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"Wir müssen lernen, mit Corona zu leben"

IV-Präsident Stefan Stolitzka über die Folgen von Corona für die Steirer-Industrie, die Rolle der Sozialpartner und warum es eine globalere Sicht in der Klimafrage braucht. 

Stefan Stolitzka ist außerdem geschäftsführender Gesellschafter der legero united mit Headquarter in Graz.
© Foto Fischer Stefan Stolitzka ist außerdem geschäftsführender Gesellschafter der legero united mit Headquarter in Graz.

Sie stehen nun seit gut zwei Monaten an der Spitze der steirischen Industriellenvereinigung. Wie fällt Ihre erste Bilanz aus?

Stefan Stolitzka: Es war und ist eine sehr herausfordernde Zeit. Nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen der Klimakrise, die bei meinen vielen Gesprächen mit unseren Mitgliedern sehr präsent war. Aktuell überwiegen aber natürlich die Folgen von Covid19, wobei da unter den steirischen Industriellen eine ganz klare Meinung vorherrscht: Wir müssen lernen, mit Corona zu leben! Zu warten, bis es irgendwann eine Impfung gibt, ist keine Lösung. Die Situation erfordert Regeln, und die müssen eingehalten werden. Aus meiner Sicht braucht es hier eine noch stärkere  Kommunikation, auch von Seiten des Landes und der Sozialpartner. Wir müssen ein stärkeres Bewusstsein in der Bevölkerung schaffen. 

Wenn Sie sagen, wir müssen mit Corona leben lernen: Meinen Sie damit auch, dass wir in einigen Produktionsbereichen lernen müssen, dass es einen gewissen Stellenabbau gibt? Hier gab es in den vergangenen Wochen ja durchaus die eine oder andere Hiobsbotschaft...

Stolitzka: Grundsätzlich halte ich den Standort Steiermark für sehr gut aufgestellt. Was die Folgen von Corona betrifft, ist der Ausblick für die Industrie noch nicht ganz klar. Denn jetzt kommen – wenn auch deutlich verhaltener als im Vorjahr – die Auftragseingänge fürs nächste Jahr, Ende Oktober sollten wir daher mehr wissen. Grundsätzlich sehen wir einige positive Signale, aber auch Bereiche, wo sich ein längerfristiger Einbruch abzeichnet. Wobei da auch andere
Themen mit ins Spiel kommen, wie die digitale Transformation. Umso wichtiger ist es, dass das viele Geld, das der Staat jetzt zur Bewältigung der Coronakrise in die Hand nimmt, in die richtigen Kanäle fließt und einen nachhaltigen Mehrwert bringt.  

Gutes Stichwort: Wer soll denn für die Corona-Schulden am Ende des Tages aufkommen?

Stolitzka: Verteilungsdebatten und populistische Forderungen nach einer Reichensteuer halte ich für absolut kontraproduktiv. Zuerst müssen wir einmal wissen, um wie viel Geld es sich wirklich handelt, das steht ja noch nicht fest. Wenn es uns damit gelingt, am Ende auch nachhaltige Investitionen auszulösen, dann werden in ein paar Jahren die entsprechenden Steuermittel zurückfließen. Grundsätzlich braucht es in der Gesellschaft jetzt mehr denn je ein gemeinsames Vertrauen und einen entsprechenden Maßnahmen-Konsens, um gut aus der Coronakrise herauszukommen. Die Vier-Tage-Woche, wie sie neuerdings wieder gefordert wird, ist da sicher kein geeigneter Weg.  

Welche Rolle spielen für Sie in diesem Zusammenhang die Sozialpartner? 

Stolitzka: Eine sehr wichtige. Die Sozialpartnerschaft hat sich in Krisenzeiten absolut bewährt und ist für den gesellschaftlichen Konsens sowie für den sozialen Frieden im Land essentiell. Alle Partner arbeiten hier ernsthaft an Lösungen, in der Steiermark nehme ich ein besonders konstruktives Klima wahr.  

Kommen wir zum zweiten Thema, das Sie anfangs angesprochen haben: der Klimakrise. Welche Ansätze verfolgt die Industrie hier? 

Stolitzka: Wir beschäftigen uns sehr aktiv mit dem Thema. Nicht zuletzt, weil die steirische Industrie seit jeher sehr energieintensiv ist – was man aber in einem größeren, sprich globaleren Zusammenhang sehen muss: Für klimafreundliche Mobilität braucht es Schienen. Diese sind in der Herstellung nun einmal energieintensiv. Wenn sie allerdings bei uns produziert werden, dann halten diese Schienen im internationalen Vergleich doppelt so lang – und sie verursachen weniger CO2. Im Jahr 2017 haben alle Anlagenprozesse, die von steirischen Unternehmen weltweit eingerichtet wurden, 550 Megatonnen CO2 gegenüber durchschnittlichen Produkten eingespart – das entspricht dem Verbrauch von Kanada. Und wir könnten noch mehr einsparen, wenn die Abgaben, die unsere Unternehmen für CO2 bezahlen, für die Erforschung noch klimafreundlicherer Produktionsprozesse zweckgebunden wären.

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