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#ZukunftEU - Wohin steuert Europa?

Die Auftaktveranstaltung zur Europa Initiative „Wir sind Europa“, die von WKV, Land und IV getragen wird, bereicherte Rainer Münz mit einem Vortrag zum Thema „ZukunftEU – Wohin steuert Europa“ im vorarlberg museum.

Die Auftaktveranstaltung zur Europa Initiative „Wir sind Europa“, die von Wirtschaftskammer, Land und Industriellenvereinigung getragen wird, bereicherte Rainer Münz mit einem Vortrag zum Thema „ZukunftEU – Wohin steuert Europa“ im vorarlber
© Alexandra Serra WKV-Vizepräsident Michael Grahammer, WKV-Präsident Hans Peter Metzler, Referent Rainer Münz, IV-Präsident Martin Ohneberg und Landeshauptmann Markus Wallner.
„In welchem Europa wollen wir zukünftig leben?“ - eine gemeinsame Antwort auf diese Frage zu finden, das definieren die Initiatoren von „Wir sind Europa“ – Wirtschaftskammer, Land und Industriellenvereinigung – als eine der wesentlichsten Herausforderungen der europäischen Partner. Bei der Auftaktveranstaltung stellten die drei Partner vor rund 120 Interessierten aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft klar: Die Europäische Union ist – bei aller berechtigter Kritik – ein historisch beispielloses Erfolgsprojekt.
 
„Wir sind Europa“ will offen, ehrlich und transparent informieren

„Die Skepsis gegenüber der EU rührt auch aus fehlender und oft missverständlicher Information innerhalb der Bevölkerung, deshalb ist dringend mehr Transparenz notwendig“, erklärte Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg bei der gestrigen Auftaktveranstaltung der Europa Initiative. „Wir haben den Anstoß gegeben und mit unseren starken Partnern eine neue Initiative ins Leben gerufen. Unser Ziel ist, die europäische Idee zu stärken, Verständnis für die Europäische Integration und die Eurozone zu schaffen, offen, ehrlich und transparent Aufklärungsarbeit zu leisten und Aufmerksamkeit für das Thema ‚Wir sind Europa’ zu erzeugen.“
 
Landeshauptmann Wallner: „Stärker am Subsidiaritätsprinzip orientieren“

„Ein handlungsfähiges Europa, das funktioniert und die Zukunftsherausforderungen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger positiv bewältigt“. Das würden sich die Menschen auf dem Kontinent wünschen, sagte Landeshauptmann Markus Wallner. Dafür müsste sich die Politik auf europäischer Ebene viel stärker als bisher am Subsidiaritätsprinzip orientieren, d.h. mehr Eigenverantwortung für die Länder und Regionen einerseits, bei den großen Aufgaben wie Wirtschaft, Forschung, Sicherheit oder im vereinten Kampf gegen illegale Migration jedoch ein effizienteres Europa. Zudem müsse deutlich klarer kommuniziert werden, was uns Europa bringt und bis heute gebracht hat, erklärte Wallner: „Mehr Wohlstand, einen starken wirtschaftlichen Aufschwung, Arbeitsplätze und ein höheres Wachstum sowie eine Internationalisierung unserer Wirtschaft“.
 
Herzensthema Europa

„Es gibt keine Argumente, warum wir nicht von der EU profitiert haben“, betonte Martin Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung, bei der gestrigen Auftaktveranstaltung von „Wir sind Europa“. Er sieht in der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte eine einzigartige Gelegenheit für Österreich bei den notwendigen Weichenstellungen der EU mitzuarbeiten, denn für ihn wird das Potenzial der EU in der jetzigen Konstellation nicht ausgeschöpft. Ohneberg ruft zu einer neuen Rolle Österreichs und Vorarlbergs im europäischen Kontext auf: „Auch wenn es viele Menschen, Politiker, Parteien und Organisationen nicht gerne hören, weil es nicht so populär klingt oder einfach ist: Die Europäische Union der Zukunft braucht einen differenzierten Ansatz.“
 
Münz: „Fünf Szenarien zur Zukunft der Europäischen Union“


Prof. Rainer Münz, einer der renommiertesten Bevölkerungswissenschaftler Europas und seit 2015 Mitglied im EU-internen Think Tank von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, gewährte den rund 120 Gästen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft einen tiefen Einblick in das Innenleben der Europäischen Union und vor allem deren Weiterentwicklung: „Der bevorstehende Brexit, aber auch das Erstarken EU-kritischer Parteien in etlichen der 27 verbleibenden Mitgliedsstaaten der Union macht die Frage aktuell: In welchem Europa wollen wir zukünftig leben?“

Dazu stellte er die im Weißbuch der EU-Kommission zur Zukunft Europas definierten fünf möglichen Szenarien vor:  
 
1. „Weiter wie bisher“: Die EU konzentriert sich auf die Umsetzung ihrer positiven Reformagenda.
2. „Schwerpunkt Binnenmarkt“: Die EU wird schrittweise wieder auf den Binnenmarkt ausgerichtet.
3. „Wer mehr will, tut mehr“: Die EU ermöglicht es Mitgliedstaaten, die dies wünschen, in bestimmten Bereichen mehr gemeinsam zu machen.
4. „Weniger, aber effizienter“: Die EU27 konzentriert sich darauf, in ausgewählten Politikbereichen rascher mehr Ergebnisse zu erzielen, unternimmt in anderen Bereichen aber weniger.
5. „Viel mehr gemeinsames Handeln“: Die Mitgliedstaaten beschließen, auf allen Politikfeldern viel mehr gemeinsam zu machen.
 
Abschließend appellierte Münz ganz im Sinne der Ziele der Initiative „Wir sind Europa“ für eine offene Diskussion über Europa und die Zukunft der EU: „Die Zukunft Europas kann nicht von oben verordnet werden – wir brauchen den Dialog mit den Bürgern! Tragen sie diese Idee weiter und bringen sie sich ein!“
 

Factbox: Europa Initiative – „Wir sind Europa“


Die gemeinsame Initiative der Wirtschaftskammer Vorarlberg, des Landes Vorarlberg und der Industriellenvereinigung Vorarlberg will Aufklärungsarbeit rund um die Europäische Union in der Bevölkerung und Unternehmerschaft leisten und für eine positivere Grundeinstellung sorgen. Dabei geht es darum, Vorteile der Mitgliedschaft zu unterstreichen, diverse Missverständnisse aufzuklären und darzustellen, welche Folgen ein Auseinanderdriften oder gar Auseinanderbrechen der EU, v.a. der EURO-Zone, für die Wirtschaft, die Bevölkerung und die Gesellschaft hätte.

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