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Wo der Umsatzsteuerstempel klebt

Was viele Unternehmer nicht wissen: Als österreichische Leistungsempfänger haften sie für die Umsatzsteuer eines ausländischen Lieferanten.

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© vege-stock.adobe.com Der Fiskus schaut darauf, dass auch ausländische Lieferanten ihrer Umsatzsteuerpflicht in Österreich nachkommen.

Christian Haid, Experte im WKO-Rechtsservice, erklärt die Vorgehensweise im Detail: „Der ausländische Unternehmer muss über die Lieferung eine Rechnung mit österreichischer Umsatzsteuer legen, sofern nicht im Einzelfall eine Steuerbefreiung gilt.“ Dazu muss sich der ausländische Unternehmer beim Finanzamt Graz-Stadt für Umsatzsteuerzwecke registrieren lassen. 

Der Leistungsempfänger muss die Umsatzsteuer einbehalten und im Namen und auf Rechnung des ausländischen Unternehmers auf dessen Steuerkonto beim Finanzamt Graz-Stadt einzahlen. Vorsteuerabzugsberechtigte Leistungsempfänger dürfen die an das FA überwiesene Umsatzsteuer beim eigenen Finanzamt als Vorsteuer geltend machen.

Haid: „Diese Regelung gilt natürlich nur dann, wenn der Ort der Lieferung bzw. sonstigen Leistung in Österreich liegt und dadurch das österreichische Umsatzsteuergesetz zur Anwendung kommt. Ist der Leistungsort hingegen im Ausland, sind die jeweiligen ausländischen Rechtsvorschriften zu beachten.“ Ausländische Unternehmer sind solche, die in Österreich weder Wohnsitz noch Sitz, keinen gewöhnlichen Aufenthalt oder keine Betriebsstätte haben. Eine Betriebsstätte ist jede feste örtliche Anlage oder Einrichtung, die der Ausübung eines Betriebes dient: Zweigniederlassungen, Fabrikationsstätten, Warenlager, Ein- und Verkaufsstellen und Bauleitungen, die für mehr als sechs Monate eingerichtet werden. 

Haid mit den Konsequenzen bei Nichtbeachtung: „Wird das Abzugsverfahren nicht korrekt durchgeführt, dann haftet der Leistungsempfänger für den dadurch entstandenen Steuerausfall. Die Abfuhrverpflichtung gilt auch dann, wenn der ausländische Unternehmer unrichtigerweise für den Inlandsumsatz keine Umsatzsteuer verrechnet.“

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