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„Statt wieder und wieder zu analysieren, müssen wir ins Tun kommen“

Die Wirtschaftskammer Vorarlberg startet einen neuen Strategieprozess Dis.Kurs Zukunft.

Die Wirtschaftskammer Vorarlberg startet am 13. und 14. September mit einer Kick-off-Veranstaltung an der FH Vorarlberg den Strategieprozess Dis.Kurs Zukunft.
© Mathis/WKV Dis.Kurs Zukunft - der neue Strategieprozess der Wirtschaftskammer Vorarlberg

Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler spricht im „Die Wirtschaft“-Interview über die Intention zum neuen Strategieprozess, den umfassenden Beteiligungsprozess und über den Anspruch, mutig die Zukunft zu gestalten.

Herr Präsident, Sie wollen mit dem Strategieprozess neue Wege gehen. Mit welcher Intention?

Ich habe vor gut zwei Jahren das Amt des Präsidenten angetreten, um etwas zu verändern, etwas weiterzubringen für den Wirtschaftsstandort und für den Lebensstandort Vorarlberg. Mir ist wichtig, beides zu sehen, da Wirtschaft nicht teilbar ist. Mein Anspruch ist es, Bewährtes zu wahren und Neues weiterzuentwickeln und auch zuzulassen.

Was in Vorarlberg ja nicht immer ganz so einfach ist.

Richtig, denn in einem gewachsenen System können Einzelne oft wenig bewirken. Wenn sich aber eine kritische Masse bildet, die mit der Zeit das gleiche Bild entwickelt und gleiche Ziele verfolgt, ist ein festgefahrenes System auch positiv veränderbar. Mit dem jetzt startenden Prozess ist nun der Zeitpunkt gekommen, auch Personen miteinzubeziehen, die einen Außenblick mitbringen. Über 100 Unternehmer und Stakeholder sind jetzt zum Start mit dabei. Ich persönlich bin hier Gastgeber, das ist mir wichtig, nämlich Gastgeber für Entwicklungen, für gute Gespräche, für die richtige Vernetzung von Menschen zu sein, um Zukunftsthemen zu besprechen. Es geht mir darum, klar zu machen, dass wir im Land kein Erkenntnisproblem, sondern eine Umsetzungsherausforderung haben.

Darum braucht es gerade jetzt einen Dis.Kurs Zukunft?

Es geht darum, eine kritische Masse anzusprechen, die wir eingeladen haben, mitzuwirken. Wir wissen ja, was die Zukunftsthemen sind, wir müssen diese jetzt strukturiert angehen, Projekte identifizieren und dann mit unseren Partnern gemeinsam massiv in die Umsetzung gehen. Wir starten den Prozess Dis.Kurs Zukunft, was auch da und dort einen Kurswechsel sowie da und dort Beschleunigung bedeutet. Die Entwicklungen um uns herum sind mehr als beschleunigt.

Sie haben in diesem Zusammenhang den medienbekannten deutschen Top-Unternehmer Frank Thelen zitiert.

Ja, denn Thelen meint etwa, die nächsten zehn Jahre werden die anspruchsvollste Phase der Menschheit, besonders der westlichen Industriegesellschaften. Das gibt mir zu denken, und ich frage mich, was das jetzt für unseren Standort Vorarlberg heißt. Und damit ist auch die Frage nach der Intention und dem Warum für diesen Prozess schnell erklärt. 

Wie sieht der Prozess nun aus?

Wir starten kommende Woche den Strategieprozess mit einer Kick-off-Veranstaltung und werden so viele interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer, Funktionäre und Mitarbeiter wie möglich mit einbinden. Erstmalig schaffen wir auch eine Partizipationsmöglichkeit über Social Media und denken uns weitere Instrumente aus, wie wir diese Personen auf den verschiedenen Ebenen abholen. Mir geht es nun um einen guten Start, um eine Verdichtung. Ende Jänner nächsten Jahres werden wir eine Roadmap mit strategischen Projekten in den sieben Themenbereichen vorstellen. Diese Roadmap soll ein gemeinsames Bild unserer klar identifizierten Schwerpunkte darstellen.

Das heißt auch, dass ein Beteiligungsprozess innerhalb der Vorarlberger Wirtschaft angestoßen werden soll.

Wir sind alle darauf angewiesen, dass sich viele Unternehmerinnen und Unternehmer beteiligen, die dem Unternehmertum auf Vorarlberger Art entsprechen, das heißt, die nicht nur auf sich selber schauen, sondern auch für das größere Ganze eine Verantwortung spüren. Diese möchte ich einladen, auf diesem mutigen Weg, auf diese spannende Reise mitzugehen.

Nach welchen Ansätzen soll dies geschehen?

Begleiten soll uns dabei der Build-Measure-Learn-Ansatz aus dem Silicon Valley. Wir machen jetzt, dann lernen wir und machen dann weiter. In der heutigen Zeit geht es nicht mehr, alles zu Ende zu denken. Aber wir müssen einmal starten und auf den Weg gehen und uns diesen Entwicklungen stellen. Wir als Wirtschaftskammer möchten da einen massiven Beitrag leisten, erstens in unserer internen Aufstellung, aber zweitens auch als Ermöglicher für gewisse Entwicklungen, wie etwa im Bereich Digitalisierung oder Bildung, Themen, an denen wir ja schon intensiv arbeiten. Dafür können wir auch Ressourcen zur Verfügung stellen.

Daraus kristallisieren sich dann gegebenenfalls Forderungen heraus und auch kritische Töne?

Mir geht es dabei weniger um Forderungen, sondern vielmehr um eine ganz konkrete Identifizierung von umsetzbaren Projekten mit klaren Zuständigkeiten, mit Ressourcen. „Ins Tun kommen“, lautet die Devise! Wir reden sehr viel in diesem Land, analysieren sehr viel und erkennen ja durchaus auch Handlungsfelder, aber nachher stoppt es meistens. Dann werden manchmal Projekte gestartet, die aber an der Oberfläche dahindümpeln und damit nichts verändern. Mit fehlt da hin und wieder der Mut zur Neuorientierung.

Wie ist das aktuelle Stimmungsbild der Beteiligten?

Wir waren sehr überrascht über das positive Feedback zur Mitarbeit. Ein gewisses Vertrauen in uns als Gastgeber ist nun da, das möchte ich nicht enttäuschen, sondern vielmehr zeigen, dass wir Vermittler und Wegbereiter für neue Ansätze sein können. Ein solch breit getragener Prozess legt damit auch unseren Arbeitsplan in der Interessenvertretung und im Service fest, dann wissen wir noch konkreter, wo wir unsere Ressourcen, Stärken, unsere Möglichkeiten kanalisieren müssen.

Kann ein solcher Prozess jemals abgeschlossen sein?

Das ist ein ganz wichtiger und entscheidender Punkt. Man wird immer wieder evaluieren, messen, lernen und wieder neue Wege gehen müssen. Dafür hole ich mir jetzt Verstärkung. Ein paar Wenige stemmen das nicht, aber wenn es genügend gibt, die bereit sind, im Rahmen ihrer zeitlichen Möglichkeiten mitzuarbeiten, sich miteinzubringen, mit den gut motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus unserem Haus, mit Funktionärinnen und Funktionären, dann sollten wir nicht unterschätzen, was wir alles auf die Füße stellen können. Entscheidend ist für mich, positive Kräfte zu bündeln. Wir brauchen für die Zukunftsthemen Unterstützung von außen.

Und doch ist die aktuelle Entwicklung erfreulich.

Unbestritten, doch die zentrale Frage muss lauten: Ist das in ein paar Jahren auch noch so? Bildung, Digitalisierung, Grund und Boden, Wirtschaft versus bzw. und Gesellschaft, das sind zentrale Herausforderungen. Betrachten wir die Situation um uns herum, aber auch global, bedarf es eines Miteinanders, das verstehe ich unter Vorarlberger Art. Wir sind klein, überschaubar, die Player kennen sich großteils, deshalb könnten wir doch schneller sein als die anderen. Vernetzung hilft uns dabei, deshalb auch die Idee der Standortpartnerschaften. Wir behandeln zudem Themen wie Regionalität, Bildung, Digitalisierung, Kammerorganisation intern und den Wirtschaftsstandort gesamt. Damit decken wir sehr viel ab. Diese Themen haben wir auch bewusst vorgebeben, damit wir in die Konkretisierung kommen und nicht in einer Analyse stecken bleiben. Mit Sicherheit kommen noch weitere spannende Themenfelder auf. Für neue gute Ideen und Projekte sind wir sehr offen.

Ein ambitionierter Prozess liegt also vor Ihnen...

Ja, und mein Ziel ist es, mit allen zusammen jetzt zu liefern und unseren Beitrag klar zu definieren, was wir als Wirtschaftskammer für das Ganze, für die Unternehmen und damit für das Land leisten können. 

Interview: Von Herbert Motter

von

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