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Die Baulehre wird digital

Mit dem Projekt „Baulehre 2020” bekommt die Lehrausbildung am Bau eine inhaltliche Neuausrichtung.

Digitalisierung und Modernisierung – in der Bauinnung werden diese Zukunftsthemen wörtlich genommen. Mit dem Projekt „Baulehre 2020” bekommt die Lehrausbildung am Bau eine inhaltliche Neuausrichtung.
© WKV/Simon Gross Innungsmeister-Stv. Johannes Wilhelm, Stephanie Hollenstein (Fachgruppengeschäftsführerin Innung Bau), Bauinnungsmeister Peter Keckeis und Innungsmeister-Stv. Alexander Stroppa.

Als sichtbares Zeichen der Digitalisierung in der Baulehre erhält jeder Lehrling ab dem zweiten Lehrjahr ein Gratis-Tablet, das er nach erfolgreichem Lehrabschluss behalten darf. Für die schon jetzt in Vorarlberg sehr gefragte Lehrausbildung am Bau bringt dies weitere Verbesserungen und mehr Fachkräfte, erwartet Innungsmeister Peter Keckeis: In den vergangenen Jahren war in Vorarlberg ein zunehmender Trend zur Lehrausbildung am Bau festzustellen. Die drei Maurerklassen in der Berufsschule sind gut gefüllt und in der Bauakademie in Hohenems herrscht Hochbetrieb.” Steigende Lehrlingszahlen auf der einen Seite sind zu verzeichnen, gleichzeitig ist die Ausfallsquote auf beinahe Null gesunken. Mit 200 Lehrlingen in der heimischen Bauwirtschaft werden aktuell zehn Prozent mehr Lehrlinge ausgebildet als im Vorjahr, im Jahr 2016 gab es in Vorarlberg 165 Lehrlinge am Bau und mehr Lehr-Abbrecher. Innungsmeister-Stellvertreter Johannes Wilhelm begründet dies mit dem trialen Ausbildungssystem – einem echten Erfolgsmodell mit hohen Qualitätsansprüchen, das bei den Lehrlingen sehr gut ankommt, wie auch Befragungen bestätigen. Die Ausbildungszeit der Lehrlinge verteilt sich auf drei Bereiche – das Maurerausbildungszentrum (MAZ), den Lehrbetrieb und die Berufsschule. Wilhelm, der in seinem eigenen Bauunternehmen  zahlreiche Lehrlinge beschäftigt, sieht auch eine Verbesserung des Images der Baulehre in der Öffentlichkeit: „Es wird immer mehr erkannt, dass die Bauwirtschaft sichere Arbeitsplätze mit guten Verdienstmöglichkeiten und vor allem mit vielfältigen Karrierechancen bietet.“ 

Maurer heißt künftig Hochbauer

Mit dem Projekt Baulehre 2020 startet eine zeitgemäße Neuausrichtung der Lehrausbildung am Bau. Innungsmeister Keckeis betont, dass sich der Beruf des Maurers in den vergangenen Jahren stark verändert hat und noch weiter entwickeln wird: „Moderne Technologien, veränderte Markterfordernisse und auch die Digitalisierung stellen neue Anforderungen an unsere Fachkräfte. Berufe am Bau bieten ein besonders großes Entwicklungspotenzial, daher sollen jetzt schon die richtigen Weichenstellungen für die Zukunft erfolgen.“ Dieser moderne Ansatz zeigt sich in den neuen Namen: Der Maurer wird zum Hochbauer und entspricht damit dem Tiefbauer, der ehemalige Schalungsbauer heißt in Zukunft Betonbauer, wie dies international üblich ist. Fachlich neu zeigt sich die Baulehre 2020 durch die Einbeziehung von neuen Arbeitstechniken wie digitale Vermessung oder elektronischem Datenmanagement. Außerdem ist die Einführung einer vierjährigen „Kaderlehre“ geplant. Dazu gehören eine vertiefte betriebswirtschaftliche Ausbildung und ein zusätzlich wählbarer technischer Schwerpunkt.  

Die Baustelle wird digital

Neben der inhaltlichen Neuausrichtung wird ein Schwerpunkt auf digitale Lernmethoden gelegt, erklärt Innungsmeister-Stellvertreter Alexander Stroppa, der sich mit der Digitalisierung am Bau intensiv beschäftigt. „Immer mehr heimische Bauunternehmen setzen in ihren Abläufen auf digitale Unterstützung. Dieses Feld wird in Zukunft noch stark wachsen, wir brauchen daher jetzt schon digital ausgebildete Fachkräfte, um diese Chancen überhaupt nutzen zu können.“ Bereits ab Herbst 2019 werden Lern-Videos, Online-Trainings und Wissenschecks auf einer Internet-Plattform angeboten, um die Lehrlinge optimal auf die Lehrabschlussprüfung und die künftigen digitalen Arbeitswelten vorzubereiten. 

Digitalisierung und Modernisierung – in der Bauinnung werden diese Zukunftsthemen wörtlich genommen. Mit dem Projekt „Baulehre 2020” bekommt die Lehrausbildung am Bau eine inhaltliche Neuausrichtung.
© WKV/MAZ Vorarlberg Die Geräte können nicht nur in der Schule, sondern auch in der Praxis eingesetzt werden.

Gratis-Tablets für die Lehrlinge

Für die praktische Umsetzung gibt es eine Neuerung im Hardware-Bereich, die für die Lehrlinge besonders attraktiv ist: Sie erhalten ab dem zweiten Lehrjahr kostenlos ein Tablet mit Internet-Zugang zur freien Verfügung, mit vorinstallierten e-learning-Programmen sowie Apps zu Themen wie Arbeitssicherheit, Normen, Baustellendokumentation oder umweltgerechte Entsorgung. Das Gerät kann in der Schule genauso wie auf der Baustelle verwendet werden, auch eine Einbindung in die EDV-Struktur des Lehrbetriebs ist vorgesehen. Und das Beste: Nach dem erfolgreichen Lehrabschluss darf das Tablet behalten werden.

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