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Ausbildungsoffensive der Kreativbranche

In der Kreativbranche gehen die Uhren anders: Es gibt weit mehr interessierte junge Menschen, die eine Ausbildung in dieser Branche antreten möchten, als Unternehmen, die diese anbieten. Eine Ausbildungsoffensive der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation informiert über Chancen und Möglichkeiten für Ausbilder und Auszubildende.

 Eine Ausbildungsoffensive der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation informiert mit Startschuss auf der i-Messe über Chancen und Möglichkeiten für Ausbilder und Auszubildende.
© Andrea Fritz-Pinggera Die Lehrlinge Sandra Geiler und Hannes Maier.

Gut ausgebildeter Nachwuchs ist ein Gewinn für jede Branche. In der Vorarlberger Kreativbranche fehlen Ausbildungsbetriebe, verbesserte Rahmenbedingungen sollen bei den Betrieben mehr Lust auf die Lehrlingsausbildung wecken. Ein engagiertes Kernteam um Martin Dechant (ikp, stellvertretender Obmann der Fachgruppe) hat sich in den vergangenen fünf Jahren intensiv für neue Ausbildungswege und eine Beschulung in Vorarlberg eingesetzt. Initiator Dechant: „Wir sind ein freies Gewerbe, d.h. jeder kann das Gewerbe anmelden. Derzeit sind 931 aktive Betriebe in der Vorarlberger Kreativbranche gemeldet. Lediglich eine Handvoll davon bildet Lehrlinge selbst aus. Fachkräfte werden händeringend gesucht. Es ist wichtig, dass noch weit mehr Betriebe selbst ausbilden und junge Menschen für den Markt qualifizieren und Fachkräfte nach modernsten Gesichtspunkten ausbilden.“ 

Berufsschule in Bregenz 

Die Ergebnisse des langjährigen Bemühens bei unterschiedlichen Behörden und Institutionen wurden heute im Rahmen einer Pressekonferenz einem größeren Kreis präsentiert. Ausbilder wie Christoph Lenz (cunabo) und Doris Fisar (mprove), der Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Gerhard Hofer und Initiator Martin Dechant stellten die Modernisierungen und Neuerungen für die Lehrlingsausbildung vor und machten auf die i, Vorarlbergs größte Ausbildungsmesse, vom 7. bis 9. November 2019 im Messequartier Dornbirn aufmerksam.

Eine große Erleichterung für bestehende und künftige Ausbildungsbetriebe ist die Beschulung in Vorarlberg. Die Kreativlehrlinge werden ab Herbst 2020/21 in Bregenz in der Landesberufsschule II ihre Schulzeit absolvieren, statt wie bisher für den Blockunterricht nach Salzburg fahren zu müssen. „Die Möglichkeit der Beschulung in Vorarlberg ist das Ergebnis eines langjährigen, intensiven Prozesses, der von der Fachgruppe initiiert und betrieben wurde. Wir sind sehr froh, unseren Betrieben damit nun auch verbesserte Rahmenbedingungen zur Lehrausbildung bieten zu können“, erklärte Dechant. 

Ausbildungsbetriebe gesucht

In der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation werden aktuell elf Lehrlinge ausgebildet. Die Voraussetzungen für die Ausbildung junger Menschen in der Kreativbranche wurden nun maßgeblich verbessert: Die Inhalte der Lehrberufe Medienfachmann/Medienfachfrau wurden komplett modernisiert und reagieren auf Markterfordernisse, den Agenturalltag und die Digitalisierung. Die bisherigen drei Einzellehrberufe wurden mit heurigem Schuljahr in ein Modell mit vier Kompetenzschwerpunkten umgewandelt.  

Der diversifizierte Ausbildungsplan für den Lehrberuf Medienfachmann/-frau:

- Schwerpunkt Webdevelopment und audiovisuelle Medien (Audio, Video und Animation): Entwickeln von Websites
- Schwerpunkt Grafik, Print, Publishing und audiovisuelle Medien (Audio, Video und Animation): Entwickeln von Layout und Design für Medienprodukte
-  Schwerpunkt Online-Marketing: Konzeption von Projekten im Online-Marketing
-  Schwerpunkt Agenturdienstleistungen: Mitarbeiten bei der Entwicklung von Kommunikationsdienstleistungen für Werbung, PR, Sponsoring usw. 

Beschreibung neue Lehrberufe "Medienfachmann/-frau"

Schwerpunkt Webdevelopment und audiovisuelle Medien

Medienfachleute mit Schwerpunkt Webdevelopment und audiovisuelle Medien entwickeln und gestalten Websites und organisieren die Produktion von Audio-, Videobeiträgen und Animationen für die Webpräsenz ihrer Kund/-innen.

Sie erstellen Konzepte, Projektpläne und Kalkulationen, stimmen diese mit ihren Kund/-innen ab und gestalten die Websites mit verschiedensten Software-Tools und Programmiersprachen für die Web-Entwicklung. Dabei arbeiten sie eigenständig, zusammen mit Berufskolleg/-innen bzw. mit Spezialist/-innen für Web-Design und -Entwicklung.

Werden beim Webdevelopment auch Audio- und Videobeiträge und Animationen eingesetzt, übernehmen Medienfachleute mit Schwerpunkt Webdevelopment und audiovisuelle Medien das Konzept und die Organisation der Umsetzung gemeinsam mit Spezialist/-innen für 2D- und 3D-Animationssequenzen bzw. Video- und Audioproduktion. 

Schwerpunkt Grafik, Print, Publishing und audiovisuelle Medien

Medienfachleute im Schwerpunkt Grafik, Print, Publishing und audiovisuelle Medien entwickeln Layout und Design von Print- und Online-Produkten und organisieren die Produktion von Audio-, Videobeiträgen und Animationen.

Sie erstellen Entwürfe, Skizzen, Gestaltungs-, Farb- und Bildkonzepte, wählen Bilder, Grafiken und Schriften aus und gestalten die gewünschten Print- oder Online-Produkte in Absprache mit ihren Kund/-innen in unterschiedlichen Formaten und Layouts. Sie verwenden spezielle Software für Grafik und Bildbearbeitung und arbeiten zusammen mit Berufskolleg/-innen aber auch Illustrator/-innen, Fotograf/-innen oder Web-Spezialist/-innen.

Für die Produktion von Audio-, Video- oder Animationsbeiträgen erstellen sie dramaturgische und visuelle Konzepte und organisieren die Produktion durch Spezialist/-innen für 2D- und 3D-Animationssequenzen bzw. Video und Audio. 

Schwerpunkt Online-Marketing

Medienfachleute mit Schwerpunkt Online-Marketing kümmern sich um die Onlinepräsenz sowie das Online-Marketing und Online-Werbekampagnen von Unternehmen, Institutionen oder Veranstaltungen.

In Absprache mit ihren Kund/-innen definieren sie Zielgruppen, Inhalte und Strategien für Websites, Newsletter, Corporate Blogs und Social-Media-Plattformen. Sie stellen Inhalte zusammen, betreuen die Website-Inhalte, erstellen und verschicken Newsletter, planen und entwickeln die Social-Media-Auftritte und schalten Online-Werbung. Sie überprüfen laufend den Erfolg der Maßnahmen mittels Monitoring- und Analysetools und erstellen Reports und Auswertungen.

Medienfachleute mit Schwerpunkt Online-Marketing müssen sich laufend über neue Trends bezüglich Social-Media-Plattformen, Influencer-Netzwerken, Website-Usability und anderer Tools informieren, um am neuesten Stand zu bleiben und arbeiten eng zusammen mit ihren Kund/-innen sowie Berufskolleg/-innen aus den Bereichen Marketing, Kommunikation, Web-Publishing und Grafik. 

Schwerpunkt Agenturdienstleistungen

Medienfachleute im Schwerpunkt Agenturdienstleistungen entwickeln Konzepte und Strategien für Werbung, Marketing und Public Relations (PR) von Unternehmen, Institutionen, Produkten oder Veranstaltungen.

Sie führen Marktforschungen durch und bestimmen Zielgruppen, arbeiten an der Planung und dem Konzept von Kampagnen und Kommunikationsformaten mit und stimmen diese mit den Kund/-innen ab. Für die Kommunikationsstrategien verfassen sie Texte (z. B. Presseaussendungen), bereiten Bild- und Videomaterial auf, schalten Anzeigen oder vereinbaren Medienkooperationen.

Medienfachleute mit Schwerpunkt Agenturdienstleistungen haben ein großes Netzwerk und Wissen über ihre Kommunikationspartner/-innen (Vertriebspartner/-innen, Journalist/-innen, Kund/-innen) und arbeiten zusammen mit Spezialist/-innen für Print-, Web- und Online-Produkte und Kommunikation. 

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