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"Wir unterschätzen uns leider viel zu oft"

Seit 1. November ist Christa Zengerer „Chefin“ des ­ACstyria. Im großen Antrittsinterview erzählt sie, wie stark die Steirerkraft im Ausland bemerkt wird und warum sie die Internationalisierung weiter forcieren will.

Christa Zengerer ist seit 1. November 2018 Geschäftsführerin des Mobilitätsclusters ACstyria.
© Foto Fischer Christa Zengerer ist seit 1. November 2018 Geschäftsführerin des Mobilitätsclusters ACstyria.

Sie sind seit 1. November Geschäftsführerin des steirischen Mobilitätsclusters ACstyria. Was hat Sie bewogen, sich zu bewerben?
Christa Zengerer:
Die Entscheidung, nach fast zwei Jahrzehnten die MAG zu verlassen, habe ich mir nicht leicht gemacht. Dennoch wollte ich mich einer neuen Herausforderung stellen. Dass ich letztendlich ausgewählt wurde, hat sicherlich mit meinen langjährigen internationalen Erfahrungen zu tun.

Wie wird die Steiermark im Ausland gesehen?
Zengerer:
Die steirischen Betriebe werden wesentlich stärker wahrgenommen, als man hierzulande oft vermutet. Die Brancheninsider auf der ganzen Welt wissen sehr genau, wie groß die Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsleistungen made in Styria sind. Überall auf der Welt, wo ich war, kennt man die steirischen Universitäten, kennt man Namen wie Magna, AVL, KTM Industries, voestalpine und Co. – selbst in den abgelegensten Teilen Indiens und Chinas.

Wie beurteilen Sie den Standort Steiermark insgesamt?
Zengerer:
Österreich und insbesondere die Steiermark sind als Wirtschaftsstandorte um Welten besser, als ihr Ruf innerhalb der Bevölkerung ist. Hier unterschätzen wir uns leider viel zu oft selbst. Aber fragen Sie die Unternehmer: Das soziale Umfeld, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Möglichkeiten zur Kooperation mit den ausgezeichneten Hochschulen, die Vernetzung der einzelnen Branchen durch die vielen Cluster, die vielen Förderungsmöglichkeiten – das alles ist absolut top. Ähnliches wird man in Europa nirgends finden.

Sie haben sich das Thema Internationalisierung auf die Fahnen geheftet. Was steht hier auf Ihrer To-do-Liste?
Zengerer:
Auch wenn viele Betriebe weltweit erfolgreich reüssieren, ist immer noch Luft nach oben. Ich sage: Die Kraft der steirischen Betriebe soll noch stärker und noch weiter strahlen. Netzwerkorganisationen wie die Cluster und die WKO, etwa mit „go-International“, sind hier wichtige Stützen, gerade für KMU. Ich sehe es als wichtigen Teil meines neuen Jobs, im Ausland verstärkt die Werbetrommel für unsere Unternehmen zu rühren, sei es durch die Positionierung in internationalen Branchenmedien, sei es durch Auftritte auf Messen oder auch durch das Knüpfen weiterer internationaler Kooperationen und Kontakte.

Was ist das große Ziel, das Sie im Cluster verfolgen?
Zengerer:
Meine Vision ist es, unser Land zur weltweiten Kompetenz-Drehscheibe im Mobilitätssektor zu entwickeln. Dafür braucht es aber nicht nur die BigPlayer, sondern auch die vielen kleineren und mittleren Betriebe. Als Zulieferbetriebe spielen sie am internationalen Parkett eine entscheidende Rolle. Doch dafür braucht es auch Know-how.

Worauf kommt es bei der Internationalisierung an?
Zengerer:
Hier geht es um einen Mix an verschiedenen Maßnahmen. Etwa, dass man sich nicht nur auf einen Markt bzw. einen oder zwei Großkunden fokussiert. Wenn plötzlich Zollbeschränkungen in Kraft treten, hat man keinen Spielraum mehr. Ich spreche aus Erfahrung: Als MAG ist uns über Nacht der gesamte Markt in der Türkei weggebrochen. Die Unternehmen müssen sich also breiter aufstellen, um flexibler agieren zu können.

Wo sehen Sie bei heimischen Unternehmen das größte Potenzial?
Zengerer:
Neben der Internationalisierung sollten wir den bereits bestehenden Know-how-Vorsprung weiter ausbauen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Für unsere Partnerunternehmen setzen wir schon jetzt gezielte Akzente in wichtigen technologischen Schwerpunkten, wie zum Beispiel neuen Fertigungstechnologien. Das ist letztlich die Basis für internationalen Erfolg.


Gute Mitarbeiter werden quer durch die Branchen gesucht. Wo soll man ansetzen?
Zengerer:
Es werden nicht mehr Menschen auf den Markt kommen, die Demografie spielt hier gegen uns. Aber die Betriebe können an ihrer Strahlkraft nach außen arbeiten. Gerade KMU geraten beim Run um die besten Köpfe gegenüber großen Unternehmen oft ins Hintertreffen, weil ihre Namen einfach nicht bekannt sind. Man muss sich heutzutage also auch um die nötige öffentliche Attraktivität kümmern. Das war vor zehn, zwanzig Jahren nicht notwendig, da sind die Lehrlinge und Arbeitskräfte Schlange gestanden.

Weitere Informationen auf www.acstyria.com

Interview: Veronika Pranger

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