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Zeugnistag in der steirischen Wirtschaft

Der 1. Mai – Tag der Arbeit – steht vor der Tür. Ein Tag, der Jahr für Jahr seitens der Arbeitnehmervertreter zelebriert wird, doch was wäre dieser ohne Arbeitgeber? 

Die WKO Steiermark hat dazu eine repräsentative Umfrage unter 500 Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Auftrag gegeben. Demnach bewerten 94 Prozent der Arbeitgeber (AG) und 78 Prozent der Arbeitnehmer (AN) das Miteinander in ihren jeweiligen Unternehmen als (sehr) gut. Als erschwerende Einflüsse werden vor allem die Bürokratie (AG: 65 Prozent; AN: 59 Prozent) und der zunehmende Kostendruck (AG: 63 Prozent; AN: 46 Prozent) empfunden. Dringlichste Maßnahme, damit das Miteinander im Arbeitsleben erleichtert wird, wäre darum aus beiderlei Sicht auch eine Senkung der Lohnnebenkosten, diese wird hier von 96 Prozent (AG) bzw. 87 Prozent (AN) genannt.

Präsident Josef Herk und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg geben den Startschuss für die große „Tag der Arbeit(-geber)
© Foto Fischer Präsident Josef Herk und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg geben den Startschuss für die große „Tag der Arbeit(-geber)" Verteilaktion entlang Grazer Einfahrtsstraßen.

Während so mancher Arbeitnehmervertreter noch immer in längst überholten Klassenkämpfen verharrt – Stichwort Skandalvideo der oberösterreichischen Arbeiterkammer, wo Arbeitgeber pauschal als ausbeuterische Narzissten verunglimpft werden – setzt die WKO Steiermark auf das gelebte Miteinander. Präsident Josef Herk und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg dazu: „Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind in der Steiermark ein starkes Team. Das zeigt der Wohlstand, den wir gemeinsam erreicht haben – und diesen gilt es weiter zu sichern. Gerade am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, sollte man sich diesem Thema widmen, und dazu gehört nun auch einmal die Frage: Was wäre ein solcher Tag ohne Arbeitgeber?“ Schließlich beschäftigen die 70.333 Unternehmen im Land 362.685 Menschen und sichern damit ihre Existenzen. „Eine Leistung, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Darum ist es uns auch ein persönliches Anliegen einfach einmal ,Danke‘ zu sagen“, betonen Herk und Dernoscheg.

 

Die WKO Steiermark hat den Tag der Arbeit(-geber) aber auch zum Anlass genommen, einen Arbeitsklimaindex zu erstellen. Dafür wurden vom Meinungsforschungsinstitut „m(research“ je 250 Arbeitgeber (AG) und 250 Arbeitnehmer (AN) zur Wichtigkeit des Miteinanders in der Wirtschaft befragt. Die wichtigsten Ergebnisse im Detail: 99 Prozent der Arbeitgeber stufen das gute Miteinander von Unternehmensführung und Mitarbeitern grundsätzlich als „sehr wichtig“ oder zumindest „wichtig“ ein, bei den Arbeitnehmern sind es 86 Prozent. Umgelegt auf den eigenen Betrieb beurteilen 94 Prozent (AG) bzw. 78 Prozent (AN) das Arbeitsklima als „sehr gut“ oder „gut“. Dafür wird in den Unternehmen auch viel getan. Zu den häufigsten Maßnahmen gehören laut Umfrage Mitarbeiterveranstaltungen (AG: 94 Prozent; AN: 86 Prozent), die Förderung von Weiterbildungen und Schulungen (AG: 76 Prozent; AN: 65 Prozent) sowie Betriebsausflüge (AG: 57 Prozent, AN: 61 Prozent). Interessant sind auch die Antworten auf die Frage, welche Maßnahmen seitens des Staats am dringendsten umgesetzt werden sollten, um das Miteinander zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu erleichtern? Auf Platz eins thront hier sowohl bei den Arbeitgebern als auch bei den Arbeitnehmern der Wunsch nach einer Senkung der Lohnnebenkosten mit 96 Prozent (AG) bzw. 87 Prozent (AN). Hintergrund: Gerade der zunehmende Kostendruck wird als eine der Hauptlasten für ein gutes Arbeitsklima gesehen (AG: 63 Prozent; AN: 46 Prozent). „Man sieht also, die Wünsche Arbeitgeber und Arbeitnehmer liegen nicht weit auseinander, im Gegenteil: Beide Seiten ziehen für die Zukunft ihres Unternehmens an einem Strang. Das würde ich mir auch von der Arbeiterkammer bzw. den Gewerkschaften statt den klassenkämpferischen Tönen von zuletzt mehr wünschen“, so Herk.  Ebenfalls als erschwerende Einflüsse werden von beiden Seiten die zunehmende Bürokratie genannt, diese wird von 65 Prozent der Arbeitgeber und 59 Prozent der Arbeitnehmer als „sehr erschwerend“ bzw. „eher erschwerend“ eingestuft. Aber auch die Bestimmungen rund um die gesetzliche Arbeitszeit sowie der Wettbewerbsdruck und zwischenmenschliche Konflikte werden in der Umfrage als erschwerend genannt. 

Wirtschaft legt Zeugnis ab: So wertvoll sind die Arbeitgeber für unsere Gesellschaft 

Der Tag der Arbeit(-geber) ist für die Wirtschaft aber traditionell auch ein Bilanztag. Ein Blick auf die Statistik unterstreicht die Bedeutung der Arbeitgeber: „Aktuell zählen wir in der Steiermark 70.333 Unternehmen, davon entfallen 27.242 auf die Kategorie Arbeitgeberbetriebe“, so Herk. Insgesamt beschäftigt die gewerbliche Wirtschaft damit 362.685 Menschen in unserem Bundesland – Tendenz steigend. „Leider wird dieses Faktum in der Betrachtung des Arbeitsmarkts oftmals übersehen beziehungsweise hintangestellt. Natürlich ist auch der Wirtschaft jeder Arbeitslose ein Arbeitsloser zu viel, aber angesichts der mehr als fordernden Rahmenbedingungen ist eine solche Beschäftigtenzahl wahrlich eine tolle Leistung“, lobt Herk. Sie ist verbunden mit der Auszahlung von knapp 12 Milliarden Euro an Löhnen und Gehältern pro Jahr. Weitere 3,5 Milliarden Euro fließen aus den steirischen Unternehmerkassen direkt in diverse Sozialtöpfe (Pensions-, Unfall-, Kranken-, Arbeitslosenversicherung etc.) – inklusive schleichender Steuererhöhung. „Durch die Progression sind die von Arbeitgeberseite finanzierten Sozialabgaben allein in den vergangenen fünf Jahren um rund 15 Prozent gestiegen. Hier müssen wir dringend eine Trendumkehr einleiten, wollen wir die Beschäftigung hierzulande weiter steigern“, so Herk. Eines will er dabei aber klargestellt wissen: „Die Wirtschaft bekennt sich zu den sozialen Errungenschaften. Wenn aber das Wirtschaftswachstum mit den Kosten des Sozialsystems nicht mehr Schritt halten kann, setzen wir schlussendlich den gesamten Sozialstaat aufs Spiel“, so Herk. 

Wirtschaft legt Zeugnis ab: So steht die Steiermark im internationalen Wettbewerb da  

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der steirischen Wirtschaft war und ist ihre Exportorientierung. „Fast jeder zweite Euro wird bereits im Außenhandel verdient. Mit einem Gesamtvolumen von rund 19,7 Milliarden Euro ist die Steiermark im Österreichvergleich mittlerweile zum drittgrößten Exportbundesland aufgestiegen“, weiß WKO Steiermark Direktor Karl-Heinz Dernoscheg. „Wachstum über den Inlandsmarkt allein ist nicht mehr möglich, darum braucht es einen Blick über den Tellerrand. Steirischen Produkten steht ein Markt von mehr als sieben Milliarden Kunden offen, aus diesem Grund haben wir mit dem ICS eine österreichweit einzigartige Einrichtung ins Leben gerufen, die exportorientierte Unternehmen in jederlei Hinsicht unterstützt“, betont Dernoscheg. Die Top-10 unter den steirischen Exportschlagern:

  
  1. Kraftfahrzeuge: 21,0 Prozent (Anteil am Gesamtexport)
  2. Maschinen und mechanische Geräte: 14,1 Prozent
  3. Elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren: 10,3 Prozent
  4. Eisen und Stahl: 7,2 Prozent
  5. Papier und Pappe sowie Waren daraus: 6,8 Prozent
  6. Eisen-/Stahlwaren: 6,8 Prozent
  7. Mess-, Prüf- und Präzisionsinstrumente/-geräte: 3,7 Prozent
  8. Kunststoff(-waren): 2,6 Prozent
  9. Häute und Leder: 2,6 Prozent
  10. Holz(-waren): 2,4 Prozent

Hauptexportmärkte aus weiß-grüner Sicht sind Deutschland (5.702 Mio. Euro), USA (1.631 Mio. Euro), Italien (1.392 Mio. Euro), China (1.021 Mio. Euro) und das Vereinigte Königreich (910 Mio. Euro). Nicht zuletzt aufgrund der hohen Forschungs- und Entwicklungsquote von 4,9 Prozent können sich steirische Produkte hier äußerst erfolgreich messen. Allerdings: Wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten – und zwar in Form starrer Arbeitszeitregelungen. „Im Außenhandel werden die Zeitspannen immer kürzer. Wir brauchen flexible Regelungen, die es den Unternehmen ermöglichen ihre Aufträge bestmöglich abzuarbeiten. Hier hinken wir der Realität noch immer hinterher. Außerdem sollte es uns ernsthaft zu denken geben, dass die heimische Konjunktur trotz Wirtschaftsaufschwung in unserem Hauptexportmarkt Deutschland so gut wie gar nicht wächst“, mahnt Dernoscheg. 

Wir legen Zeugnis ab: So gefragt sind die Serviceleistungen der WKO Steiermark 

Die mangelnde Flexibilität ist jedenfalls einer von vielen Gründen, warum der Druck auf die heimischen Unternehmer in jüngster Zeit zugenommen hat. Das spiegelt sich auch in der aktuellen Servicestatistik der WKO Steiermark wieder, wie Dernoscheg zu berichten weiß: „Der Trend bei den Anfragen hier ist stark steigend. Im Vorjahr zählten wir 29.300 Kunden und 88.100 Fälle. Vor allem im Zuge der Registrierkasseneinführung habe es viele offene Fragen gegeben, aber auch im Bereich der Barrierefreiheit gab es zahlreiche Nachfragen. Erfreulich dabei: Die Servicekunden stellen der WKO mit einer durchschnittlichen Schulnote von 1,2 ein hervorragendes Zeugnis aus. Trotz der steigenden Serviceanfragen wurde auch die Erreichbarkeit und Wartezeit mit als sehr gut bewertet. 92,5 Prozent der Servicekunden waren mit den Beratungen und Hilfsangeboten „zufrieden“ oder sogar „sehr zufrieden“.

Wir legen Zeugnis ab: So gefragt sind die Bildungsleistungen der WKO Steiermark 

Mit dem Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI), der Fachhochschule Campus 02, der Tourismusschule Bad Gleichenberg sowie dem neuen Talentcenter zählt die WKO Steiermark aber auch zu den Top-Bildungsanbietern des Landes. „Insgesamt bilden rund 5.000 steirische Lehrbetriebe an die 15.000 Lehrlinge aus und bereiten diese damit auf ihre berufliche Laufbahn vor“, berichtet Dernoscheg. Investiert wird aber auch in die Weiterbildung, schließlich absolvieren jedes Jahr mehr als 40.000 Personen eine zukunftsorientierte Weiterbildung im WIFI. „Damit bleiben Arbeitsplätze wettbewerbsfähig“, so Herk und Dernoscheg. Eine echte Erfolgsgeschichte ist diesbezüglich auch die Fachhochschule der Wirtschaft CAMPUS 02. Rund 1.200 Studierende erhalten hier eine hochschulische Qualifizierung in Bachelor- und Masterstudien. In den 26 Meisterschulen werden rund 800 junge Profis auf ihrem Weg zum Qualifikations-Gütesiegel „Meister“ begleitet. Trotzdem werden viele Talente noch immer nicht entsprechend erkannt bzw. gefördert und bleiben damit oft ohne abgeschlossene Ausbildung auf der Strecke. „Eine Verschwendung, die sich unser Standort schon allein aufgrund der demografischen Entwicklung nicht länger leisten kann“, mahnen Herk und Dernoscheg. Aus diesem Grund hat die WKO Steiermark auch mehr als drei Millionen Euro in ein neues Talentcenter investiert, das im ersten Semester bereits von 1.800 Jugendlichen aufgesucht wurde. Bis Schulende werden es mehr als 4.000 Jugendliche sein.


Rückfragehinweis:

Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
T 0316/601-652
E mario.lugger@wkstmk.at

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