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„Wer ein Problem gut beschreiben kann, kennt auch die Lösung“

Martin Wolf gründete 1994 das Familienunternehmen WolfVision – mit dem klaren Ziel, Weltmarktführer zu werden. Als das Unternehmen sich gefestigt hat, zieht sich Wolf zurück: „Es braucht mich nicht mehr.“

Martin Wolf gründete 1994 das Familienunternehmen WolfVision – mit dem klaren Ziel, Weltmarktführer zu werden. Als das Unternehmen sich gefestigt hat, zieht sich Wolf zurück: „Es braucht mich nicht mehr.“
© Broell_Fotografie Martin Wolf ist erfolgreicher Empowerment-Coach für Unternehmer und Führungskräfte.

Führende Technikriesen nutzten bereits die innovativen Entwicklungen von WolfVision – weil sie selbst nichts Besseres in petto hatten…

(lacht) Und wir also die Besten sind! Aber ernsthaft: Es gab da einmal diese wunderbare und für uns sehr eindrückliche Situation mit dem Riesen Samsung. Die stellen zwar selbst sogenannte Visualizer her, verwendeten aber im Konzern unsere Produkte für Präsentationen. Dieses Erlebnis hat uns einmal mehr darin bestätigt, dass wir im AV-Markt – im audiovisuellen Technikbereich – eine Nische mit Innovation und Qualität besetzen konnten.

Abgesehen von Innovationen: Welche Rolle spielt die besondere Unternehmenskultur bei WolfVision in puncto Erfolg?

Die Unternehmenskultur bei WolfVision ist ganz zentral, denn unternehmerischer Erfolg ist ja auch immer eine Gemeinschaftsleistung. Dabei bedarf es für mich vor allem einer individuellen und gleichzeitig stimmigen Kultur. Bei mir waren es Punkte wie Qualität, Innovation und Selbstverantwortung, die ich auch in der kleinsten Zelle der Firma einforderte. Kein Wunder also, dass uns genau diese Punkte erfolgreich machten.

Sie sprachen kürzlich beim Frühstücksevent der Initiative Startupland in Dornbirn davon, dass Unternehmer Kopf und Herz verbinden sollten…

Weil wir das unbedingt wieder mehr brauchen. Dabei entsteht eine Kraft, der man nicht widerstehen kann. Dann sind unsere Handlungen mit innerer Freude und Begeisterung gefüllt und führen zu positiven Ergebnissen. Mit der Zeit öffnet sich auch der Zugang zur Intuition und damit zu innovativem Unternehmertum. Ein globaler Wettbewerbsvorteil auf menschlicher Grundlage, der ohne großen Aufwand eine Vorarlberger Kernkompetenz werden kann. 

Was raten Sie Gründer/-innen?

Erstens: Es ist wichtig, auf seine Intuition zu vertrauen und das auszusprechen, was gerade aus dem Herzen raus will. Natürlich macht es Sinn, vor dem Sprechen zu überlegen, ob der Zeitpunkt passt. Wichtig ist aber, dem Pfad der Intuition zu folgen. Dann kommt das Glück immer auf einen zu, vor allem die richtigen Leute.

Zweitens: Beim Produkt darf man keine Kompromisse machen. Das muss zu 100 Prozent auf den Unternehmer passen und davon zu Teilen auf die Kunden. Wer versucht, den Kunden alles recht zu machen, wird scheitern.

Drittens: Ein Problem ist von Natur aus positiv. Es zeigt immer, dass es stimmiger und sinnvoller geht. Wer ein Problem gut beschreiben kann, kennt auch die Lösung. Zu finden ist sie durch Öffnung, nicht Fokus. Oftmals müssen Dinge auch weggelassen oder an anderer Stelle agiert werden. Kurzum: Hör‘ auf deine Intuition und bleib‘ dir treu!

Sie kombinieren in Ihren Coachings für Unternehmer und Führungskräfte aktuelle wissenschaftliche, energetische und spirituelle Ansätze – warum?

Weil ein Mensch mehr als nur eine Maschine ist, die man mit ein paar Messwerten steuern kann. Mir geht es um die innere Begeisterung, das Herz der Menschen und alles, was daraus entstehen kann. Das erfordert andere Denk- und Handlungsweisen als gewohnt. Für mich ist die Welt ein Ort der unbegrenzten Möglichkeiten und ich kann helfen, Neues auf diese Welt zu bringen – das ist doch genial!

Dieser Einklang ermöglicht, wie Sie sagen, einen veränderten Blick auf die eigene Firma, die Mitarbeiter und sich selbst. Während Ihr Unternehmen mit einer neuen Vision auf Kurs war, entschieden Sie sich für einen Kurswechsel. Was ist passiert?

Ich fing an, mich immer mehr für systemisch energetische Prinzipien, Neurowissenschaften und spirituelle Lehren zu interessieren. Daraus entstand eine neue Vision für die Firma, aber die Lust zur Umsetzung war weg. Anders bei meinem Bruder. Dieser wollte unbedingt diesen Prozess anführen. Problem und Lösung lagen also auf dem Tisch und in mir sagte alles: „Ja, du gehst!“ Heute würde ich sagen, ich bin meinem eigenen Kurs treu geblieben, statt ihn zu ändern.

Sie sprachen beim Event viel über persönliche Erfahrungen und Entwicklungen. Welche Rolle spielen diese und was sagen Sie zu Begriffen wie „Burn-out“, „Bore-out“ oder „Scheitern“?

Aus Erfahrungen kann man lernen oder sich blockieren. Ich bin vorsichtig, wenn jemand zu mir sagt: „Das ist meine jahrelange Erfahrung.“ Meist frage ich dann, was man daraus gelernt hat und ernte nur große Blicke. Auch bei Burn-out und Bore-out ist das ähnlich. Ich durfte sehr viel daraus lernen und führe meine heutige Visions- und Veränderungskraft auf diese Erfahrungen zurück. Gescheitert bin ich schon oft. Manchmal lernte ich und manchmal erkannte ich, auf dem falschen Weg zu sein. Mein Ziel habe ich deswegen aber nie aufgegeben.

Auf Ihrer Website ist zu lesen: „Mehr als jede Ausbildung und Erfahrung zählt die Frage, was du aus all dem gelernt hast.“ – Was haben Sie aus all dem gelernt? Und was geben Sie anderen mit auf ihren Weg?

Alles ist gut so wie es ist – und jetzt machen wir es noch besser.

Vielen Dank für das Gespräch.

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