weitaus mehr Investoren Geld verloren haben, weil sie zu vorsichtig investiert haben, als jene, die während eines Crashes reale Verluste verbuchen mussten – aber letztlich durchhielten“, erklärt Wertpapier-Experte Tollinger.

Obwohl namhafte Ökonomen derzeit vor einem nahenden Crash warnen: „Der richtige Zeitpunkt zum Einstieg ist dann, wenn ich als Anleger Kapital zur Verfügung habe“, betont der stv. Fachgruppen-Obmann. Auch Expertinnen und Experten wissen letztlich nicht, wann der nächste Einbruch folgt. „Vorarlbergerinnen und Vorarlberger sind tendenziell dazu geneigt, einen Großteil ihres Vermögens möglichst risikoarm und sicher anzulegen – auch jene Mittel, die auf absehbare Zeit nicht benötigt werden“, so Tollinger. Um das Risiko zu reduzieren, rät Tollinger, kontinuierlich mit Sparplänen in Wertpapiere zu investieren. Zahlen des deutschen Fondsverbands BVI zeigen, dass die durchschnittliche Rendite von Sparplänen zwischen 2007 und 2017 in der Regel sogar über den Erträgen von Einmalinvestments liegen.

Geduld zahlt sich aus

Derzeit halte die Angst, während Börsenkorrekturen Geld zu verlieren, viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger davon ab, in Aktien zu investieren. Und das, obwohl Ertragserwartungen von vier bis sechs Prozent, die von vielen Anlegern erwartet werden, unter den derzeitigen Bedingungen mit risikoärmeren Anlageformen gar nicht möglich sind. „Oft wird unterschätzt, wie lange der Anlagehorizont sein könnte. Geduld ist bei Aktien-Anlagen also wichtiger als das Timing“, betont der Wertpapier-Experte.

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