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Wirtschaft kämpft mit Polizei und TU Graz gegen Kriminalität

Aufgrund der zuletzt signifikanten Steigerungen bei vielen für die Wirtschaft relevanten Kriminalitätsformen schließen Polizei, WKO Steiermark und TU Graz eine neue Kooperationsvereinbarung ab.  

© Fischer Werner Miedl (Gemeinsam sicher), Horst Bischof (TU Graz), Josef Herk (WKO-Steiermark-Präsident) und Josef Klamminger (Landespolizeidirektor) präsentierten die innovative Zusammenarbeit, von der sich die Polizei viel erwartet.

Während die Gesamtzahl der in der Steiermark angezeigten Straftaten im Vorjahr um 1,6 Prozent auf insgesamt 55.497 gesunken ist, sind einige für die Wirtschaft relevanten Kriminalitätsformen zuletzt gestiegen. Allen voran der Bereich Cyberkriminalität, hier gab es im vergangenen Jahr 1.425 angezeigte Fälle – das entspricht einem Plus von 31,1 Prozent gegenüber 2015. Ebenfalls gestiegen sind Eigentumsdelikte in Firmen und Geschäften, hier wurden 2016 steiermarkweit um 4,7 Prozent mehr Fälle – nämlich 1276 – angezeigt als im Jahr zuvor. Gleiches gilt für Taschen- und Trickdiebstahl: 2.397 Anzeigen stehen hier für 2016 in der Steiermark zur Buche, das ist ein Plus von 16,1 Prozent.

 

Diese Statistik setzt sich natürlich nicht in allen Bereichen der Wirtschaft fort. Trotzdem bestehe Handlungsbedarf, „vor allem um das subjektive Sicherheitsempfinden zu steigern“, sind sich Landespolizeidirektor Josef Klamminger und WKO Steiermark Präsident Josef Herk einig. Gemeinsam mit der TU Graz startet man aus diesem Grund im Rahmen der GEMEINSAM.SICHER-Strategie des Bundesministeriums für Inneres eine neue Sicherheitspartnerschaft. Ziel dieser ist eine Stärkung der Kriminalprävention – zum einen durch verstärkte Informationstätigkeit, zum anderen durch gezielte Aufklärungsarbeit und neue Angebote. Folgende Schwerpunkte wurden mit der Kooperationsvereinbarung  festgelegt:

 
  • Sicherheitskoordinatoren als Kontaktpersonen. Seitens der Polizei werden – vorerst probeweise in Graz und Graz-Umgebung – Sicherheitskoordinatoren für die Wirtschaft namhaft gemacht. Diese werden für die Unternehmer vor Ort als eine Art Vertrauenspolizist fungieren und sicherheitsrelevanten Rat und Information aus erster Hand bieten.
  • Neuer Info-Dienst über soziale Medien. Für die Wirtschaft sicherheitsrelevante Informationen, wie Fälle von Ladendiebstahl, Trickbetrug oder Falschgeld, sollen künftig noch schneller bei den Betrieben vor Ort ankommen. Gelingen soll das über eine neue Info-Schiene über die sozialen Medien. Zum Start wird diese über Facebook angeboten, und zwar über die Gruppe „Gemeinsam.Sicher mit der WKO Steiermark“. Der Aufbau weiterer Informationskanäle, wie eigene RSS-Dienste oder eine spezielle WhatsApp-Applikation, befindet sich in Planung.
  • Ausbau der Prävention und Information. Polizei und WKO werden gemeinsam die Präventionsangebote ausbauen, speziell – aber nicht nur – was die zunehmende Cyberkriminalität betrifft. Hier soll mit wissenschaftlichem Support der TU Graz, die neueste Forschungsergebnisse einfließen lässt, den steirischen Unternehmern Top-Information angeboten werden. Schließlich wird der aus Cyberkriminalität und Betriebsspionage resultierende Schaden für die österreichische Wirtschaft mittlerweile bereits auf 1,6 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt – Tendenz steigend.
 
  • Schulungs- und Seminarangebote. Die TU Graz wird – in enger Abstimmung mit der Polizei – Schulungen und Seminare speziell für Unternehmerinnen und Unternehmer anbieten, die auf den Bereich Cybersicherheit abzielen. Das Angebot richtet sich vor allem an Klein- und Mittelunternehmen.

 Ausbau der „Sicherheitsinseln“. Das in Graz erfolgreich gestartete Pilotprojekt wird auf alle urbanen Zentren der Steiermark ausgeweitet. Unternehmer kennzeichnen dabei mittels Aufkleber ihr Geschäftslokal als „Sicherheitsinsel“ und signalisieren damit, dass Hilfesuchende bei ihnen ohne Konsumzwang willkommen sind – zum Beispiel, wenn es darum geht, ein dringendes Telefonat zu tätigen, das WC zu benutzen oder ein Glas Wasser zu erhalten, um Medikamente einzunehmen.


Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark:

„Die Kriminalität nimmt in vielen für die Wirtschaft relevanten Bereichen zu. Besonders hervorheben muss man dabei leider die massiv steigende Cyberkriminalität. 1.425 Fälle wurden hier im vergangenen Jahr allein in der Steiermark angezeigt – das entspricht einem Plus von mehr als 31,1 Prozent gegenüber 2015! Der Schaden daraus ist immens. Experten gehen von Kosten in der Höhe von 1,6 Milliarden Euro aus, die der österreichischen Wirtschaft alljährlich durch Cyberkriminalität und Betriebsspionage entstehen. Ein Riesenproblem, das nicht nur hochtechnologische Start-Ups betrifft, sondern auch den Hotelier, die Werkstatt oder den Händler von nebenan. Aus diesem Grund arbeiten wir hier auch im Zuge der WKO-Reform an neuen Services und innovativen Dienstleistungen, die unseren Mitgliedern helfen sollen.“

Josef Klamminger, Landespolizeidirektor:

„Die jüngste Kriminalstatistik zeigt einen deutlichen Anstieg der Cyberkriminalität. Im engeren Sinn gehören dazu Computerbetrug und Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten (Identitätsdiebstahl), Fälschung von Daten, Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung, Datenveränderung, Computersabotage, Ausspähen und Abfangen von Daten. Im weiteren Sinne zählen dazu alle Delikte, die über das Internet begangen werden. Dazu gehören: Phishing im Bereich Onlinebanking, Straftaten mit DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service, zum Beispiel durch Herbeiführen der Überlastung eines Firmennetzes mit der Folge, dass diese Firmenpräsenz im Internet nicht mehr erreichbar ist), digitale Erpressung, Herstellen und Verbreiten von Hacker-Tools für illegale Zwecke. Straftäter missbrauchen das Internet und Kommunikationsmittel wie E-Mail-Dienste oder soziale Netzwerke, um Straftaten zu begehen. Nahezu alle Verbrechen werden inzwischen auch im Internet oder über das Internet begangen. Über illegale Online-Shops werden Rauschgift und Waffen ebenso zum Kauf angeboten wie Hacking-Software, digitale Identitäten, gestohlene Kreditkartendaten oder Zugänge zu Bankkonten.Es gilt gezielt Gegenmaßnahmen zu setzen. Ein wesentlicher Beitrag dazu die Sicherheitspartnerschaft. Sie bedeutet Wissenstransfer, gegenseitigen Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen.“

Horst Bischof, Vizerektor der Technischen Universität Graz:

„Die TU Graz beheimatet die führende Forschungseinrichtung für den Bereich sichere elektronische Systeme in Österreich. Sichere und verlässliche Systeme sind für Firmen ein entscheidender Faktor. Die Bedeutung wird durch Cyber-Physical Systems und das Internet of Things noch weiter steigen. Die TU Graz kooperiert seit vielen Jahren mit führenden österreichischen Firmen, um sichere elektronische Systeme zu entwickeln. Die Zunahme an Cyberkriminalität stellt uns alle und unsere Wirtschaft vor enorme Herausforderungen. Im Rahmen dieser Kooperation stellt die TU Graz ihr umfassendes Know-how in diesem Bereich zur Verfügung. Die TU Graz wird sowohl der Polizei als auch der Wirtschaftskammer beraten zur Seite stehen und gemeinsam mit den beiden Organisationen an strategischen Maßnahmen arbeiten sowie im Bereich der Prävention und Schulung tätig sein.“


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