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„In der Vorarlberger Bildungspolitik regiert das Prinzip Hoffnung“

Schlechtes Abschneiden bei den bundesweiten Bildungsstandards: WK-Bildungssprecher Christoph Jenny fordert einen transparenteren Umgang mit den Ergebnissen.

Individuelle Evaluierungen in den Schulen und weniger Geheimniskrämerei nach Bildungstests fordert WKV-Bildungssprecher Christoph Jenny
© Wirtschaftskammer Vorarlberg Prinzip Hoffnung in der Vorarlberger Bildungspolitik

Im Rahmen der Bildungsstandards wurden österreichweit 73.000 Schüler/-innen der achten Schulstufe in den Kompetenzbereichen Lesen, Schreiben, Sprachbewusstsein und Zuhören überprüft. In Vorarlberg – über 3.700 Schüler/-innen absolvierten die Tests – erreichten nur 27 Prozent die gewünschten Standards. Vorarlberg ist mit Wien damit Schlusslicht.

Über vier Jahre ist wenig passiert

Seit 2012 werden in Österreich Schülerinnen und Schüler der vierten sowie der achten Schulstufe im Rahmen der Bildungsstandards in den Gegenständen Deutsch, Mathematik und Englisch getestet. Auch wenn die Sinnhaftigkeit solcher Vergleichstests immer wieder in Frage gestellt wird, sind sie ein nicht zu unterschätzender Indikator für den Leistungsstand der Schüler/-innen. Christoph Jenny: „Die schlechten Ergebnisse der Bildungsstandards decken sich leider mit den Erfahrungen vieler Ausbildungsbetriebe, denn genau diese grundlegenden Kompetenzen, die abgetestet werden, fehlen bei nicht wenigen Jugendlichen.

„Die Ergebnisse der Bildungsstandards seit 2012 zeigen, dass wir es in Vorarlberg offensichtlich nicht schaffen, das Thema Bildung in eine positive Richtung zu lenken“, stellt WKV-Bildungssprecher Christoph Jenny kritisch fest und sagt weiter: „Seit Jahren hinken die Bildungserfolge unserer Kinder und Jugendlichen in internationalen und nationalen Vergleichstests hinterher. Nach einer Schrecksekunde werden die Ergebnisse zwischenzeitlich mit ein paar Erklärungsversuchen zur Kenntnis genommen, bevor dann auch schon wieder zur Tagesordnung übergegangen wird. Was bei den Bildungsstandards nicht gelungen ist, erhoffen sich Politik wie auch die Schulaufsicht nun bei der bevorstehenden Zentralmatura, nämlich bessere Resultate. Die spürbare Nervosität ist darauf zurückzuführen, dass wir auch am Ende des Gymnasiums kaum zählbare Erfolge vorweisen können.“ Im vergangenen Jahr schafften es über 33 Prozent aller angetretenen Schüler/-innen an den 14 Gymnasien nicht, eine positive Klausur bei der Zentralmatura zu schreiben.

Maßnahmen kommen offensichtlich nicht an

Etwas erstaunt zeigt sich Jenny über die Aussagen der Bildungsverantwortlichen, dass ihnen die Stellschrauben bekannt seien und man sich beim nächsten Mal bessere Ergebnisse erwarte. „Daran wird ersichtlich, dass in der Vorarlberger Bildungspolitik weiter das Prinzip der Hoffnung regiert. Die Stellschrauben zu kennen ist das Eine, an ihnen richtig zu drehen das Andere“.

"Die Vorarlberger Ergebnisse der Bildungsstandards und der Zentralmatura zeigen deutlich die Problematik in der Breite."
Christoph Jenny

Die Politik investiere, so der WKV-Bildungssprecher, zweifellos viel in die Rahmenbedingungen – es wurde das VS-Paket geschnürt, die neue Mittelschule umgesetzt – und trotzdem lassen die Erfolge bzw. positiven Ergebnisse  zu wünschen übrig. Das kann nur bedeuten, dass die Maßnahmen nicht in den einzelnen Schulen ankommen. „Aus unserer Sicht muss daher an den Schulen und damit auch bei den Lehrpersonen angesetzt werden. Die Schulen im Land brauchen offensichtlich mehr Unterstützung, und zwar in ihrer individuellen Schulentwicklung“, erklärt Jenny.  

Transparenz statt Geheimniskrämerei

Schulentwicklungsprozesse machen aber auch nur dann Sinn, wenn sie in den einzelnen Schulen evaluiert werden. Das gehe jedoch nicht ohne mehr Transparenz. Jenny kritisiert, dass die Wirkung von Maßnahmen zu wenig aufgearbeitet werde. So wisse man etwa nichts über Erfolge durch das Volksschulpaket von 2013. Die aktuellen Tests lassen darauf jedenfalls keine Rückschlüsse zu, im Gegenteil. Viel mehr müsse man in die Schulen genau hineinschauen, um feststellen zu können, warum die einen besser oder schlechter sind als andere. Eine Evaluierung auf transparente Art und Weise müsse möglich sein. 

Neben einer aktiveren Begleitung der Schulen in ihrer Entwicklung wäre ein erster Schritt dazu ein anderer Umgang mit den Ergebnissen solcher Vergleichstests: „Die bisher immer praktizierte Geheimniskrämerei bringt uns nicht wirklich weiter. Gerade Schulen, die eine gute Arbeit machen und mit ihren Schülerinnen und Schülern auch entsprechende Bildungserfolge erzielen, haben sich mehr Transparenz und eine Würdigung ihres Engagements verdient. Das erzeugt Wettbewerb und erhöht den Druck auf andere, es ihnen gleichzutun“, betont WKV-Bildungssprecher Jenny abschließend. Jenny kann sich auch vorstellen, nationale wie internationale Schul-experten, die beweisen haben, wie es gehen kann,  als professionelle Entwicklungsbegleiter in Vorarlbergs Schulen einzusetzen. 

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