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Der „agile“ Angriff auf das eigene Unternehmen

Wir haben mit Barbara Dreher und Dr. Stephan Berchtold, beide Mitglieder der ExpertsGroup HRM in der Fachgruppe UBIT, gesprochen, wie das im eigenen Unternehmen gelingen kann.

Wir haben mit Barbara Dreher und Dr. Stephan Berchtold, beide Mitglieder der ExpertsGroup HRM in der Fachgruppe UBIT, gesprochen, wie das im eigenen Unternehmen gelingen kann.
© iStock Mitglieder der ExpertsGroup HRM raten in Unternehmen ein „Nebeneinander von Agilität und Stabilität zu leben.“

Agil – ein neues Wort, hinter dem nicht viel steckt?

Berchtold: Schaut man nicht nur auf den Begriff, sondern betrachtet auch das Umfeld, mit dem Unternehmen gegenwärtig und in Zukunft zu tun haben, dann erschließt sich besser, was mit agil gemeint ist: In Zeiten, in denen über Jahrzehnte bewährte Geschäftsmodelle am Prüfstand stehen, braucht es etwas anderes, als nur ein Fortschreiben der Vergangenheit. Das gelingt nur, wenn man Eckpfeiler des Verständnisses von Organisation infrage stellt, bevor sie vom Markt infrage gestellt werden. Und da kommen wir der Sache mit der Agilität schon näher.

Dreher: Wir sehen viele Unternehmen, die Herausforderungen und auftauchende Probleme mit bewährten Lösungsansätzen der Vergangenheit regeln möchten. Erst wenn das nicht funktioniert, wird mit der Suche nach anderen Möglichkeiten begonnen. Besser wäre es, schon früher ein Nebeneinander von Agilität und Stabilität zu leben.

Ist das nicht ein Widerspruch, dass man agil sein soll, und trotzdem die Routinen beibehält?

Berchtold: Ja – zumindest bei der bislang gewohnten Denkweise. Denn hier dominiert das Bild einer Organisation als eine Maschine, bei der es um Optimierung geht. Innovationen und Neues hingegen bergen immer das Risiko von Scheitern, und damit wird die Effizienz bedroht. Nur, wie soll Neues entstehen, wenn man immer nur Bestehendes optimiert?

Dreher: Jegliche Innovationen entstehen durch Quer- oder Neudenken. Das kennen wir natürlich vor allem im Produktbereich. Nun sind Unternehmen aber massiv gefordert, auch über organisationale Innovationen nachzudenken. Denn in den gewohnten Strukturen und Hierarchien ist man oft zu langsam, um auf abrupte Veränderungen zu reagieren. Kurz gefasst, könnte man bei Agilität auch davon sprechen elastischer, flexibler, schneller zu werden.

Haben Sie ein Beispiel?

Berchtold: Mir gefällt der Weg, den ein Familienunternehmen gewählt hat, indem die Eigentümer ein eigenes Unternehmen gegründet haben, und diesem den Auftrag gegeben haben, das angestammte Geschäftsmodell anzugreifen. Kern dabei ist die strikte operative Trennung der beiden Unternehmen, bei der gleichzeitigen Schaffung einer Kommunikationsstruktur für wenige Top-Leute, die einen Austausch der Erfahrungen sicherstellen sollen. So sollen Irritation und Lernen erzeugt werden. Damit fordern die Eigentümer ihr eigenes, etabliertes Unternehmen in seiner Bequemlichkeit heraus. Und es ist ihnen lieber, wenn sie selbst herausfinden, wie man das eigene Geschäftsmodell ablösen könnte, anstatt dass es ein Mitbewerber herausfindet.

Wo ist hier der HR-Aspekt?

Dreher: Voraussetzung für diese neue Art zu denken und zu arbeiten ist, dass die Geschäftsleitung diesen Weg initiiert und vorantreibt - und sich selbst nicht ausnimmt. HR hat dabei die wichtige Aufgabe, den Blick auf Organisation und Kultur zu richten, zuzuhören, zu vermitteln, aber auch zu spiegeln. Dazu zählt auch, dass bestehende Personal- und Führungsinstrumente angepasst, weiterentwickelt oder vielleicht sogar entsorgt werden.
Und hier setzt die Arbeit der ExpertsGroup an. Für uns als Leitungsteam der HR Experts Group, zu der noch Cornelia Ellensohn und Klaudia Forster gehören, ist es wichtig, für alle interessierten Mitglieder einen Rahmen zu schaffen, in dem Austausch über Trends, Veränderungen und Erfahrungen stattfinden kann.

Berchtold: Damit Führungskräfte solche Herausforderungen in Angriff nehmen können, suchen sie immer wieder Sparringpartner, die überraschende Denkanstöße liefern können. Im Kreis der HR Experts findet man solche Personen.

Danke für das Gespräch! 

Im Gespräch: Barbara Dreher (www.barbara-dreher.at) und Stephan Berchtold (www.choices.at), beide Mitglieder der ExpertsGroup HRM in der Fachgruppe UBIT in der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

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