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„Die beste Förderung ist der Umsatz.“

Dass die Seilbahnen bereits in der Vergangenheit stark auf den Ausbau des Ganzjahrestourismus gesetzt hat, erleichtert nun viele Schritte in Richtung Normalität. Dennoch brauche es rasch klare Auflagen und Zeithorizonte, sagt Hannes Jochum, Obmann der Fachgruppe der Seilbahnen Vorarlberg, im Interview mit „Die Wirtschaft“.

Die Erlebni- sangebote am Berg werden auch zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen.
© iStock Die Erlebni- sangebote am Berg werden auch zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen.

„Lockdown!“ hieß es am 15. März auch für die Vorarlberger Seilbahnen...

Die Betriebe haben durchwegs schnell und konsequent gehandelt: Es ist uns in enger Abstimmung mit der Landesregierung und den Behörden gelungen, innerhalb von nur drei Tagen das vorzeitige Saisonende zu organisieren – und das, ohne Panik zu verbreiten. Das war wichtig und hat sehr gut funktioniert. Durch das vorzeitige Saisonende – sieben Wochen früher als geplant – verzeichnen wir Umsatzeinbußen von zehn bis 20 Prozent. In absoluten Zahlen: 20 bis 30 Millionen Euro weniger Umsatz für die Vorarlberger Seilbahnbranche.

Wie haben die Betriebe auf die Situation reagiert?

Wir haben die insgesamt 1.200 ganzjährig beschäftigten Mitarbeitenden in Kurzarbeit geschickt. Kleine Teams sind aktuell mit den Vorbereitungen für den Sommer und den entsprechenden Revisionsarbeiten beschäftigt – natürlich unter Einhaltung aller geforderten Sicherheitsmaßnahmen.

Was sind die Erwartungen an die kommende Saison?

Aktuell gehen wir davon aus, mit 29. Mai in die Sommersaison starten zu können. Allerding werden die Seilbahnen in einem ersten Schritt ausschließlich den Vorarlberger Gästen zugänglich sein. Eine Öffnung der Grenzen für die Tagesgäste und Urlauber aus den Nachbarstaaten erhoffen wir uns dann für Juli. Wie sich die kommende Wintersaison gestalten wird, ist nach wie vor schwer vorhersehbar. Wir hoffen selbstverständlich, dass sich die Lage bis dahin wieder normalisiert oder Medikamente zur Verfügung stehen, die eine weitere Ausbreitungswelle des Virus verhindern. Schließlich ist der Winter für rund 80 Prozent der Bergbahnen nach wie vor das Kerngeschäft und macht als solches mehr als 90 Prozent des Jahresumsatzes aus.

Hannes Jochum, Obmann der Fachgruppe der Seilbahnen Vorarlberg
© Lisa Mathis

Urlaubsdestination Vorarlberg im Sommer: Was sind Strategie und Angebot der Seilbahnbetriebe?

Ein Resultat der Krise wird eine Art Regionalisierung des Tourismus sein.  Das gilt nicht nur für die Seilbahnen, sondern für die gesamte Wertschöpfungskette im Tourismus. Der bereits vor Jahren eingeschlagene Weg mit dem Fokus auf Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit hat sich als richtig bestätigt. In Zeiten von Corona gewinnt diese Vorarlberger Tourismusstrategie nun noch mehr an Bedeutung. Darüber hinaus haben wir bereits in der Vergangenheit stark auf den Ausbau des Ganzjahrestourismus gesetzt. Das kommt uns jetzt natürlich besonders zugute. Die Erlebni- sangebote am Berg werden auch zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen.    

Man könnte sagen, die Seilbahnen hängen derzeit in der Luft, vieles ist ungewiss...

Das Kurzarbeitsmodell ist wichtig und gut. Die größte Unterstützung war das schnelle und konsequente Handeln aller Beteiligter. Ebenso wichtig sind nun aber Förderungen und Kredite für die Übergangszeit. Denn trotz aller Hilfen von außen gilt: Die beste Förderung ist der Umsatz. Das heißt: Wir müssen Schritt für Schritt zur Normalität zurückkehren. Gerade in dieser Phase ist es entscheidend, dass wir wieder in die gemeinsam abgestimmte Umsetzung kommen. Gerade im Tourismus ist die Reisefreiheit das wichtigste Gut. Diese gilt es sukzessive – zuerst mit den Nachbarländern, dann EU- und schließlich weltweit – wieder hochzufahren. Hierfür benötigen wir rasch klare Auflagen und Zeithorizonte.