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Arbeitszeitregelung an Tourismus-Bedürfnisse anpassen

Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV): Tourismusbetriebe drängen auf rasches Verhandlungsergebnis mit Gewerkschaft – Kontrollen unterstreichen Dringlichkeit einer Fachkräfte-Offensive.

Die Arbeitszeitregeln müssen dringend an die Bedürfnisse in der Tourismuswirtschaft angepasst werden, denn im Vergleich zu anderen Branchen hat der Tourismus saisonal bedingte Besonderheiten.
© istock Die Arbeitszeitregeln müssen dringend an die Bedürfnisse in der Tourismuswirtschaft angepasst werden, denn im Vergleich zu anderen Branchen hat der Tourismus saisonal bedingte Besonderheiten.

Im Rahmen einer Kontrolle des Arbeitsinspektorates in Vorarlberger Hotel- und Gastronomiebetrieben hinsichtlich der Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes wurden in einigen Betrieben Verstöße festgestellt. Beim überwiegenden Teil handelt es sich um geringfügige Beanstandungen und die Kontrollergebnisse zeigen auf, dass die Arbeitszeitregeln dringend an die Bedürfnisse in der Tourismuswirtschaft angepasst werden müssen, denn im Vergleich zu anderen Branchen hat der Tourismus saisonal bedingte Besonderheiten: „Die Arbeit fällt dann an, wenn der Gast im Sommer und im Winter bei uns im Urlaub ist. Dabei gibt es zeitlich bedingte Auslastungsspitzen wie zu Weihnachten und rund um die Neujahrstage. Aber es ist illusorisch zu glauben, dass ein Betrieb für einen so kurzen Zeitraum um bis zu 20 Prozent mehr Mitarbeitende gewinnen kann“, erklärt Andrew Nussbaumer, stellvertretender Obmann der Sparte Tourismus.

Stunden-Überschreitung ist nicht akzeptabel 

Daher müssen längst fällige Anpassungen im Kollektivvertrag wie beispielsweise die Bestimmungen zu den verschiedenen Durchrechnungszeiträumen für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Tourismus endlich an die tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden. In den geforderten Anpassungen geht es jedoch nicht um die Ausweitung der maximalen Wochenarbeitszeit. „Die festgestellten massiven Überschreitungen weniger Betriebe sind natürlich nicht akzeptabel!“, hält Nussbaumer dazu fest.

Appell an Gewerkschaft

Das seit 2018 in Kraft getretene Arbeitszeitgesetz lässt diesbezüglich sozialpartnerschaftlichen Spielraum offen. Seit Monaten verhandeln die Tourismus-Vertreter daher mit der Gewerkschaft vida – bisher aber ohne Erfolg. Harald Furtner, Geschäftsführer der Sparte Tourismus: „Wir richten daher den dringenden Appell seitens des Vorarlberger Tourismus in Richtung vida: Wir brauchen zeitnah eine Lösung.“ 

Fachkräfte-Offensive im In- und Ausland 

Die Kontrollergebnisse des Arbeitsmarktinspektorates führen die prekäre Fachkräftesituation im Vorarlberger Tourismus nochmals deutlich vor Augen. Die Verantwortlichen in der Sparte Tourismus haben vor wenigen Tagen nach monatelangen Vorarbeiten im Rahmen der Tourismusstrategie ein Fünf-Säulen-Programm für den Aufbau einer Mitarbeitermarke und ein europaweites Scoutsystem für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vorgestellt. „Damit eine erfolgreiche Fachkräfte-Offensive im In- und Ausland gelingt, müssen die Kräfte aller Akteure im Land gebündelt werden“, betonen Nussbaumer und Furtner abschließend.

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