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Auf den Zahn gefühlt

WKÖ-Wirtschaftsbarometer zeigt: Von schneller Rückkehr zur Normalität kann keine Rede sein - auch nicht in Vorarlberg

Bisherige Lage zwar noch positiv eingeschätzt, Geschäftsaussichten gehen aber deutlicher zurück als in Finanzkrise 2009. Und: gemischte Gefühle in Sachen Umsatz, Preisrückgang und Investitionserwartungen.
© iStock Bisherige Lage zwar noch positiv eingeschätzt, Geschäftsaussichten gehen aber deutlicher zurück als in Finanzkrise 2009. Und: gemischte Gefühle in Sachen Umsatz, Preisrückgang und Investitionserwartungen.

Die Erwartungen der befragten Unternehmen gehen deutlich zurück, insbesondere bei Gesamtumsatz, Auftragslage und Investitionen. Die Unsicherheit ist stark ausgeprägt und die Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Rund 360 Unternehmen aus Vorarlberg wurden befragt, unser Bundesland ist im nationalen Vergleich teilweise unterschiedlich stark betroffen.

Von den österreichweit 7.000 (Vorarlberg rund 360) befragten Unternehmen sind zwei Drittel von einem Nachfragerückgang betroffen. In Vorarlberg ist dieser Wert mit 52 Prozent  wesentlich geringer, wenngleich die Betroffenheit branchenbedingt sehr unterschiedlich ist. Nach Unternehmensgrößenklassen sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen noch stärker vom Rückgang betroffen. Knapp 60 Prozent der in Vorarlberg befragten Unternehmen beanspruchen Kurzarbeit, und gut 40 Prozent gibt an, geplante Investitionen aufzuschieben. Während Vorarlbergs Wirtschaft bei diesen beiden Indikatoren im nationalen Vergleich weniger stark betroffen ist, geben die Betriebe an, von Reiseeinschränkungen (73 Prozent) und durch Absage von Messen und Veranstaltungen (58 Prozent) besonders stark beeinträchtigt zu sein. Ebenfalls über dem Bundesschnitt sind in Vorarlberg die Herausforderungen durch Liquiditätsengpässe.

Bisherige Lage noch positiv eingeschätzt

Die Bewertungen der bisherigen Lage der vergangenen zwölf Monate sind in Vorarlberg noch im positiven Bereich, wenngleich die bundesweite Lage im Winter noch dreimal so gut bewertet wurde. In Vorarlberg zeigt sich auch hier ein etwas positiveres Bild als im bundesweiten Schnitt. Schon Ende letzten Jahres war eine gewisse Eintrübung der Stimmung festzustellen, die Erwartungen zum Wirtschaftsklima nahmen bereits in den vergangenen anderthalb Jahren einen abnehmenden Trend ein. Aufgrund der hohen Unsicherheit infolge von Covid-19 und der allgemeinen Abkühlung der internationalen Konjunktur brechen die Erwartungen zum Wirtschaftsklima deutlich ein.

Geschäftsaussichten gehen deutlicher zurück als in Finanzkrise 2009

Die Erwartungen waren bereits zum Jahresende eingetrübt. Aktuell beschleunigt sich dieser Abwärtstrend jedoch massiv: Die Aussichten gehen im Vergleich zur bisherigen Lage, die bei den meisten Indikatoren noch im positiven Bereich liegt, drastisch zurück. In Summe (Österreichweit) liegen die Geschäftsaussichten stärker im negativen Bereich als im Jahr 2009 im Zuge der Finanzkrise. Die erwarteten Geschäftsaussichten fallen in Vorarlberg auf einen Saldo von minus 49 Prozent. Als Folge der globalen Krise sind auch die Exporterwartungen der Betriebe gedämpft. Während in Vorarlberg bisher eine nach wie vor positive Einschätzung zur Lage im Export in Vorarlberg vorlag, wird nun mit einer deutlichen Abkühlung des außenwirtschaftlichen Umfeldes gerechnet. Diese ist aufgrund der starken Exportorientierung des Produktionsstandorts im bundesweiten Vergleich besonders stark. Jedoch gehen die befragten Betriebe auch bei den Inlandsumsätzen, die bereits bisher mit abnehmenden Erwartungen konfrontiert waren, von einem starken Einbruch aus. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Beschäftigung, die trotz Kurzarbeit im deutlich negativen Bereich liegt. Rund 45 Prozent der Betriebe erwarten eine Abnahme der Beschäftigten, 31 Prozent wollen die Anzahl der Beschäftigten hingegen konstant halten. Auch beim Investitionsvolumen ist ein deutlich negativer Trend zu erwarten.

Umsatzeinbrüche von 20 - 40 Prozent erwartet

Von den befragten Vorarlberger Unternehmen geben
18 Prozent an, steigende oder gleichbleibende Umsätze zu erwarten. Bei jenen Unternehmen, die Umsatzeinbrüche erwarten, zeigt sich in den Antworten am häufigsten ein erwarteter Einbruch zwischen 20 und 40 Prozent (ca. 60 Prozent der Befragten in Vorarlberg).

Unternehmen erwarten Preisrückgang

Auch in Hinblick auf die Preisentwicklung verdeutlicht sich die hohe Unsicherheit. 43 Prozent der befragten Unternehmen erwarten in den nächsten Monaten gleichbleibende Preise, ein gutes Viertel geht von sinkenden Preisen aus. Die Kapazitätsauslastung der Betriebe geht ebenfalls zurück, 61 Prozent der Befragten geht von einer sinkenden Auslastung in den kommenden Monaten aus. Hier zeigt sich bundesweit ein sehr ähnliches Bild wie in Vorarlberg.

Rekordeinbruch bei Investitionserwartungen

Fehlende Nachfrage, schwierige Finanzierungsbedingungen und Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Krise führen zu weniger Investitionen. Daher geben die Hälfte der Vorarlberger Unternehmen an, dass sie das Investitionsvolumen in den kommenden Monaten zurückfahren wollen. Rund zehn Prozent planen, das Investitionsvolumen aufzustocken. Neun Prozent können derzeit nicht einschätzen, welche Auswirkungen die Krise auf ihre Investitionen haben. Immerhin 31 Prozent wollen das Investitionsvolumen zumindest auf gleichem Niveau halten. Im bundesweiten Vergleich herrscht in Vorarlberg damit ein etwas besseres Investitionsklima vor.

Die neue Normalität als Herausforderung

Fahrplan für das Comeback der Wirtschaft: Erforderlich ist ein Wachstums- und Modernisierungsprogramm, das die Standortbedingungen für Unternehmen verbessert, die Wettbewerbsbedingungen stärkt und auf unternehmerische Kreativität und Freiheit setzt. Dazu müssen Vorgaben überarbeitet oder temporär außer Kraft gesetzt werden. Doch kurzfristige Maßnahmen reichen nicht aus. Es braucht zusätzlich mittel- und längerfristige sowie teilweise unkonventionelle Maßnahmen, damit die Wirtschaft rasch in Schwung kommt und zukunftsfit gemacht wird. Die wichtigsten Handlungsfelder aus Sicht der Wirtschaft sind: Abbau von Bürokratie und finanziellen Belastungen, Investitionsanreize, Ankurbelung des Konsums sowie Unterstützung für den Arbeitsmarkt. Es gilt, das Vertrauen von Unternehmen und Konsument/-innen zu stärken.

Ausgewählte Ergebnisse des Barometers

Knapp 60 Prozent der in Vorarlberg befragten Unternehmen beanspruchen Kurzarbeit.

Rund 40 Prozent geben an, geplante Investitionen aufzuschieben.

45 Prozent der Betriebe erwarten eine Abnahme der Beschäftigten, 31 Prozent wollen die Anzahl der Beschäftigten hingegen konstant halten.

18 Prozent geben an, steigende oder gleichbleibende Umsätze zu erwarten.

60 Prozent rechnen mit Umsatzeinbrüchen zwischen 20 und 40 Prozent.

27 Prozent erwarten, die Umsatzeinbußen wieder aufzuholen.

43 Prozent der befragten Unternehmen erwarten in den nächsten Monaten gleichbleibende Preise, ein Viertel geht von sinkenden Preisen aus.

61 Prozent  rechnen mit einer sinkenden Auslastung in den kommenden Monaten.

Rund zehn Prozent planen, das Investitionsvolumen aufzustocken.

Neun Prozent können derzeit nicht einschätzen, welche Auswirkungen die Krise auf ihre Investitionen haben.

31 Prozent wollen das Investitionsvolumen zumindest auf gleichem Niveau halten.

Barometer in Zahlen
© WKV/SimonGross
von

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