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„Wunder, dass es noch Sparmoral gibt“

Der Grazer Oliver Kröpfl wurde für das Vorstandsteam der Steiermärkischen Sparkasse nominiert und wird dieses ab Sommer 2019 ergänzen. Wir haben ihn zum großen Interview getroffen.

Oliver Kröpfl im Interview über Herausforderungen und die Akzente, die er setzen will.
© Foto Fischer Oliver Kröpfl im Interview über Herausforderungen und die Akzente, die er setzen will.
Herr Kröpfl, Sie werden nächstes Jahr den Vorstand komplettieren. Welche Aufgaben übernehmen Sie?

Oliver Kröpfl: Fix ist, dass ich das Firmenkundengeschäft im Sommer 2019 von Franz Kerber übernehme, der in den Ruhestand wechselt. Geplant ist ein fließender Übergang ab dem Winter. Diese Übergangszeit stellt auch größtmögliche Stabilität sicher.

Sie haben viele Jahre Erfahrung in der Branche. Woher kommt Ihre Leidenschaft, die Affinität für das Bankwesen? 
Kröpfl: Im Bankgeschäft hat man sehr viel mit Menschen zu tun. Auch nach all den Jahren nutzt es sich nicht ab, wird nicht zur Routine. Daher macht mir meine Tätigkeit auch nach Jahren viel Freude.

Wie wollen Sie Ihr Amt anlegen? 
Kröpfl: In meinem Alter sehe ich mich als Vermittler zwischen Generationen, weil ich eine gute Basis zu Jüngeren und Älteren habe. So kann man Veränderung und Modernisierung vorantreiben, ohne auf Bewährtes zu verzichten. Es gilt, rechtzeitig an den Technologien dran zu sein und Trends frühzeitig als solche zu erkennen.

Einer dieser Trends ist die Digitalisierung: Fluch oder Segen im Bankengeschäft?
Kröpfl: Es geht darum, die Balance zwischen den Vertriebskanälen zu finden – und das verursacht natürlich hohe Kosten. Die meisten wollen die digitalen Kanäle nutzen, aber die Vertrauensbasis schafft man nur über persönliche Kontakte. Wichtig ist, ein durchgängiges Markenerlebnis zu schaffen, etwa durch die Entwicklung von Apps. Gleichzeitig müssen auch die Filialen umgestaltet werden, wir wollen uns als Regionalbank mit modernem Touch positionieren.

Welche Akzente wollen Sie im Firmenkundengeschäft setzen?
Kröpfl: Wir wollen unsere Marktposition bei KMU weiter verbessern und unsere Position im Immobiliengeschäft festigen. Unser Vorteil ist, dass wir auch als regionale Bank auf das Know-how unserer internen Experten zurückgreifen können, etwa bei Förderungen. Da hat sich unser Gründercenter sehr bewährt.

Wie hat sich das Firmenkundengeschäft zahlenmäßig entwickelt?
Kröpfl: Im Vorjahr haben wir ein Kreditwachstum von 4,5 Prozent verzeichnet – ein ehrliches Wachstum, das nicht über Dumpinggeschäfte zustandegekommen ist.

Worin sehen Sie die größten Herausforderungen?
Kröpfl: In der Regulatorik, wobei der Höhepunkt hoffentlich bereits hinter uns liegt, und in der Digitalisierung. Eine große Herausforderung ist auch das makroökonomische Umfeld: Die Zinssituation, die wir derzeit erleben, ist unnatürlich. Die Konjunktur ist angesprungen, die Inflation gestiegen, und die EZB beharrt auf ihrer extrem res­triktiven Zinspolitik, die weder für Unternehmer noch für Private optimal ist. Auf Dauer führt dieses Zinsniveau zu Fehlentwicklungen, die Leute werden zu risikofreudig. Es ist ein Wunder, dass es noch eine Sparmoral gibt.

Was würden Sie ändern, wenn Sie politische Verantwortung tragen würden?
Kröpfl: Ich würde die Intervalle von Änderungen verlängern, das sorgt für Stabilität. Derzeit gibt es etwa beim Datenschutz  Ambivalenzen. Das verunsichert den Markt. Wir brauchen aber Planungssicherheit. Und die Gesellschaft braucht Banken, die Geschäfte machen wollen.

Interview: Karin Sattler

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