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Blitzumfrage der Bauinnung Vorarlberg: Starke Konjunktur bleibt auch 2019

Die Vorarlberger Baubranche zieht Bilanz zum Jahresende: Eine durchaus positive Entwicklung zeichnet sich in allen Bereichen ab.

Die Vorarlberger Baubranche präsentierte heute bei einer Pressekonferenz die Ergebnisse der Blitzumfrage zum Jahreswechsel: eine durchaus positive Entwicklung zeichnet sich in allen Bereichen ab.
© Norbert Blum/WIFI Hohenems Auch für das Jahr 2019 rechnen die heimischen Bauunternehmer mit einer weiter zunehmenden Auslastung.

Die Vorarlberger Baubranche präsentierte heute bei einer Pressekonferenz die Ergebnisse der Blitzumfrage zum Jahreswechsel: eine durchaus positive Entwicklung zeichnet sich in allen Bereichen ab. Auch für das Jahr 2019 rechnen die heimischen Bauunternehmer mit einer weiter zunehmenden Auslastung. Laut Innungsmeister Peter Keckeis ist die Situation der Bauwirtschaft derzeit geprägt von der allgemein starken Konjunktur und einer entsprechenden Preisentwicklung.

Sehr erfreulich beurteilt Innungsmeister Peter Keckeis die hohe Rücklaufquote der Befragung von 65,22 Prozent. Dies zeigt, dass die traditionelle Blitzumfrage zum Jahresende unter den Unternehmern geschätzt wird und einen zuverlässigen Indikator für das erste Halbjahr 2019 darstellt. Das vergangene Jahr war für die gesamte heimische Bauwirtschaft durchwegs positiv und auch für das erste Halbjahr 2019 erwarten die Bauunternehmer weiterhin steigende Auftragszahlen.

„Insgesamt schätzen die Vorarlberger Bauunternehmer die Auftragslage um 7,40 Prozent höher ein als im Dezember des Vorjahres. Aktuell verzeichnen die Betriebe Auftragsbestände von 20,9 Wochen – Trend weiterhin steigend“
Innungsmeister ing. Peter Keckeis

Damit ist Vorarlberg absoluter Spitzenreiter, gefolgt von der Steiermark mit 17,1 Wochen und Wien mit 16,9 Wochen. Der österreichische Durchschnitt liegt bei 16,6 Wochen. Den Grund für die gute Auslastung sieht Innungsmeister Peter Keckeis in der erfolgreichen Wirtschaft in Vorarlberg und der damit verbundenen Bereitschaft von Industrie und Gewerbe, in bauliche Maßnahmen zu investieren. Träger der Konjunktur ist weiterhin der Wohnbau, der öffentliche Tiefbau ist die einzige Sparte, die mit einem leichten Rückgang von minus 1,2 Prozent rechnet.

v.l.: Thomas Peter, Geschäftsführer der Innung Bau, mit Nachfolgerin Stephanie Hollenstein, Innungsmeister Ing. Peter Keckeis, DI Alexander Stroppa, stellv. Innungsmeister Bau, und DI Johannes Wilhelm, Sprecher Wohnbau.
© Norbert Blum/WIFI Hohenems v.l.: Thomas Peter, Geschäftsführer der Innung Bau, mit Nachfolgerin Stephanie Hollenstein, Innungsmeister Ing. Peter Keckeis, DI Alexander Stroppa, stellv. Innungsmeister Bau, und DI Johannes Wilhelm, Sprecher Wohnbau.

Industrie- und Gewerbebau auf konstant hohem Niveau

Auch im kommenden Jahr gibt sich die Vorarlberger Wirtschaft investitionsfreudig. „Das Jahr 2018 war im Industrie- und Gewerbebau ein sehr dynamisches. Die Prognosen der Branche für 2019 bringen mit einem Plus von vier Prozent noch einmal einen deutlichen Anstieg“, erklärt Innungsmeister-Stellvertreter Alexander Stroppa. Mit der Bahnhofcity Feldkirch steht ein lange geplantes Großprojekt vor dem Baustart und Industriebetriebe wie Blum, GRASS und EHG planen im kommenden Jahr hohe Millionenbeträge in Standorterweiterungen zu investieren. Im öffentlichen Hochbau sind für 2019 einige kommunale Projekte wie Kindergärten in Bregenz, Hohenems und Koblach sowie ein Bildungszentrum in Frastanz und der Campus in Wolfurt geplant.

Grundsätzlich sieht die Sparte Industrie- und Gewerbebau somit einer positiven Entwicklung entgegen, wäre nicht das Deponie- und Rohstoffproblem im Land: „Wenn wir nicht bald ausreichend Abbau-Bewilligungen bekommen, können wir langfristig den Rohstoffbedarf nicht mehr sicherstellen“, erklärt Stroppa. „In unseren umliegenden Nachbarländern werden sehr viele Rohstoffe abgebaut. Diese werden dann beispielsweise von Deutschland über Vorarlberg in die Schweiz transportiert. Davon haben wir gar nichts – außer das Verkehrsproblem, das ohnedies schon eine enorme Belastung für unser Land darstellt.“  

Wohnbau steigt weiter an

Der Wohnbau wird auch 2019 ungebrochen der Träger der Vorarlberger Baukonjunktur sein, erklärt Wohnbausprecher Johannes Wilhelm: „Die Bauunternehmen rechnen mit einem Plus von 4,20 Prozent im ersten Halbjahr 2019. Diese steigende Konjunktur hat allerdings durchaus ihre Schattenseiten. Mit der starken Konjunktur steigen auch die Preise, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot.“ Fehlende Fachkräfte, steigende Personalkosten und immer höhere Materialkosten verschärfen die Situation zusätzlich. Generell sieht Wilhelm im Wohnbaubereich in Vorarlberg aktuell die Notwendigkeit, mit Augenmaß zu bauen: „Wohnen muss leistbar bleiben. Dazu sollte man sich auch im öffentlichen Wohnbau wieder verstärkt am tatsächlichen Bedarf orientieren, denn der gemeinnützige Wohnbau ist im Vergleich zum privaten Wohnbau überproportional gewachsen.“ Dies führt zu einer zusätzlichen Überhitzung einer bereits starken Grundkonjunktur – was sich wiederum negativ auf das geforderte leistbare Wohnen auswirkt.

Ein zentrales Anliegen des Wohnbausprechers ist die Anhebung der Baunutzungszahlen: „Diese Maßnahme kann relativ einfach und schnell in Vorarlberg umgesetzt werden. Die Verantwortung dafür liegt bei den Gemeinden. Mit der Entscheidung für eine verdichtete Bauweise wird nicht nur weniger Grund und Boden verbraucht, auch die Wohnungskosten könnten deutlich reduziert werden. Wenn Vorarlberg weiterhin darauf Wert legt, dass Menschen Wohnungseigentum erwerben können, ist dies ein Gebot der Stunde.“ 

Baukosten-Studie bestätigt: Steuern und Gebühren als Kostentreiber

Wie hoch die Steuer- und Abgabenbelastung vor allem den Geschosswohnungsbau – also Wohnanlagen - betrifft, zeigt eine Studie der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW). So liegt zum Beispiel beim Kauf einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit 18 Wohneinheiten der Anteil an Steuern und Abgaben bei 41,4 Prozent des Kaufpreises. Neben den offensichtlichen Gebühren müssen auch die weniger offensichtlichen Steuern dazugerechnet werden, das sind zum Beispiel sämtliche Lohn- und Sozialversicherungsabgaben. Wohnbausprecher Johannes Wilhelm weist darauf hin, dass Wohnungseigentümer doppelt zur Kasse gebeten werden, indem sie den Kaufpreis mit bereits versteuertem Geld bezahlen. Bei der Berechnung einer Musterwohnung zeigt die Studie, wie sich der Kaufpreis exakt zusammensetzt. Der Anteil an Steuern und Gebühren liegt bei einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus bei 41,4 Prozent.  

Bauen muss leistbar bleiben - Politik hat Handlungsbedarf

Innungsmeister Peter Keckeis appelliert an die politisch Verantwortlichen, endlich wirkungsvolle Maßnahmen zu setzen. So könnten eine Anpassung von Vorschriften und Normen ebenso wie der von der Bauinnung seit Jahren geforderte Bürokratieabbau zusätzliche Belastungen reduzieren. Vor allem aber wehrt sich Keckeis gegen die Flut von Gebührenerhöhungen, die aus verschiedenen Abteilungen in der Landesregierung stammen und alle zu einer zusätzlichen Belastung der Baukosten führen. „Diese teilweise sehr hohen Verteuerungen durch die Hintertür sind sachlich durch nichts gerechtfertigt und sollten dringend überprüft und reduziert werden“, fordert Keckeis. „Wenn wir leistbaren Wohnraum in Vorarlberg schaffen sollen, darf die Politik die Baukosten nicht ständig mit neuen Gebühren und Abgaben zusätzlich belasten. Alle Verbesserungsmaßnahmen, die in Vorarlberg auf Landesebene durchgesetzt werden können, müssen sofort in Angriff genommen werden.“  

Erfreuliche Entwicklung bei Lehrlingszahlen

Die Personaloffensive der Baubranche zeigt weiterhin Erfolge. Vor allem im Bereich der Lehrlinge sprechen die Zahlen für sich: „Wir bilden heuer 200 Maurerlehrlinge aus, das sind um zehn Prozent mehr als im Vorjahr, unsere drei Maurerklassen in der Berufsschule sind gut gefüllt. Das sind positive Entwicklungen, die uns motivieren und zuversichtlich in die Zukunft blicken lassen“, zeigt sich Innungsmeister Peter Keckeis mit der Qualität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Vorarlbergs Baustellen zufrieden. Aktuell sind in der Vorarlberger Bauwirtschaft rund 4.000 Personen beschäftigt. 

Eckdaten der Blitzumfrage – Einschätzung der Vorarlberger Baubranche

  • Aktuelle Auftragssituation +7,40% (Vorjahresvergleich: +6,59%)
  • Auftragssituation erstes Halbjahr 2019 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018:

    Allgemeine Situation: +6,60% (Vorjahresvergleich: +2,73 %)
    Wohnbau: +4,20% (Vorjahrsvergleich: +7,73 %)
    Industrie- und Gewerbebau: +4,0% (Vorjahrsvergleich: -0,91%)
    Öffentlicher Hochbau: +2,80% (Vorjahresvergleich: -1,59%)
    Öffentlicher Tiefbau: -1,20% (Vorjahrsvergleich: -0,91%)
    Sanierung: 2,60% (Vorjahrsvergleich: +6,36%)


Übergabe der Geschäftsführung

Thomas Peter, Geschäftsführer der Innung Bau, nutzte den Rahmen der Pressekonferenz als Gelegenheit, sich für die langjährige fruchtbare und nette Zusammenarbeit zu bedanken und seine Nachfolgerin Stephanie Hollenstein vorzustellen: „Nach mehr als 36 Jahren als Geschäftsführer der Bauinnung habe ich mich entschlossen, eine neue Herausforderung zu suchen und in Pension zu gehen. Mit Stephanie Hollenstein, die seit vier Jahren unter anderem in der Innung Bau tätig ist, haben Sie einen kompetenten Ansprechpartner, der bestens auf seine neue Aufgabe vorbereitet ist. Bei ihr sind Sie in besten Händen.“ Stephanie Hollenstein ist seit Dezember 2014 in der Wirtschaftskammer Vorarlberg tätig und war unter anderem Referentin der Sparte Gewerbe und Handwerk. Seit Jänner 2018 ist sie Geschäftsführerin der Innung der Gärtner und Floristen, ab Jänner 2019 wird sie ihre Funktion als Geschäftsführerin der Innung Bau und der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder wahrnehmen – neben der Leitung der Bauakademie, dem Maurerausbildungszentrum und der Immobilienakademie.

Stephanie Hollenstein wird ab Jänner 2019 Thomas Peter als Geschäftsführerin der Innung Bau und der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder folgen.
© Norbert Blum/WIFI Hohenems Stephanie Hollenstein wird ab Jänner 2019 Thomas Peter als Geschäftsführerin der Innung Bau und der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder folgen.

Stephanie Hollenstein – zur Person

Geb: 05.02.1988
Matura: 2007 HLW Rankweil
BA: 2008-2011 MCI Innsbruck: Management, Communication & IT 
MSc: 2011-2013 Uni FL (Entrepreneurship) / berufsbegleitend 

parallel:

ab 2012: ALPLA Projekt- und später Prozessmanagement
2014 (5 Monate): Start up (Firma Crate)
seit Dezember 2014 in der WKV
seit Jänner 2018 GF der Innung Gärtner & Floristen
ab Jänner 2019: GF Innung Bau und Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder (inkl. Leitung Bauakademie, Maurerausbildungszentrum und Immobilienakademie)

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