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„An einen Plan B musste nie gedacht werden“

Für Thomas Wiesenegger, Geschäftsführer der mtw tourismus provokateur gmbh, braucht es jetzt eine klare Kommunikation, einen noch klareren USP und das Aufzeigen von Spezialisierungen.

Für Thomas Wiesenegger, Geschäftsführer der mtw tourismus provokateur gmbh, braucht es jetzt eine klare Kommunikation, einen noch klareren USP und das Aufzeigen von Spezialisierungen.
© Weissengruber Partner Thomas Wiesenegger, Geschäftsführer der mtw tourismus provokateur gmbh.
Wie muss der Tourismus in Vorarlberg auf die neue Situation (dichte Grenzen, kaum Aussicht auf ausländische Gäste im Sommer...) reagieren?
In einem Bundesland wie Vorarlberg, das fast regelmäßig mit dem „schönsten Ort Österreichs“ medial aufzeigt, sollte es doch wohl möglich sein, Gäste aus den östlicheren Regionen Österreichs für sich zu gewinnen! Der einheimische Gast wurde leider zu lange als Tagesgast abgetan, was natürlich auch seine Berechtigung hat, dennoch leben in Vorarlberg sehr viele Menschen, die die Angebote nutzen, und hier sehe ich v.a. junge Familien mit Kindern. Jetzt müssen gerade für diese Zielgruppe, aber auch für die Allgemeinheit attraktive Pakete geschnürt werden, um hier zu überzeugen: Anreise gratis mit Bus und Bahn, eine Verdeutlichung der Möglichkeiten vor Ort mit der Benutzung der Bergbahnen und öffentlichen Verkehrsmittel, gute Kinderbetreuungsangebote, damit die Eltern sich nach dieser intensiven Zeit auch erholen können, und das alles vor der eignen Haustür! Diese Dinge müssen kommuniziert werden und zwar direkt an die Haushalte und nicht nur in irgendwelchen sozialen Medien. Bedürfnisse erkennen, ernst nehmen und kommunizieren! Das muss die Devise für den Moment sein!

Wie haben Sie die bisherige Ausrichtung Vorarlbergs als Tourismusmarke wahrgenommen?

Wir Vorarlberger sind verwöhnt, denn die Gäste aus den benachbarten Ländern waren schon immer treue Gäste und man musste sich nie wirklich sehr um sie bemühen. Natürlich haben die Regionen immer wieder für spannende neue Produkte gesorgt, aber das machen andere Destinationen auch. In der aktuellen Phase sollte man schon längst mit Initiativen im Ländle, aber auch in anderen Bundesländern reagiert haben.  Man muss doch keine Glaskugel besitzen, um zu ahnen, dass es diesen Sommer knapp werden kann. Durch das nicht Reagieren und die klare Spezialisierung auf den ausländischen Gast müssen wir uns nun eigentlich nicht wundern. Dazu kommt der Wegfall der wichtigsten heimischen Kulturveranstaltungen, die eigentlich jedes Jahr als selbstverständlicher Motor für den heimischen Tourismus gedient haben. An einen Plan B musste nie gedacht werden!
 
Ergeben sich Ihrer Ansicht nach auch Chancen aus dieser Krise? Oder anders gefragt, was muss sich als Konsequenz im Tourismus ändern?
 Eine Hilfe für die Zukunft wäre nun, noch klarer die USPs zu erarbeiten und mit Spezialisierungen aufzuzeigen – dann wäre es für die einzelnen Zielgruppen auch noch besser zu finden und zu erkennen, welche traumhafte Themenvielfalt wir im Land abdecken. Gemeinsam und nicht einsam arbeiten, das wäre das Zauberwort. Mithilfe einer guten Digitalisierungskultur und ehrlicher guter Werbung können wir aus Vorarlberg weit mehr machen als ein Land, das nur aus Bergen, Käse und Kultur besteht. Das war bislang genug und wird zukünftig neu gedacht werden müssen!

Vielen Dank für das Gespräch!