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Wirtshaustochter schielt auf Olympia

Nicole Schmidhofer stammt aus einer Unternehmerfamilie und will als Super-G-Weltmeisterin die Konkurrenz im Februar auch in Pyeongchang/Südkorea einkochen.

Die Skifahrerin Nicole Schmidhofer hat als Super-G-Weltmeisterin große Erwartungen an die olympischen Winterspiele 2018.
© GEPA Nicole Schmidhofer hat die olympischen Winterspiele in Südkorea fest im Blick.

Vor acht Monaten haben Sie mit dem Sieg im WM-Super-G Ihren größten Erfolg gefeiert. Wie hat sich Ihr Leben seither verändert?

Nicole Schmidhofer: Mein Bekanntheitsgrad ist dadurch natürlich enorm in die Höhe geschossen. Ich werde viel öfter erkannt und angesprochen als davor. Dieser Titel hat schon große Wellen geschlagen, und er hat sich auch finanziell ausgezahlt: Die Anzahl meiner Sponsoren ist deutlich gestiegen.

Seither jagt ein Medientermin den nächsten. Ist es schwierig, das alles mit dem Sport unter einen Hut zu bekommen?

Schmidhofer: Jein. Wichtig ist, dass das Training nicht darunter leidet, denn die nächsten Ziele kommen schneller, als man glaubt. Aber ich glaube, ich habe es mir recht gut eingeteilt – und „Nein“ sagen habe ich in dieser Zeit auch gelernt.

Sie stammen aus einer Unternehmerfamilie: Wie sehr ist der WM-Titel im elterlichen Betrieb bzw. am Lachtal ein Thema?

Schmidhofer: Den elterlichen Betrieb hat mittlerweile meine Schwester Martina übernommen. Der WM-Titel wird immer wieder angesprochen, vor allem von den Gästen im „Café Hannes“. Es gibt sogar Leute, die wegen mir extra aufs Lachtal fahren, um zu sehen, wo ich zuhause bin.

Was können Sie aus dem WM-Titel für Ihre weitere Laufbahn – nicht nur als Skifahrerin – mitnehmen?

Schmidhofer: Die vielen neu geknüpften Kontakte. Ich habe sehr viele neue Leute kennengelernt, und das ist ein wertvoller Nebeneffekt für mich.

Sie haben es als „Mädel aus der Provinz“ bis ganz an die Weltspitze geschafft. Welchen Tipp können Sie jungen Unternehmern geben, die an ihre Idee glauben?

Schmidhofer: Ehrgeiz und Durchhaltevermögen müssen vorhanden sein. Es wird wahrscheinlich nicht immer alles nach Plan laufen. Von Rückschlägen sollte man sich nicht entmutigen lassen und immer an sich selbst glauben!

Das große Ziel in dieser Saison dürfte etwas mit einer gewissen südkoreanischen Stadt zu tun haben. Verspüren Sie als amtierende Weltmeisterin jetzt mehr Druck?

Schmidhofer: Richtig, in dieser Saison finden in Pyeongchang in Südkorea die Olympischen Spiele statt und da möchte ich natürlich dabei sein. Der Start in den neuen Super-G-Winter ist mir Gott sei Dank sehr gut geglückt, der dritte Platz in Lake Louise gibt mir viel Selbstvertrauen. Druck mache ich mir keinen. Ich versuche, mich aufs Skifahren zu konzentrieren und mir keine Gedanken über Platzierungen und einzelne Rennen zu machen.

Was macht Nici Schmidhofer eigentlich in zehn Jahren?

Schmidhofer: Ich möchte als Masseurin oder Physiotherapeutin mit Sportlern in verschiedenen Sportarten arbeiten – eventuell auch als Selbständige.

Informationen zur Person:
Nicole Schmidhofer (28) stammt vom Lachtal und holte im Februar 2017 in St. Moritz WM-Gold im Super-G. Die zweifache Junioren-Weltmeisterin (Super-G, Riesentorlauf) stammt aus einer Unternehmerfamilie: Nicht nur die Eltern (Gastronomie), sondern etwa auch ihr Onkel Karl Schmidhofer (Seilbahner/Grebenzen) sind Unternehmer mit Leib und Seele.

Von Klaus Krainer

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