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„Aktuelle Corona-Politik der Reisebeschränkungen bringt Tourismus und gesamte regionale Wirtschaft in Existenzgefahr!“

„Hilferuf aus den Alpen“ - Die vier Kammerpräsidenten des Alpenraums fordern das Ende aktueller Reisewarnungen und -beschränkungen.

Der Reisewarnungs-Wirrwar sorgt für Verunsicherung und schadet dem gemeinsamen Ziel, der Eindämmung des Virus.
© istock Der Reisewarnungs-Wirrwar sorgt für Verunsicherung und schadet dem gemeinsamen Ziel, der Eindämmung des Virus.

Mit einem dringlichen Appell senden die vier Kammerpräsidenten Hans Peter Metzler (WK Vorarlberg), Peter Buchmüller (WK Salzburg), Christoph Walser (WK Tirol) und Michl Ebner (HK Bozen) heute einen „Hilferuf aus den Alpen“: „Die aktuelle Corona-Politik in Europa bringt in unseren Ländern massive existenzielle Bedrohungen mit sich, die letzten Endes nicht nur die Tourismuswirtschaft, sondern sämtliche regionale Wirtschaftskreisläufe bedrohen!“ Als Grund nennen die Präsidenten die unterschiedlichen Maßnahmen der europäischen Staaten und insbesondere die inzwischen ausufernden Reisewarnungen bzw. -beschränkungen. „Diese sind wahres Gift für die europäische Wirtschaft und zugleich für das europäische Gemeinschaftsgefühl. Mit Blick darauf, dass die Quelle für Ansteckungen derzeit vor allem auf private Feiern und Zusammentreffen zurückzuführen ist, bringen diese unsere regionalen Unternehmen unnötig in Gefahr und steigern lediglich die Verunsicherung. Die Forderung der vier Präsidenten dahingehend ist einhellig: „Die aktuellen Reisewarnungen und Einschränkungen müssen beendet und aufgehoben werden“, betonen die vier höchsten Wirtschaftsvertreter des Alpenraums. Sie sind davon überzeugt, dass das Corona-Virus mit strengen Hygienemaßnahmen und dem Gebot des Abstandhaltens auch ohne Reisewarnungen in Schach gehalten werden könne. 

Kritik übt Vorarlbergs Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler am aktuellen Reisewarnungs-Wirrwarr. Dieser sorge für Verunsicherung und schade dem gemeinsamen Ziel, der Eindämmung des Virus. „Das gegenseitige Bombardieren mit Reisewarnungen richtet großen volkswirtschaftlichen Schaden für alle Beteiligten an. Die Rückkehr des Nationalismus und des Protektionismus darf in Europa keine Chance haben“, sagt Metzler. 

Verschärft werden die problematischen Reisewarnungen durch die verschiedenen Ampelsysteme und die unterschiedlichen Kriterien für Reisebeschränkungen. Das verzerre das Ergebnis völlig und bestraft Länder, die viele Testungen durchführen und eine starke Tourismusquote aufweisen. Metzler appelliert an eine koordinierte europäische Vorgehensweise, um eine stabile Wintersaison zu ermöglichen, was über den Tourismus hinaus für zahlreiche weitere Branchen wichtig ist. 

Bei einer Fortsetzung des Systems dieser Reiseeinschränkungen wäre, so die Präsidenten, eine Verständigung der EU-Mitgliedstaaten auf europäischer Ebene erforderlich. 

In diesem Zusammenhang wird darauf verwiesen, dass die Europäische Kommission am 4. September ein europäisches Ampelsystem vorgeschlagen habe. „Eine solche europaweite Koordination ist unbedingt nötig, um nicht in einem völligen Chaos an unübersichtlichen Kriterien und daraus folgenden Reisewarnungen und grenzüberschreitenden Bewegungseinschränkungen zu enden“, fordern die Wirtschaftsvertreter. Die vier Kammerpräsidenten hoffen, dass der „Hilferuf aus den Alpen“ Gehör findet - ansonsten droht in den betroffenen Regionen sehr bald das wirtschaftliche Licht auszugehen.

EU-Vorschlag ist ein Anfang

Der aktuelle Vorschlag der deutschen Ratspräsidentschaft ist ein Anfang, darf aber noch nicht das Ende der Bemühungen um eine einheitliche Lösung darstellen. Insbesondere müssen objektiv erfassbare Kriterien wie Test- und Gästezahlen sowie Behandlungskapazitäten in die Bewertung einfließen. Zudem braucht es nicht nur für grüne, sondern auch für orange und rote Regionen einheitliche Regelungen.

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