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36.000 Teile. Alles geschweißt: Das ist Unternehmertum auf Vorarlberger Art

Für den Neubau eines Bodensee-Fährschiffs hat das Harder Stahlbauunternehmen Chrysanth Thaler den kompletten Deck-Aufbau beigesteuert. „Herausfordernd, aber äußerst interessant“, sagt Geschäftsführer Christian Thaler.

Der komplette Aufbau auf dem Schiffsrumpf, der aus 36.000 Einzelteilen und 26 Baugruppen besteht, wurde von Chrysanth Thaler Stahlbau in Hard und Fußach realisiert.
© WKV Der komplette Aufbau auf dem Schiffsrumpf, der aus 36.000 Einzelteilen und 26 Baugruppen besteht, wurde von Chrysanth Thaler Stahlbau in Hard und Fußach realisiert.

Vor etwa 50 Jahren hat Chrysanth Thaler, Großvater der heutigen Geschäftsführer Christian und Thomas Thaler, das letzte Kiesschiff gebaut. Zu dieser Zeit waren vor allem Kiesschiffe, aber auch Bagger, Förderantriebe und Förderbänder sehr gefragt, und zwar nicht nur am Bodensee, sondern bei Kieswerken im ganzen Land und über die Grenzen hinaus. In den vergangenen 50 Jahren hat sich das renommierte Familienunternehmen aus Hard vor allem im Bereich Stahlhallen, Gebäude- und Anlagenbau, aber auch mit klassischer Schlosserarbeit einen Namen gemacht. Auch größere Aufträge waren immer wieder dabei, etwa für ein Projekt der Brauerei Gösser.
Im Frühjahr 2019 bahnte sich dann erneut ein Auftrag an, der sich nicht nur in puncto Auftragsvolumen – wir sprechen über einen siebenstelligen Betrag –  äußerst interessant anhörte: Die Stadtwerke Konstanz hatten bei der Pellasietas-Werft in Hamburg den Neubau eines Fährschiffs für die Verbindung Konstanz-Meersburg in Auftrag gegeben, das eine auszumusternde Fähre ersetzen wird. Thaler sollte dazu das komplette 52 Meter lange, elf Meter hohe und schlussendlich 160 Tonnen schwere Aufbaudeck beisteuern. „Ursprünglich hätte man in der Werft in Hamburg einzelne Teilabschnitte gefertigt, von dort her transportiert und dann zusammengeschweißt. Aus wirtschaftlichen Gründen fiel dann aber die Entscheidung, regional zu produzieren“, sagt Geschäftsführer Christian Thaler.

Im Frühjahr 2019 kam man auf ihn und seinen Bruder  Thomas zu,  gemeinsam führen sie das Unternehmen in dritter Generation. „Die Werft hat einen Partner aus der Region gesucht, der sich das Ganze auch zutraut. Direkt im Erstgespräch haben wir dann gesagt: ‚Ja, kein Problem. Wir machen das!‘ Es war uns aber auch klar, dass das kein Projekt wird, das zum Standard gehört“, erinnert sich Thomas Thaler. Die definitive Auftragsvergabe kam dann im September 2019, der Projektstart war bereits im Oktober 2019: „Stahlbauprojekte werden oft sehr kurzfristig umgesetzt. Ein bis zwei Monate sind – zumindest für uns – völlig im Rahmen“, sagt Christian Thaler. Für den raschen Produktionsbeginn im Dezember einigte man sich darauf, dass das Layout von der Werft kommen und die Detail- und Fertigungsplanung von Chrysanth Thaler übernommen werden sollte.  „Wir wollten mit solchen Plänen und Abläufen arbeiten, die wir auch kennen“, erzählt Projektleiter Oliver Thaler – der Sohn von Thomas Thaler. Sie erinnern sich: Wir sprechen von einem Familienunternehmen.

Von Hard nach Fußach

In Kürze wird das Schiff in Fußach zu Wasser gelassen. Die Konstruktion, auf der es nach erfolgter Endmontage gerade den letzten Schliff erhält, stammt übrigens ebenfalls von Thaler und wurde  für die Sonnenkönigin konzipiert. Ein halbes Jahr ist seit Produktionsbeginn vergangen, knapp 160 Tonnen Schiffsbaustahl – immerhin müssen EU-Schiffsbaunormen erfüllt werden – und über 10.000 Arbeitsstunden bei Tag und Nacht sind in den Deckaufbau geflossen. „In der Nacht oft deswegen, weil die riesigen Teile in der Halle bewegt und dabei keine Mitarbeiter gefährdet werden sollten. Denn parallel haben wir in Hard das Alltagsgeschäft im klassischen Stahlbau weitergeführt. Mit dem Platz wurde es hier und da ziemlich eng, weshalb wir kurzerhand sogar das Hallentor erweitern mussten.

Das größte der 26 Segmente misst 13x10 Meter. Das Hallentor musste mit dem Schneidbrenner „erweitert“ werden, damit manche Einzelteile auf den Schwertransporter gehievt werden konnten.
© Chrysanth Thaler Stahlbau Das größte der 26 Segmente misst 13x10 Meter. Das Hallentor musste mit dem Schneidbrenner „erweitert“ werden, damit manche Einzelteile auf den Schwertransporter gehievt werden konnten.

„Wenn man vor dem nun abgedeckten Schiff steht, sieht man erst, welche Massen hier bewegt wurden und  was alles nötig war, um diesen Koloss aufzustellen. Und manche mögen sich sicherlich die Frage stellen, wie das alles überhaupt über Wasser bleibt. Ich kann beruhigen, es funktioniert!“, sagt Christian Thaler und führt aus: „Für uns war es eine Herausforderung, aber insgesamt ein sehr schönes und spannendes Projekt, bei dem wir viel gelernt haben und an das wir uns sicher oft erinnern werden. Und wer weiß, vielleicht braucht es ja wieder einmal eine neue Fähre. Wir sind jedenfalls bereit!“

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