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Asyl und Lehre: Wirtschaft sagt „Ja“

Der Vorschlag von Österreichs AMS-Vorstand Kopf, den Lehrstellenmarkt für junge Flüchtlinge zu öffnen, findet in der Vorarlberger Wirtschaft Zuspruch.

Der Vorschlag von Österreichs AMS-Vorstand Kopf, den Lehrstellenmarkt für junge Flüchtlinge zu öffnen, findet in der Vorarlberger Wirtschaft Zuspruch. Es gelte aber, sprachliche Defizite rechtzeitig zu beseitigen.
© Dietmar Mathis Einstiegshilfen - zum Beispiel Sprachkurse - sind notwendig, um Asylwerber fit für eine Lehre zu machen.

„In Vorarlberg ist derzeit das Angebot an offenen Lehrstellen größer als die Zahl der Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen. Vor diesem Hintergrund würde es Sinn machen, jungen Asylwerbern den Lehrstellenmarkt großzügiger zu öffnen“, sagt Dr. Christoph Jenny, Direktorstellvertreter in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Dies mache auch deshalb Sinn, weil die Integration am Arbeitsmarkt für Asylwerber schwieriger werde, je länger sie auf die Erledigung ihres Asylverfahrens warten müssen.

Allerdings würden oft die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Besuch  der Berufsschule fehlen. Dabei geht es laut Jenny neben sprachlichen Defiziten sehr oft auch um Grundlagenkenntnisse - etwa in der Mathematik. „Junge Asylwerber, die für eine Lehre geeignet sind – und dies schließt einen realistischen Erfolg in der Berufsschule mit ein – sollen grünes Licht dafür bekommen. Dort, wo die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Berufsschulbesuch fehlen, sollte der Fokus zunächst aber auf die Beseitigung der Defizite gelegt werden“, betont der Direktorstellvertreter.

Deutschkenntnisse als Grundvoraussetzung für den Beginn einer Lehre fordert auch Thomas Peter, Spartengeschäftsführer Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. „Es macht keinen Sinn, Leute in eine Lehre zu zwängen, wenn ihnen die sprachlichen Voraussetzungen zum erfolgreichen Absolvieren der Lehrabschlussprüfung fehlen“, gibt Peter zu bedenken. Nur wenn Sprachkenntnisse und Wille vorhanden seien, würden Asylwerber und die heimischen Unternehmen von einer Öffnung des Lehrstellenmarkts profitieren. „Wir wären aber natürlich froh, geeignete Asylwerber für eine Lehre zu bekommen.“

Auch die heimischen Touris-tiker wissen, dass man interessierten jungen Flüchtlingen Einstiegshilfen mit auf den Weg geben muss. „Wir möchten diese jungen Menschen abholen. Damit dies gelingt, wurde zwischen Land, AMS, Berufsschule und Wirtschaftskammer bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet“, sagt Elmar Herburger, Spartenobmann Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Die Arbeitsgruppe möchte ein Modell kreieren, dass eine Lehre für Asylwerber tatsächlich funktioniert. „Einstiegshilfen sind notwendig“, weiß Herburger. So ist daran gedacht, den Bewerbern vor Lehrbeginn in einer Art Training zu zeigen, wie die Gesellschaft hier funktioniert, was sie diesbezüglich zu beachten haben. Darüber hinaus seien Einstiegskurse zum Erlernen der deutschen Sprache und eine Begleitung während der Schulzeit erforderlich. „Wir überlegen, die Lehrzeit um ein Jahr zu verlängern. Im Anschluss an die praktische Prüfung nach drei Jahren soll noch ein Jahr Theorie folgen, in dem das Erlernen von Deutsch im Vordergrund steht“, informiert der Spartenobmann.

Für die Vorarlberger Industrie hingegen ist das Thema nicht wirklich von Bedeutung.  „Anfang 2016 haben wir eine Arbeitsgruppe eingerichtet mit dem Ziel, zusätzliche Lehrstellen für bereits anerkannte Asylwerber zu schaffen“, sagt Mag. Mario Kempf von der Sparte Industrie. Die Krux: Sprachliche Defizite und fehlendes technisches Grundwissen erwiesen sich als große Hindernisse bei der Besetzung der Stellen.

„Flüchtlingen sind die langfristigen Perspektiven, die das Modell „Karriere mit Lehre“ bietet, oftmals nicht bewusst“, bedauert Kempf. Viele streben daher eine schulische bzw. universitäre Ausbildung an.  

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