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49. Vorarlberger Bautage: Bauwirtschaft blickt dem Jahr 2020 positiv entgegen

Vorarlbergs Bauunternehmer können zuversichtlich ins neue Jahr starten. Die Auftragslage im Dezember 2019 lag um 9,35 Prozent höher als im Jahr zuvor und für das erste Halbjahr 2020 wird ein weiterer Anstieg von über 10 Prozent erwartet.

49. Vorarlberger Bautage: Bauwirtschaft blickt dem Jahr 2020 positiv entgegen
© WIFI Hohenems/Norbert Blum Die Rohstoffversorgung und der Mangel an verfügbaren Deponien im Land erfordern dringend innovative Problemlösungen.

Mit diesen erfreulichen Aussichten konnten kürzlich Teilnehmer aus ganz Österreich zu den 49. Vorarlberger Bautagen begrüßt werden. Während Innungsmeister Keckeis im Rahmen der Eröffnung vor allem den Wohnbau als Träger der erfolgreichen Konjunktur hervorhob, warnte er gleichzeitig vor den ersten Anzeichen einer Konjunkturschwäche und sieht Handlungsbedarf im Bereich Ressourcen und Deponien. Der Druck auf die Unternehmen erhöht sich stetig, da die Erfüllung der Aufträge wegen mangelnder Ressourcen immer schwieriger wird. Hierzu zählt auch der wachsende Bedarf an Fachpersonal, betonte Keckeis. 

Mangel an Rohstoffversorgung und Deponieplatz in Vorarlberg

Die Rohstoffversorgung und der Mangel an verfügbaren Deponien im Land erfordern dringend innovative Problemlösungen. Bereits seit einigen Jahren stoßen die vorhandenen Deponien an ihre Grenzen. Aktuell werden viele Kubikmeter Bauaushub und Bauschutt ins benachbarte Ausland überführt, da in Vorarlberg zu wenig Platz zur Verfügung steht. Ebenso werden Abbaugebiete für Rohstoffe immer seltener – immer öfter muss das benötigte Baumaterial aus dem Ausland importiert werden. Diese beiden Entwicklungen tragen erheblich zu den steigenden Baukosten bei, verursachen vermeidbaren Schwerverkehr und belasten die Umwelt. „Wir ersuchen die Politik um Unterstützung. Entsprechende Abbau- und Deponiebewilligungen sind ein Gebot der Stunde. Nur so können Bauprojekte in einer entsprechenden Zeit zu vernünftigen Kosten realisiert werden, andererseits würde dadurch auch ein Teil des täglichen Schwerverkehrs durch Vorarlberg oder ins benachbarte Ausland vermieden werden“, appelliert Peter Keckeis an die Politik. 

Industrie- und Gewerbebau spüren Rückgang der Konjunktur

Die ersten Anzeichen der Konjunkturschwäche in der deutschen Automobilbranche werden auch in Österreich spürbar. Jedoch wird die leichte Abflachung von der guten Auftragslage im öffentlichen Hoch- und Tiefbau aufgefangen. Hier rechnet der stellvertretende Innungsmeister Alexander Stroppa mit einer Trendwende im Jahr 2020. Einige Großprojekte in Vorarlberg stehen vor Baubeginn oder werden noch in diesem Jahr ausgeschrieben, wie etwa das Dorfzentrum in Lech, der neue Autobahnknoten Rheintal Mitte oder die Vorarbeiten für den Stadttunnel Feldkirch. 

Erfolge im Kampf gegen Fachkräftemangel

Mit großem Engagement setzt sich die Vorarlberger Bauwirtschaft für die Lehrlinge ein. Informationskampagnen und auch die Digitalisierung der Baulehre mit Gratis-Tablets ab dem zweiten Lehrjahr kommen bei den jungen Menschen offensichtlich gut an. Die Zahl der Lehrlinge am Bau ist in den letzten Jahren auf 200 gestiegen, vor allem gibt es kaum mehr Lehrabbrecher, was Innungsmeister Keckeis als besonders gutes Zeichen wertet.

Dieser Trend setzt sich auch im neuen Jahr fort. So wird im ersten Halbjahr in Vorarlberg mit 12 Prozent neuen Lehrlingen am Bau gerechnet. „Die Entwicklung der Auszubildenden in der Baubranche ist sehr erfreulich und lässt uns zuversichtlich in die Zukunft blicken. Durch das Projekt „Baulehre 2020“ hoffen wir auch weiterhin das Angebot an Nachwuchsfachkräften zu sichern“, so Innungsmeister Peter Keckeis.

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