th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery Flickr Youtube Instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

„Betriebe müssen die Wünsche künftiger Fachkräfte verstehen“

Dr. Steffi Burkhart gilt als Sprachrohr der Generation Y und war beim Ausbilderforum der Wirtschaftskammer Vorarlberg zu Gast. Im Interview mit „Die Wirtschaft“ hat sie vorab erklärt, was der „War for Talents“ bedeutet, warum sich Betriebe als „Caring Companies“ positionieren sollten und welche Werte bei der jungen Generation gefragt sind.

Dr. Steffi Burkhart ist das Sprachrohr der Generation Y.
© Burkhart Dr. Steffi Burkhart ist das Sprachrohr der Generation Y.
Sie unterscheiden zwischen Digital Natives 1.0 und 2.0. Was bedeutet das und welche Unterschiede gibt es zwischen Digital Natives 1.0 und 2.0?
Natürlich unterscheide ich auch zwischen Generation Y und Generation Z. Der Unterschied ist, dass die eine Generation analog und die andere digital aufgewachsen ist. Die Z-Generation wächst mit all den technischen Neuerungen einfach viel digitaler auf, deswegen die Begriffe Digital Natives 1.0 und Digital Natives 2.0.

Trotzdem spricht man gerne von der „Jugend von heute“ – kann man generell sagen, welche Werte ihnen wichtig sind?

Die Generation Y lebt andere Werte als die Generation Z. Während die Generation Y alles infrage stellt, lebt die Generation Z konservativere Werte und legt mehr Wert auf Freizeit.

Welche Auswirkungen hat der Generationenwandel auf die Wirtschaft und was ist unter dem „War for Talents“ zu verstehen?

Für Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, den passenden Mitarbeiter oder eben das passende Talent zu finden. Deswegen spricht man hier von „War for Talents“. Zu wenige Menschen sind auf die neuen digitalen Themen qualifiziert – deshalb muss sich übrigens unser Bildungssystem ganz dringend verändern – und die Digitalisierung beschleunigt den „War for Talents“ zusätzlich.

Ergeben sich daraus auch Konflikte in Betrieben?
Ja, denn Unternehmen konkurrieren sowohl mit aufstrebenden Digitalfirmen in Ballungszentren wie Berlin oder Zürich als auch mit den Tech-Giganten wie Amazon, Google oder Facebook um junge digitale Könner. Denn seit die Gehälter im Silicon Valley explodieren, greifen die Giganten auch die Talente aus dem Europäischen Markt ab.

Was sollte die Wirtschaft jungen Menschen bieten, um sie für ihr Unternehmen gewinnen zu können?
Der Fachkräftemangel fördert den „War of Talents“, weshalb es für Betrieb wichtig ist, zu verstehen, was die nachwachsende Generation an zukünftigen Fach- und Führungskräften sich wünscht. Die drei wichtigsten Punkte für junge Bewerber sind Wertschätzung ihrer Arbeit, gute Beziehungen zu Kollegen und Work-Life Balance. Uns geht es mehr um Kooperation, Partizipation, Interaktion, Teamarbeit und gute Kommunikation.

Sie sprechen in diesem Zusammenhang von der Entwicklung von Unternehmen zu „Caring Companies“. Was bedeutet das?  
Unternehmen stehen im internationalen Kampf um Mitarbeiter und Nachwuchskräfte in der Verantwortung, sich als „Caring Company“ zu positionieren und das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der Mitarbeiter aktiv zu fördern. Gerade Pharmaunternehmen und Gesundheitsdienstleister stehen vor der Aufgabe, sich auf die veränderten Herausforderungen der neuen Arbeitswelt einzustellen. Durch den zunehmenden Zeit- und Leistungsdruck besteht sonst die Gefahr eines Burn-out. Es braucht eine Arbeitskultur, in der Hochleistung ohne emotionale Erschöpfung der Mitarbeiter möglich ist.

Und ist die Wirtschaft Ihrer Meinung nach schon so weit?  

Es ist an der Zeit, sich als Organisation intensiv mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, um zukünftig als „Caring Company“ zu fungieren, die sich um das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der Mitarbeiter bemüht (Corporate Social Responsibility).

Muss auch die Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgebern neu gedacht werden?

Ja. Die heutigen Arbeitnehmer- und Arbeitgebermodelle sind ein Auslaufmodell. Das Angestelltenverhältnis läuft vielmehr auf eine freie Projektanstellung hi-naus. Eine Anstellung in diesem Sinn gibt es dann kaum mehr. Wenn dann schließlich 50 Prozent dieser freien Projektarbeiter in einem neuen Arbeitsmodell arbeiten, wird es wichtig sein, die einzelnen Modelle zu kombinieren.

Zur Person: Dr. Steffi Burkhart ist das Sprachrohr der Generation Y. Ihre Vision ist es, Menschen zu inspirieren und Impulse zu setzen, um den spürbaren Wandel der Arbeitswelt aus der Sicht der Generation Y zu gestalten. Als ehemalige Hochleistungssportlerin promovierte sie in Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Gesundheitspsychologie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2015 fungiert Dr. Burkhart als professionelle Speakerin, Autorin und Beraterin zu den Themen Generationenmanagement, Talent Management, Führung und Management und Unternehmenskultur 2.0.

Das könnte Sie auch interessieren

WKV-Präsident Hans Peter Metzler: "Strategieprozess Dis.Kurs Zukunft ist ein starkes Zeichen, dass Land und Leute gewillt sind, sich dem Kommenden zu stellen."

Kurze Wege nutzen und Kräfte bündeln!

Ich bin voller Erwartung auf eine neue Landesregierung, um mit ihr zusammen die nächsten Projekte für Vorarlberg anzudenken und anzugehen. mehr

Dis.Kurs Zukunft. Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler über den groß angelegten Strategieprozess.

„Der Prozess ist kein Strohfeuer. Wir bleiben dran!“

Dis.Kurs Zukunft: Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler im Interview mit "Die Wirtschaft" über den groß angelegten Strategieprozess. mehr

Karin Frick, Leiterin Research und Mitglied der Geschäftsleitung des Gottlieb Duttweiler Institut (GDI): „Daten werden in Zukunft wichtiger als Geld.“

„Die Zukunft ist schon da, sie ist nur ungleich verteilt“

„Für den Erfolg des Handels wird es immer wichtiger, neben den Waren- auch die Informationsströme zu beherrschen“, berichtet Karin Frick, Autorin einer aktuellen Studie mit dem Titel „Das Ende des Konsums“.  mehr