th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

„Wer regional einkauft, leistet einen wichtigen Beitrag für lebendige Städte und Orte“

Carina Pollhammer, die Obfrau der Sparte Handel in der WKV, kennt die Herausforderungen der Vorarlberger Händlerinnen und Händler. Im Lockdown appelliert sie besonders an die Solidarität der Konsumentinnen und Konsumenten.

„Wer gerne einkauft, möchte mit allen Sinnen einkaufen!“, sagt Carina Pollhammer, Obfrau der Sparte Handel in der WKV.
© Spar „Wer gerne einkauft, möchte mit allen Sinnen einkaufen!“, sagt Carina Pollhammer, Obfrau der Sparte Handel in der WKV.
Bis voraussichtlich 6. Dezember haben viele Handelsbetriebe aufgrund des Lockdowns geschlossen. Was bedeutet das für die einzelnen Geschäfte?
Die betroffenen Vorarlberger Händlerinnen und Händler stehen vor einer schwierigen Situation: Es können keine Umsätze gemacht werden, die Fixkosten laufen aber weiter und speziell saisonale Ware verliert stark an Wert. Die Konsequenz ist, dass das Eigenkapital vieler Händlerinnen und Händler Tag für Tag dahinschmilzt.


Die Konsumentinnen und Konsumenten können aber auch in dieser herausfordernden Situation ein Zeichen der Solidarität setzen ...


Wir hoffen in dieser Situation natürlich auf die Solidarität der Bevölkerung und deren Treue zum Vorarlberger Handel. Die Geschäfte sind zwar geschlossen, viele Händlerinnen und Händler sind aber auf elektronischem Weg oder ganz einfach per Telefon zu erreichen. Wer jetzt schon dringend etwas benötigt, zum Beispiel ein Nikologeschenk für die Liebsten, kann dies nach wie vor im heimischen Handel besorgen. Einfach den gewünschten Betrieb kontaktieren – online oder per Telefon. Wer ein bisschen mehr Zeit hat, wartet bis unsere Geschäfte im Dezember wieder aufsperren.


Warum lohnt sich für die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger gerade jetzt der bewusste Einkauf in unseren zahlreichen regionalen Fachgeschäften?


Der Einkauf in den regionalen Geschäften lohnt sich auch deswegen, weil damit die Vielfalt unseres Landes, das Service, die Dienstleistungsqualität, die Freundlichkeit, die die Fachgeschäfte bieten, erhalten bleibt. Letztlich nützt das Einkaufen in Vorarlberg auch jenen, die nicht direkt im Handel beschäftigt sind. Denn Handelsumsätze sind Wertschöpfung vor Ort. Damit werden Steuern und Sozialabgaben bezahlt, zum Nutzen der gesamten Bevölkerung.


Das „Einkaufen in Vorarlberg“ bringt also auch wichtige weitere Faktoren mit sich ...


Im Vorarlberger Handel (Einzel- und Großhandel) sind 21.000  Menschen beschäftigt, es gibt 6.730 Betriebe und 900 Lehrlinge werden ausgebildet. Diese Menschen müssen auch nach der Corona-Pandemie einen sicheren Arbeitsplatz haben. Das kann nur gewährleistet werden, wenn die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger  vor Ort einkaufen und die Kaufkraft im Ländle bleibt. Der Einkauf in Vorarlberg ist auch ein wichtiger Beitrag für lebendige Innenstädte und Ortszentren.


Viele Vorarlberger Geschäfte bieten auch Online-Shops oder kontaktlose Zustellung an. Das bringt nicht nur in Zeiten des Lockdowns Vorteile für die Kundinnen und Kunden ...


Wenn die Geschäfte geschlossen haben, gibt es nur diesen Weg. Wer aber auch in „normalen“ Zeiten lieber online bestellt, kann dies in zahlreichen Vorarlberger Geschäften tun. Unter wko.at/regionaleinkaufen sind zum Beispiel zahlreiche Geschäfte gelistet mit einem Angebot, wie sie für Kundinnen und Kunden während des Lockdowns erreichbar sind.


Nun steht auch der Advent und damit das Weihnachtsgeschäft vor der Tür. Was raten Sie den Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern?


Die Adventszeit ist die Zeit der hoffnungsvollen Erwartung. In diesem Sinne möchten wir die Bevölkerung animieren, zuzuwarten, bis die Geschäfte am 7. Dezember wieder öffnen. Es bleibt dann noch genug Zeit, um die Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Wer nicht warten kann, kann dies bei vielen Geschäften eben auch online oder telefonisch machen. Die Handelsbetriebe stehen mit Beratung und teils auch mit Lieferservice nach wie vor für die Kunden zur Verfügung.


Trotzdem erleben die heimischen Handelsbetriebe gerade harte Zeiten. Welche Rolle wird das Weihnachtsgeschäft spielen?


Das Weihnachtsgeschäft ist für die meisten Branchen ein wichtiger Umsatzbringer und ohne diesen Umsatz sind viele Handelsbetriebe in ihrer Existenz bedroht. Daher ist es wichtig, dass nach dem Lockdown so viele Umsätze nachgeholt werden, wie möglich!


Wie kann die Wirtschaftskammer den einzelnen Händlern weiterhelfen in dieser Krise?


Die Wirtschaftskammer Vorarlberg hilft auf unterschiedliche Art und Weise: Zum einen ist sie auf Bundesebene aktiv in die Verhandlungen bezüglich der
COVID-19-Maßnahmen und Förderinstrumente eingebunden. Und zum anderen ist sie die erste Anlaufstelle in allen Fragen der COVID-Schutzmaßnahmen und Fördermaßnahmen.
Schließlich schaffen wir mit Kampagnen wie „Einkaufen am liebsten in Vorarlberg“ und #vorarlberggeschenke Bewusstsein in der Bevölkerung: Denn es ist wichtiger denn je, im heimischen Handel einzukaufen und zu vermeiden, dass Kaufkraft ins Ausland abfließt und damit heimische Wertschöpfung und Arbeitsplätze gefährdet werden!


Wenn man in der Krise auch eine Chance sehen möchte, könnte es das Credo „zurück zur Regionalität“ sein?


Ja, jeder hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und auch schon im ersten Lockdown bewusst regionale Produkte gekauft. Speziell bei den Lebensmitteln hat man gemerkt, dass viele wieder vermehrt zu Hause kochen und frische Produkte aus dem Ländle bevorzugen. Ich hoffe, dass davon viele neue Gewohnheiten bei der Bevölkerung hängen bleiben und nicht alle wieder ins „alte Fahrwasser“ zurückfallen.


Stichwort Digitalisierung: Auch abgesehen von der Corona-Pandemie befindet sich der heimische Handel inmitten eines großen Veränderungsprozesses. Wo sehen Sie den stationären Handel in einigen Jahren?


Die Veränderungen lassen sich sicher nicht aufhalten. Dennoch bin ich überzeugt davon, dass es den stationären Handel auch in zehn Jahren noch geben wird. Wer gerne einkauft, möchte mit allen Sinnen einkaufen! Der möchte ein Produkt sehen, eventuell riechen, die Qualität spüren, sich von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern persönlich beraten lassen, mit anderen Konsumentinnen und Konsumenten kommunizieren - eben alles erleben, was zu einem positiven Einkauf beiträgt.


Sie haben das Thema Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits angesprochen. Wie attraktiv ist der Handel für jungen Menschen?


Eine Ausbildung im Vorarlberger Handel bietet attraktive berufliche Perspektiven in einem sicheren Arbeitsumfeld. Ich bin überzeugt, dass speziell die Digitalisierung für Jugendliche spannende neue Berufsbilder eröffnet, das zeigt sich am Beispiel der zwei neuen Schwerpunktberufe „E-Commerce-Kaufmann/-frau“ und „Digitaler Verkauf“: Das sind zeitgemäße und wichtige neue Lehrberufe für den Vorarlberger Handel, mit denen die Betriebe Mitarbeitende bekommen, die den Vertriebskanal Internet perfekt beherrschen und neue Impulse in Online-Marketing und -Verkauf einbringen.

Vielen Dank für das Gespräch! 

Interview: Sabine Barbisch


Zur Person: Carina Pollhammer

Carina Pollhammer stammt aus dem Bezirk Murtal in der Obersteiermark. Sie hat in Wien an der WU Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaft und Recht studiert und schon während des Studiums berufliche Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeiten gesammelt. Im Jahr 2009 ist Carina Pollhammer über das Internationale Traineeprogramm bei SPAR eingestiegen. Ab 2013 war sie maßgeblich für Auslandsaktivitäten im Einsatz. Von 2014 bis 2017 betreute sie Expansionsprojekte in den ASPIAG-Ländern, allen voran hat sie aktiv am Kauf der Billa-Märkte in Kroatien mitgewirkt. Seit 2015 wollte sie bewusst zusätzlich zu ihrer Hauptfunktion Vertriebserfahrung sammeln und war bei der SPAR-Zentrale Wörgl als verantwortliche Filialgebietsleiterin für zwei SPAR-Supermarktfilialen verantwortlich. Mit Jahresbeginn 2020 hat Mag. Carina Pollhammer die Geschäftsführung der SPAR-Zentrale Dornbirn übernommen und engagiert sich daneben als Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kind mit Roboter

„Vom heißen Olympia-Fieber ist nicht viel übrig“

Wirtschaftsdelegierter Ingomar Lochschmidt über die Olympischen Spiele in Japan sowie den Stellenwert Japans für die österreichische Exportwirtschaft. mehr

Kühmayer auf einer Bühne

„Zeitenwenden sind vor allem auch ein Anfang“

Wirtschaftsvordenker und Trendforscher Franz Kühmayer sagt mit Blick auf die Pandemie, man dürfe das Geschehene nicht abhaken, sondern müsse es vielmehr als Sprungbrett verstehen. Ein Gespräch mit dem studierten Physiker über den „Dis.kurs Zukunft“, über Innovation – und „das Wissen um die eigene Verletzlichkeit“. mehr

Stefan Hagen

Chancenreiche Bildung? Modellregion Vorarlberg!

Vizepräsident Stefan Hagen über die Schlüsselfunktion der Bildung für einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort Vorarlberg. mehr