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„Der digitale Kundenzugang ist heute entscheidend”

Digitale Transformation und Change Management sind die Schlagworte der Stunde! Benjamin Meier erklärt im Interview, welchen Herausforderungen sich die Unternehmen stellen müssen.

Benjamin Meier, WIFI Lehrgangsleiter und Gesellschafter der Digitalagentur TOWA, erklärt im Interview, welchen Herausforderungen sich Unternehmen in Sachen digitaler Transformation stellen müssen.
© TOWA Benjamin Meier ist Teilhaber und Leiter Entwicklung der Digitalagentur TOWA. Zudem ist er fachlicher Leiter des neuen WIFI Masterlehrgangs „MSc Designing Digital Business“.

Herr Meier, der Trend zur Digitalisierung ist in allen Branchen ungebrochen. Welche Herausforderungen bringt diese Entwicklung den Unternehmen?
Im digitalen Bereich geht es einerseits um Know-how, zum anderen muss vieles einfach ausprobiert werden. Nicht jedes Tool bzw. jeder Dienst ist für jedes Geschäftsmodell das richtige. Es geht oft darum, Dinge schnell mal zu testen und zu validieren, um dann Fehler zu erkennen, zu akzeptieren, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und Lösungen zu erarbeiten. Wenn man einen Geschäftsprozess digitalisiert, ist das ein interaktiver Prozess. Es geht immer wieder um Anpassung und das flexible Reagieren auf Problemstellungen. Diesem Prozess müssen sich die Unternehmen stellen. Learning by Doing lautet die Zauberformel!

Das bedeutet aber auch, dass ein Wandel in der Unternehmenskultur nötig ist und der digitale Wandel auch in Bereiche wie Führung und Teamstruktur hineinspielt?
Die Digitalisierung eines Geschäftsmodelles bedeutet natürlich mehr, als nur eine neue Software einzusetzen. Die eine Seite ist die elektronische Abbildung der Prozesse. Bevor das passiert, muss im Unternehmen aber viel anderes passieren, was im Grunde nichts mit IT zu tun hat: Prozesse müssen verstanden werden, es muss ein Umdenken im Management stattfinden, es braucht eine neue Führungskultur. Das sind nur einige Beispiele. In Zukunft wird es sicher vermehrt kleinere Projektteams geben, die auch mehr Entscheidungsverantwortung bekommen. Sie brauchen zudem die Freiheit, Fehler machen zu dürfen, um diese Fehler dann als Chance zu erkennen. Das kann dazu führen, dass daraus ein völlig neues Geschäftsmodell resultiert oder eine Idee wieder ganz begraben wird.


Das neue Masterstudium „Designing Digital Business“ führt die Themen Technologie, Design und Business zusammen. Warum ist es so wichtig, Know-how in allen diesen Bereichen zu haben?
Heute braucht es in Firmen immer öfter einen „Übersetzer“ zwischen Business und IT. Meiner Meinung nach gibt es in den Unternehmen in dieser Hinsicht eine große Lücke, die dieses Masterstudium zu schließen hilft. Die Teilnehmer bekommen Einblicke in alle relevanten Bereiche der digitalen Transformation: Von der Problemanalyse über die Konzeption von Anwendungen und deren technischer Umsetzung bis hin zu Design, Benutzerfreundlichkeit und dem nötigen Business Know-how. Es geht also um einen Brückenschlag zwischen den einzelnen Bereichen, darum, die jeweiligen Unternehmensanforderungen zu verstehen und dies dann auch umsetzen zu können.


Ist es auch für kleinere und mittlere Betriebe interessant, eine solche Person im Unternehmen zu haben?
Ja, denn gerade für KMU ist es von Vorteil, jemanden zu haben, der einen Überblick hat und abschätzen kann, was benötigt wird. Durch die vielen neuen technischen Möglichkeiten ist etwa der digitale Kundenzugang sehr wichtig, das gilt besonders auch für KMU. Ich muss heute einfach Bescheid wissen über Themen wie Webseiten, Suchmaschinenoptimierung oder Online-Marketing und sollte die neuen Technologien einschätzen können. Im Idealfall habe ich eine Person, die das kann.


Das ist doch aber – gerade für kleine Firmen wie etwa Handwerksbetriebe - sicher immer auch eine Kosten-Nutzen-Frage?
Ja, natürlich. Hinter aufwendigen digitalen Lösungen steht auch große Manpower. Für kleine Betriebe geht es in erster Linie einmal darum, überhaupt gefunden zu werden und die Möglichkeiten des Online-Marketing richtig einzusetzen. Da gibt es die verschiedensten Tools, die ich für die unterschiedlichsten Zwecke einsetzen kann, wie etwa ein digitaler Terminvereinbarungsdienst.


Gibt es bestimmte digitale Trends, an denen heute kein Unternehmen vorbeikommt?
Ich glaube, kaum ein Unternehmen kann sich heute dieser neuen, also digitalen Art der Recherche, verschließen: Denn die heutigen Kunden sind dank den Recherchemöglichkeiten im Internet viel informierter. Und da sind wir wieder beim digitalen Kundenzugang. Der ist für alle Firmen ein heißes Thema. Denn auch im B2B Bereich findet ein Großteil der Recherche im Internet statt. Bevor es überhaupt zum Erstkontakt kommt, sind 80 Prozent der Recherche und des Entscheidungsprozesses bereits gelaufen. Man muss also digital präsent sein, sei es über Websites, Social Media oder andere Plattformen. Die Möglichkeiten sind vielfältig.


Das Gespräch führte Julia Schmid

Alle Informationen zum berufsbegleitendes IT-Masterstudium MSc Designing Digital Business erhält man im Rahmen der kostenlosen Info-Veranstaltung am 8. Juni 2018 um 15.30 Uhr im WIFI Dornbirn: www.wifi.at/vlbg