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Bauinnung: Gute Auslastung, steigende Konjunktur

Der Wohnbau bleibt Träger der Konjunktur, die Vorarlberger Bauinnung warnt aber vor einer Überhitzung des Marktes.

Der öffentliche Hochbau setzt seine Schwerpunkte in den Bereichen Gesundheit und Bildung – hier der Bau der Tiefgarage beim Krankenhaus Hohenems.
© Norbert Blum Der öffentliche Hochbau setzt seine Schwerpunkte in den Bereichen Gesundheit und Bildung – hier der Bau der Tiefgarage beim Krankenhaus Hohenems.

Die Vorarlberger Baubranche zieht am Ende des Jahres 2017 eine zufriedenstellende Bilanz. Die hohe Auslastung quer durch alle Branchen hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt – so der allgemeine Tenor bei der heute präsentierten Blitzumfrage, bei der die Bauinnung traditionell zum Jahresende die aktuellen Ergebnisse präsentiert und einen Ausblick auf das kommende Jahr gibt. Den Grund für die gute Auslastung sieht Innungsmeister Peter Keckeis in der erfolgreichen Wirtschaft und der damit verbundenen Bereitschaft von Industrie und Gewerbe, in bauliche Maßnahmen zu investieren. Träger der Konjunktur ist nach wie vor der Wohnbau – dies begründet sich im stark steigenden Bevölkerungswachstum in Vorarlberg und der hohen Zahl an gemeinnützigen Wohnungen.

Die jährlich durchgeführte Blitzumfrage unter den Vorarlberger Bauunternehmen zeigt ein erfreuliches Bild zum Abschluss des Jahres. Insgesamt schätzen die Vorarlberger Bauunternehmer die aktuelle Auftragslage um 6,59 Prozent höher ein als im Dezember des Vorjahres. Im ersten Halbjahr 2018 rechnet die Branche insgesamt mit einem Plus von 2,73 Prozent. In den einzelnen Sparten prognostizieren die Unternehmer recht unterschiedliche Entwicklungen. Der Wohnbau (plus 7,73 Prozent) steigt weiterhin stark an, auch im Bereich der Sanierung liegen die Prognosen bei einem Plus von 6,36 Prozent. Anders die Einschätzungen im Industriebau (minus 0,91 Prozent) sowie im öffentlichen Hochbau (minus 1,59 Prozent) und dem öffentlichen Tiefbau (minus 0,91 Prozent).

Wohnbau: Augenmaß und Bedarfsorientierung sind gefragt

Der Wohnbau ist nach wie vor ungebrochen der Träger der Vorarlberger Baukonjunktur, erklärt Innungsmeister Peter Keckeis. Die Bauunternehmen zeigen sich in der Befragung zufrieden über die sehr gute Auftragslage in diesem Bereich. Gleichzeitig warnt Immobiliensprecher Günther Ammann vor einer Überhitzung des Marktes: „Aktuell wird mehr gebaut denn je – vor allem im sozialen Wohnbau. Diese Dynamik heizt die Konjunktur zusätzlich stark an und treibt auch die Preise nach oben. Wir müssen hier wieder Tempo herausnehmen und den Bedarf genau analysieren, andernfalls laufen wir Gefahr, am Bedarf vorbeizubauen. Dabei sind vernünftiges Augenmaß und eine gezielte Bedarfsorientierung auf längere Sicht gefragt.“ Auch Peter Keckeis stimmt diesem Gedanken zu: „Wenn die Konjunktur weiterhin so stark ansteigt, können wir die Aufträge mit heimischen Unternehmen nicht mehr stemmen, da uns qualifizierte Facharbeiter fehlen. Die Folge sind ausländische Unternehmen, die auf unseren Markt drängen und einen Verlust für die Wertschöpfung in Vorarlberg bringen.“

Fachkräfte gesucht: Beste Ausbildungschancen im Land

Um dem Problem Fachkräftemangel vorzubeugen und eigenen Nachwuchs auszubilden, hat die Baubranche eine Personaloffensive gestartet, die bereits erste Erfolge zeigt. Vor allem im Bereich der Lehrlinge sprechen die Zahlen für sich: „Wir bilden heuer 14 Prozent mehr Maurerlehrlinge aus als im Vorjahr, im ersten Lehrjahr erreichen wir sogar eine Steigerung von 44 Prozent. Das sind wirklich erfreuliche Zahlen, die uns motivieren und zuversichtlich in die Zukunft blicken lassen“, zeigt sich Innungsmeister Peter Keckeis zufrieden. In Vorarlberg finden Lehrlinge beste Ausbildungsbedingungen vor. Das österreichweit vorbildliche duale Ausbildungssystem in Vorarlberg bietet Karrieremöglichkeiten von der Lehre bis zum Baumeister oder einem Studium. Derzeit beschäftigt die Vorarlberger Bauwirtschaft rund 4.000 Mitarbeiter, davon knapp 200 Lehrlinge.

Appell an Politik: Steuern senken und flächenübergreifende Raumplanung

Auch das Steuerthema sieht Immobiliensprecher Günther Ammann kritisch: „Aufgrund der Steuerreform 2016 wurden Bauen und Wohnen in Vorarlberg noch teurer: Einerseits durch die neue Bemessungsgrundlage beim Erwerb von Immobilien im Familienverband, andererseits durch die Anhebung der Immobilienertragsteuer auf satte 30 Prozent des Veräußerungsgewinns.“ Diese Erhöhungen durch die Bundespolitik treffen genau jene Menschen, die dringend Wohnraum benötigen, erklärt Ammann und appelliert an die neue Bundesregierung: „Wir brauchen im Wohnbau eine maßvolle Steuerpolitik, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert!"

Auf Landesebene fordert Ammann eine flächenübergreifende Raumplanung mit überregionalen Konzepten, die nicht allein im Entscheidungsbereich der einzelnen Kommunen liegen: „Viele Gemeinden wünschen sich möglichst flache Bauten. Die Folge ist ein hoher Verbrauch an Boden, der immer knapper wird. Das kann nicht das langfristige Ziel sein! Baunutzungszahlen und Widmungen müssen endlich den gesellschaftlichen Entwicklungen gerecht werden!“ Ammann verweist auf Aussagen von Gemeindeverbandpräsident Harald Köhlmeier, der als möglichen Lösungsansatz gegen steigende Bodenpreise eine Erhöhung der Baunutzungszahlen vorgeschlagen hat und ein Umdenken in der Bevölkerung für notwendig hält.

Industrie und Gewerbebau auf konstant hohem Niveau

Auch im Jahr 2018 ist die Vorarlberger Wirtschaft von Wachstum und Investitionsbereitschaft geprägt. „Das Jahr 2017 war im Industrie- und Gewerbebau ein sehr erfolgreiches. Die Prognosen der Branche für 2018 sind zwar mit minus 0,91 Prozent leicht rückläufig – insgesamt befinden wir uns aber auf einem sehr hohen Niveau. Wir wissen, dass zahlreiche Industrieunternehmen für das kommende Jahr große Projekte planen“, erklärt Innungsmeister-Stellvertreter Alexander Stroppa. Vorarlberg Milch investiert in den kommenden eineinhalb Jahren in die Erweiterung des Käsefertigungskellers auf die doppelte Kapazität, ein vollautomatisches Hochregallager sowie in ein neues Käseabpackzentrum. In Dornbirn wird im kommenden Jahr das neue Werk von Blum eröffnet und weitere Großprojekte befinden sich aktuell in der Phase der Ausschreibung.

Der öffentliche Hochbau setzt seine Schwerpunkte in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Dafür stehen im Jahr 2018 rund 52,9 Mio. Euro zur Verfügung. 35 Mio. Euro werden in die Erneuerung der Landeskrankenhäuser Feldkirch (Erweiterung und Finalisierung des OP-Traktes) und 18,6 Mio. Euro in die Sanierung des Landeskrankenhauses Bregenz investiert. Weiters wird das Bäuerliche Schul- und Bildungszentrum erweitert und die Sozialpädagogische Schule Jagdberg wird generalsaniert. Auch die Fachhochschule Dornbirn soll aufgestockt und erweitert werden.

Straßenbau mit Potenzial nach oben

Wie im vergangenen Jahr hinkt auch für das kommende Jahr der Straßenbau (minus 0,91 Prozent) leicht hinter den anderen Branchen her. „Zahlreiche Straßenbauprojekte sind zwar in der Projektierung und Vorbereitung, tatsächlich zur Umsetzung kommen sie aber nur schleppend“, erklärt Stroppa. Für heuer hat das Land 22,6 Mio. Euro für den Straßenbau veranschlagt. So soll die A14-Anschlussstelle Bludenz-Bürs umgebaut werden und die Anschlussstelle Rheintal-Mitte der A14 wird ebenfalls erneuert. „Hier gibt es noch Potenzial nach oben“, so Alexander Stroppa. „Die Wirtschaft boomt und investiert, im Bereich Infrastruktur und Straßenbau wäre das Land gefragt, den Ausbau von Straße und Schiene rascher zur Umsetzung zu bringen."


Baukonjunktur Entwicklung in Vorarlberg 2017
(Blitzumfrage unter Vorarlberger Bauunternehmen, durchgeführt von der Vorarlberger Bauinnung im November 2016)

Einschätzung der Vorarlberger Baubranche:
Aktuelle Auftragssituation im Vergleich zum November 2016: +6,59% (Vorjahr: + 7,61 %)
Auftragssituation erstes Halbjahr 2018 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017:
Allgemein: +2,73 % (Vorjahr: +4,78 %)
Wohnbau: +7,73 % (Vorjahr: +4,57 %)
Industrie- und Gewerbebau: -0,91 % (Vorjahr: +3,91 %)
Öffentlicher Hochbau: -1,59 % (Vorjahr: -0,22 %)
Öffentlicher Tiefbau: -0,91% (Vorjahr: -5,0 %)
Sanierung: +6,36% (Vorjahr: +7,39 %)
 
Umsatz/Bauproduktionswert 2016: 638.605 (+1,9 % gegenüber Vorjahr)
Mitarbeiter: 4.000; Lehrlinge: ca. 200

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