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„Social Media menschlich machen“

Herwig Dämon referierte auf Einladung der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation zum Thema „Macht Social Media menschlich!“ Im Interview rät er, Social Media-Kanäle mit Charme und Humor zu betreiben.

Herwig Dämon referierte auf Einladung der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation zum Thema „Macht Social Media menschlich!“ Im Interview rät er, Social Media-Kanäle mit Charme und Humor zu betreiben.
© Universität Liechtenstein Herwig Dämon sagt: „Hinter jedem Social Media-Kanal stecken Menschen und keine Produkte.“

Welche Tipps haben Sie für die Anwendung von Social Media?

Wichtig zu klären ist, welche Social Media-Kanäle zur (Unternehmens-)Kultur passen, die vermittelt werden soll. Denn nicht jeder Kanal ist für jede Kultur geeignet und mit Inhalten bespielbar. Außerdem sind Marke und Markenwerte wichtig für die Kommunikation. Man sollte sich die Frage stellen, wofür das Unternehmen steht. Schließlich plädiere ich für „H2H“, also Human2Human anstatt B2B oder B2C: Hinter jedem Social Media-Kanal stecken Menschen und keine Produkte!

Von welchen Best-Practice-Beispielen können wir lernen?

Vor allem von jenen Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen, die drei Dinge verstehen und beherrschen: Persönlichkeit zeigen, die passende Kanalwahl treffen und Social-Media-Verständnis auf Leitungsebene.

Was meinen Sie damit konkret?

rstens: Social Media sind digitaler Plauderton, das muss eben sehr persönlich daherkommen, z.B. einen Blick hinter die Kulissen erlauben. Zweitens: Wer etwas zu zeigen hat, wird das vor allem auf Instagram oder YouTube tun. Wer als Journalist, Medienhaus oder Politiker auf Neuigkeiten angewiesen ist beziehungsweise diese teilt, kommentiert und diskutiert, macht das besser auf Twitter. Wer sich an junge Menschen richtet, setzt auf Instagram Stories oder lernt Snapchat. Und drittens: Social Media benötigen zumindest den Rückhalt, idealerweise ein Grundverständnis und im besten Fall sogar das eigene Engagement der Führung einer Organisation. Nur dann lässt sich die Marke glaubhaft transportieren und die Kommunikationsstrategie umsetzen.

Welche Rolle spielen „Marketing Automation“ und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Social Media?

Die Automatisierung von Kommunikationsprozessen bewährt sich dort, wo etwa in hoher Geschwindigkeit und hoher Anzahl Anfragen beantwortet werden müssen, beziehungsweise wenn Quantität in Social Media eine Erfolgsgröße ist. Das sehen wir am Beispiel der Twitter-Bots. Für eine Universität ist unter Umständen die Beantwortung von wiederkehrenden, relativ ähnlichen Facebook-Anfragen zu Aufnahmebedingungen und Stipendien mit Bots eine Möglichkeit, um Ressourcen zu sparen. Die frei werdende Zeit lässt sich dann nutzen, um mit menschlichem Geist, Charme und Humor die Qualität der Social Media-Kanäle voranzutreiben.

Vielen Dank für das Gespräch!

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