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Blitzumfrage der Bauinnung Vorarlberg - 2016 brachte gute Auslastung: Positiver Trend setzt sich 2017 fort

Herausforderung für die Zukunft - Mitarbeiter in allen Bereichen gesucht.

Die Vorarlberger Bauunternehmen ziehen eine zufriedenstellende Bilanz. Der positive Trend des letzten Jahres hat sich auch 2016 mit einer allgemein guten Auslastung fortgesetzt. Dies geht aus der heute präsentierten Blitzumfrage hervor, in der die Vorarlberger Bauinnung zum Jahresende die aktuellen Ergebnisse präsentiert und einen Ausblick auf das kommende Jahr gibt. Innungsmeister Peter Keckeis begründet die gute Entwicklung mit der dynamischen Konjunktur von Industrie und Gewerbe, aber auch mit der stark wachsenden Bevölkerung in Vorarlberg. Handlungsbedarf sehen die Unternehmen im Tiefbau. Hier ist das Land gefordert, die notwendige Infrastruktur für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Vorarlberg zu schaffen – vom Ausbau von Schiene und Straße bis zur Digitalisierung.
 
Die jährlich durchgeführte Blitzumfrage unter den Vorarlberger Bauunternehmen zeigt ein erfreuliches Bild zum Ende des Jahres. Generell wurde 2016 eine gute Auslastung mit einem leichten Personalanstieg (plus 1 Prozent) verzeichnet. Die allgemeine Auftragssituation beurteilen die heimischen Bauunternehmer mit einem Plus von 7,6 Prozent besser als im Dezember 2015. Im ersten Halbjahr 2017 wird mit einem Anhalten der Konjunktur gerechnet, allerdings etwas gedämpft um 4,8 Prozent. Unterschiedlich fällt die Einschätzung der Entwicklung 2017 in den einzelnen Sparten aus, erklärt Innungsmeister Keckeis. Optimismus bestimmt den Wohnbau (plus 4,6 Prozent) und den Sanierungsbereich (plus 7,4 Prozent). Wie im Vorjahr, wird die Konjunktur stark getragen von den Vorarlberger Industrie- und Gewerbebetrieben, deren Aufträge auch im kommenden Jahr laut Blitzumfrage um knapp 4 Prozent steigen sollen. Stabil sind die Erwartungen an den öffentlichen Hochbau mit einem leichten Minus von 0,2 Prozent, wohingegen der Tiefbau mit einem prognostizierten Rückgang von 5 Prozent im ersten Halbjahr 2017 das Sorgenkind der heimischen Bauwirtschaft bleibt.
 
Wohnbau auf hohem Niveau stabil
Die nachhaltig positiven Impulse für die Bauwirtschaft werden vom allgemeinen Wachstum in Vorarlberg ausgelöst, erklärt Innungsmeister Peter Keckeis. Gebaut wurde 2016 in ganz Vorarlberg, von Großbauvorhaben im Tourismus genauso wie in der Wirtschaft und im Wohnbau, der sich immer noch als wesentlicher Träger der Baukonjunktur erweist. Allerdings waren die Erwartungen an den Wohnbau vor einem Jahr durch die Flüchtlingssituation beinahe doppelt so hoch wie in diesem Jahr. Günther Ammann, Sprecher der Vorarlberger Immobilienbranche in der WKV, warnt eindringlich davor, dass Wohnen in Vorarlberg noch teurer wird. „Schon jetzt sind Grundstückspreise, Baukosten und Mieten im Westen Österreichs am höchsten und auch die Baunebenkosten steigen linear zu den Grundstücks- und Baukosten. Diese Entwicklungen schaden  der Bau- und Immobilienwirtschaft genauso wie den Wohnungssuchenden.“ Laut Günther Ammann könnten auf Landesebene wirkungsvolle Maßnahmen gesetzt werden, wie eine flächenübergreifende Raumplanung und überregionale Konzepte, die nicht allein im Entscheidungsbereich der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister liegen. Baunutzungszahlen und Widmungen sollten dadurch endlich den realen Entwicklungen in einem stark wachsenden Land mit beschränkten Bodenreserven wie Vorarlberg  gerecht werden.
 
Industrie und Gewerbe investieren auch 2017
Investitionsbereitschaft und Wachstumsperspektiven nehmen Vorarlbergs Unternehmen auch ins Jahr 2017 mit. Nach einem insgesamt sehr zufriedenstellenden Jahr 2016 wird im ersten Halbjahr 2017 ein weiteres Wachstum im Industrie- und Gewerbebau von 4 Prozent erwartet, erklärt Innungsmeister-Stellvertreter Alexander Stroppa. So wurden im Vorjahr Großprojekte wie die neue Zentrale von Doppelmayr oder Meusburger in Wolfurt realisiert. Für 2017 sind das neue Blum-Werk in Dornbirn und das Hochregallager von Rondo-Ganahl in Frastanz bereits in Bau, zahlreiche weitere Projekte sind in Ausschreibung und in Planung.
Der öffentliche Hochbau erweist sich weiterhin als zuverlässiger Auftraggeber. Das Hochbau-Budget erweist sich auch für 2017 konstant und schafft damit eine wichtige Grundlage für die Auslastung der Bauunternehmen. Auch die Gemeinden leisten mit ihren Bauvorhaben einen Beitrag zur Verbesserung ihrer Infrastruktur-Angebote. So werden 2017 in Mellau und in Lochau neue Gemeindezentren errichtet, es wird aber auch in neue Schulen und Kindergärten investiert, erklärt der Innungsmeister-Stellvertreter.
 
Standort Vorarlberg braucht moderne Infrastruktur
Grund zur Sorge bringt der Tiefbau, der seit Jahren rückläufig ist und auch für 2017 mit 5 Prozent Rückgang die schlechteste Prognose bringt. Einerseits lassen große Straßenbauprojekte seit Jahren auf sich warten, andererseits fehlen notwendige Investitionen in die Infrastruktur, analysiert Alexander Stroppa die Situation. Er sieht dringenden Handlungsbedarf, damit die künftige Infrastruktur in Vorarlberg einem modernen Wirtschaftsstandort entspricht. „Die erfolgreiche Vorarlberger Wirtschaft und die Bevölkerung zeigen beste Wachstumsprognosen. Es liegt jetzt an der Politik, auch die dafür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Wenn sich Vorarlberg weiter entwickeln will, brauchen wir dafür eine leistungsfähige Infrastruktur mit einem Ausbau von Schiene und Straße, aber auch Investitionen in die Digitalisierung.“
 
Problem Personalmangel dringend lösen
Immer mehr zur Wachstumsbremse entwickelt sich die Personalsituation in der Bauwirtschaft. Viele Unternehmen suchen verzweifelt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Bereichen – vom erfahrenen Facharbeiter bis zum motivierten Lehrling, vom Hilfsarbeiter bis zum Spezialisten, um ihre Aufträge gut abarbeiten zu können. Innungsmeister Keckeis setzt auf die vielseitigen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten in der Baubranche, um neue Mitarbeiter anzusprechen. So finden Lehrlinge beste Bedingungen durch die Qualitätsoffensive in der Maurerausbildung und in einer auf die modernen Erfordernisse angepassten ausgezeichneten Ausstattung der Berufsschulen. Das österreichweit vorbildliche duale Ausbildungssystem in Vorarlberg bietet Karrieremöglichkeiten bis zum Baumeister und zum Studium. Derzeit werden in der Vorarlberger Bauwirtschaft circa 4100 Mitarbeiter, davon ca. 200 Lehrlinge, beschäftigt.
 
Problem Bürokratisierung weiter im Fokus
Die täglich wachsende Normenflut macht Bauen kompliziert und teuer für alle Beteiligten, kritisiert Innungsmeister Keckeis die Bürokratisierung am Bau. Eine langjährige Forderung der Bauinnung hat das Land jetzt mit der neuen Bautechnikverordnung zumindest in weiten Teilen erfüllt. „Wir sehen diese auf Vorarlberger Verhältnisse abgestimmte Bautechnikverordnung als ersten Schritt in eine richtige Richtung. Klare und vernünftige Rahmenbedingungen im Land helfen den privaten und öffentlichen Bauherren genauso wie Industrie und Gewerbe und jenen Menschen, die dringend Wohnraum brauchen. Arbeitsplätze im Bau und allen verwandten Sparten können nur gesichert werden, indem positive Entwicklungen nicht durch Bürokratie gebremst werden“, so Peter Keckeis.
 
 
Baukonjunktur-Entwicklung in Vorarlberg 2016
(Blitzumfrage unter Vorarlbergs Bauunternehmen, durchgeführt von der Vorarlberger Bauinnung im November 2016)
 
Einschätzungen der Vorarlberger Baubranche:
Aktuelle Auftragssituation im Vergleich zum November 2015: 7,61 % (Vorjahr +7,88 %)
Auftragssituation erstes Halbjahr 2017 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016:
Allgemein: 4,78% (Vorjahr  +4,81%)
Wohnbau: 4,57% (Vorjahr  +8,08%)
Gewerbe und Industrie: 3,91% (Vorjahr +4,42%)
Öffentlicher Hochbau: -0,22% (Vorjahr -1,73%)
Öffentlicher Tiefbau: -5,0% (Vorjahr -5,96%)
Sanierungen: 7,39% (Vorjahr +4,81%)
 
Factbox Vorarlberger Bauwirtschaft                   
Umsatz/Bauproduktionswert 2014: 628.552                       
Umsatz/Bauproduktionswert 2015: 623.298                       
Umsatz/Bauproduktionswert 2016 (prognostiziert): 624.000
Mitarbeiter: circa 4.100, 200 Lehrlinge                   
Beschäftigte inkl. nachgelagerte Sparten: circa 12.000   

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