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„Die Devise lautet: Alles was hilft, ist auch zu tun.“

WKV-Präsident Hans Peter Metzler im Gespräch: In Sachen Umwelt, Klimaschutz und Energie müssen die Rahmenbedingungen nicht nur mitgestaltet, sondern auch als globales Thema verstanden werden. Gut, dass unser Wirtschaftsstandort Vorreiter sein und auf die eigene Kreativität und Innovationskraft bauen kann.

Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg.
© Frederick Sams Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Herr Präsident, eine ihrer Kernbotschaften in Bezug auf die Themen Klimaschutz und Energie heißt: „Für das große Ganze einstehen“...

Ja. Hier lautet die Devise: Alles was hilft, ist auch zu tun. Wir dürfen nicht ausschließlich in Effizienz denken, sondern auch in Effektivität: Jede eingesparte Kilowattstunde und jedes eingesparte Kilo CO2 hilft uns hier. Es ist daher vor allem auch wichtig, dass einzelne Branchen nicht vom Thema ausgenommen werden, sondern dass wir alle gemeinsam an Innovationen arbeiten – eben für das große Ganze. Was wir dabei brauchen, ist generell ein technologieoffener Zugang, der  viele Dinge erst ermöglicht. Außerdem konsequente Investitionen und Unterstützungen in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz und eine proaktive Beteiligung und Mitarbeit vonseiten der gesamten Wirtschaft, zum Beispiel bei der Energieautonomie Vorarlberg oder in Gesetzgebungsverfahren. Was in der Vergangenheit fossil war, muss es in Zukunft nicht bleiben. Bei aller Notwendigkeit sind jetzt aber eben auch klassische Konjunkturmaßnahmen nötig, die die Nachfrage ankurbeln und Beschäftigung sichern.

Vorarlberg ist hier längst Vorreiter – welche Rahmenbedingungen sind noch zu schaffen, was ist ausbaufähig?

Die Rahmenbedingungen müssen vielmehr als gesamteuropäisches, ja globales Thema verstanden werden: In Vorarlberg gilt es mit Hausverstand, Realismus und Vernunft zu agieren. Bitte nicht falsch verstehen, wir müssen und wollen hier durchaus ambitioniert sein. Aber mit einem rein ideologischen Zugang, in dem politische Ziele formuliert werden, aber niemand weiß, wie man dort hinkommt, ist niemandem geholfen. Das erwarte ich mir auch seitens der Bundesregierung in Richtung europäische Ebene. Wir müssen realistisch betrachten, wo wir einen Hebel haben. Als kleines Bundesland mit nur rund zwei bis drei Prozent der nationalen Emissionen – und einem Globalanteil von nur 0,006 Prozent, den man sich einmal ganz bewusst vor Augen führen muss – können wir über die alleinige Reduktion des CO2-Ausstoßes keine große Effektivität entfalten. Und genau deshalb ist der Austausch und die Erarbeitung von Zielen und Konzepten gemeinsam mit der Wirtschaft so wichtig. Vorarlberg hat viel Know-how und unzählige Betriebe im GreenTech-Bereich und kann eine führende Rolle beim Technologietransfer einnehmen. Dann braucht es aber auch Planungs- und Rechtssicherheit sowie Anreize für unternehmerisches Engagement. Wir dürfen uns selbst nicht die Spielräume nehmen, in denen Innovationen vorangetrieben werden.

Kreativität und Innovation sind Schlüsselfaktoren. Welche Bereiche sind hier besonders hervorzuheben?

Es gibt hier in Vorarlberg unzählige Best-Practice-Beispiele. Nehmen wir zum Beispiel BERTSCHenergy mit ihrem Biomasseheizkraftwerk und den Abhitzeanlagen. Dann gibt es pratopac, wo auf Photovoltaik und Erdwärme gesetzt wird oder ALPLA mit dem ersten klimaneutralen Regranulat, einer absoluten Weltneuheit. Das sind richtige Innovationsträger. Man kann einen bestimmten Bereich gar nicht hervorheben, da ja überall unglaublich viel passiert. Nachhaltige Baustoffe und Materialien, Gebäude-, Umwelt- und Energietechnik, die Etablierung regionaler Kreisläufe, die Erarbeitung wirtschaftseigener Innovationsplattformen und vieles mehr. Damit geht natürlich auch eine Vielzahl an neuen Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten einher. Wie genau diese dann aussehen, wird sich zeigen.

Ökonomie, Ökologie und Soziales sollen möglichst im Einklang stehen. Wo steht Vorarlberg und wie können wir Modellregion im globalen Kontext werden?

Die Vorarlberger Betriebe nehmen im Umgang mit Ressourcen und in Sachen Effizienz österreichweit eine absolute Vorreiterrolle ein. Sie haben das „Zieldreieck“ Ökologie, Gesellschaft und Wettbewerbsfähigkeit bereits sehr früh erkannt. Das ist ein Ziel, das auch im Rahmen unseres breit angelegten Strategieprozesses Dis.Kurs Zukunft definiert wurde. Wir sind hier auf einem sehr guten Weg und zeigen schon heute, dass die Kleinheit des Landes und die kurzen Wege Kooperationen vereinfachen: Sowohl bei Technologien als auch bei regionalen Kreisläufen sehe ich viel Potenzial für Vorarlberg. Auch wir selbst wollen ja mit gutem Beispiel vorangehen und sind seit heuer Ökoprofit-zertifiziert. Durch die Unterstützung des regional stark verankerten Umweltmanagementsystems und die Mitinitiierung von ÖKOPROFIT Plus (das Programm wird derzeit auf mehren Ebenen umfassend überarbeitet) wurden von der WKV als langjährigen Träger bereits konkrete Schritte gesetzt. Über 170 Betriebe sind heute Teil dieses Netzwerkes, über das nachhaltiges Umweltmanagement breitenwirksam forciert wird. Zudem sparen wir mit unserer Photovoltaikanlage am Dach des WIFI-Standorts in Dornbirn und der zusätzlichen Umstellung von fossilen Brennstoffen auf Fernwärme jede Menge CO2 ein.

Wie kann die Entwicklung von klimaneutralen Technologien forciert und die Etablierung der „Kreislaufwirtschaft“ erreicht werden?

Natürlich sind Forschung und Entwicklung einer der vielen Schlüssel zum Erfolg. Wenn Vorarlberg in konkreten Umwelttechnologien und mit Leuchtturmprojekten in der Kreislaufwirtschaft eine führende Rolle einnehmen will, geht es um die Frage, wie der Kompetenzaufbau in der Breite und Spitze konsequent gefördert werden kann. Im Rahmen einer Stiftungsprofessur der illwerke vkw an der FH Vorarlberg werden die Themen Energietechnik, Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger intensiv und gemeinsam mit den Betrieben bearbeitet. Dadurch werden nachhaltige Umwelt- und Energietechnologien auf wissenschaftlicher Ebene am Standort Vorarlberg forciert. Forschung und Entwicklung sowie Innovation spielen also eine zentrale Rolle. Aber auch im Bereich der Qualifizierung (Aus- und Weiterbildungsangebote) werden Akzente bei den Themen Energie- und Umweltmanagement gesetzt. Mit dem European Energy Manager (EUREM) wird etwa ein Hochschullehrgang auf Initiative der Vorarlberger Landesregierung in Kooperation mit den Wirtschaftskammern Vorarlberg und Österreich, illwerke vkw, dem Energieinstitut Vorarlberg, der FH Vorarlberg und Schloss Hofen angeboten. Der WIFI-Kurs „Nachhaltigkeitsmanagement“ vermittelt zudem wesentliche Hintergründe, Konzepte und praktische Ansatzpunkte des Nachhaltigkeitsmanagements.

Vielen Dank für das Gespräch!

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