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„Wir befinden uns im War for Talents“

Der Autohandel jubelt über Rekordverkäufe, die Auftragsbücher der Industrie sind gut gefüllt: Wir haben deshalb Magna-Europe-Chef Günther Apfalter zur steirischen PS-Wirtschaft und den dafür nötigen Fachkräften befragt.

Günter Apfalter steht seit 2010 an der Spitze von Magna-Europe.
© Tom Schuller Günter Apfalter steht seit 2010 an der Spitze von Magna-Europe.

Der Start ins Autojahr könnte mit 353.320 neuen Pkw in Österreich nicht besser sein. Was hat sich Magna für heuer auf die To-do-Liste gesetzt?
Günther Apfalter: Jüngst wurde in Detroit unser Ausblick für das Jahr bekanntgegeben: Wir rechnen mit einem globalen Umsatz von bis zu 41,5 Milliarden US-Dollar. Davon entfallen sechs bis 6,4 Milliarden auf die Fahrzeugfertigung bei uns in Graz.

Abgesehen von den genannten Zahlen – welche Rolle spielt Magna Steyr innerhalb des Konzerns und wo steckt noch Potenzial?
Apfalter: Die Automobilindustrie befindet sich in einer aufregenden, von starken Veränderungen geprägten Zeit. Die Geschwindigkeit des Technologiewandels und der Innovation ist beeindruckend. Hierbei ist unsere Gesamtfahrzeugkompetenz aus Graz, sowohl im Engineering als auch in der Produktion, von großer Bedeutung für den gesamten Magna-Konzern. Unser Werk in Graz ist der einzige Magna-Standort, an dem Fahrzeuge gefertigt werden. Neue Technologien, wie das autonome Fahren und auch alternative Antriebe, stellen die Hersteller vor große Aufgaben, bei denen wir Zulieferer ebenfalls gefragt sind. Hier sehe ich noch viel wirtschaftliches Potenzial.

Stichwort neue Technologien: Die Elektromobilität wird aktuell heiß diskutiert. Wie stark setzt der E-Trend aus China die europäischen Produzenten unter Zugzwang?
Apfalter: Um auch weiterhin unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, beschäftigen wir uns bei Magna Steyr intensiv mit den Themen Elektrifizierung und Elektromobilität. Wir sind weltweit der erste Fahrzeugauftragsfertiger, der mit dem Jaguar I-PACE ein rein elektrisches Fahrzeug produzieren wird. Die Elektrifizierung der Automobilbranche findet bereits statt. In einigen Regionen sicherlich schneller, jedoch wird sich hier niemand dem Trend entziehen können.

Magna Steyr ist bei vielen Lehrlingsinitiativen – wie beispielsweise auch den EuroSkills 2020 – immer ein Benchmark. Woher kommt dieses große Engagement um den Nachwuchs?
Apfalter: Weil die Lehrlingsausbildung das Rückgrat unseres Werkes in Graz ist. Deshalb investieren wir hier seit Jahren massiv, da gut qualifizierte Fachkräfte die Grundlage für die erfolgreiche Abwicklung unserer Fahrzeugaufträge sind. Wir bilden derzeit mehr als 200 Lehrlinge in zwölf unterschiedlichen Berufen aus. Neben der Ausbildung auf höchstem Niveau bieten wir unseren Nachwuchskräften gute Entwicklungs- und Einkommensmöglichkeiten sowie attraktive Zusatzleistungen und Praktika im Ausland bzw. bei anderen Automobilherstellern. Außerdem ist unseren Lehrlingen nach Abschluss ein Arbeitsplatz gesichert.

Das ist die eine, die unternehmerische Art, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Wo sehen Sie die Politik in der Pflicht?
Apfalter: Wir befinden uns in ganz Europa in einem sogenannten „War for Talents“, also im Kampf um junge Talente. Deshalb begrüßen wir jegliche politische Initiativen, die den Wirtschaftsstandort Österreich stärken.

Stichwort Wirtschaftsstandort: Vor einem Jahr haben Sie erklärt, Magna Steyr benötige 3.000 weitere Mitarbeiter. Wie weit ist man hier?
Apfalter: Aufgrund der guten Auftragslage sind wir nach wie vor mitten in der größten Recruiting-Offensive in der Geschichte von Magna. Bis Ende 2018 werden wir 3.000 neue Mitarbeiter aufgenommen haben, insbesondere im Facharbeiterbereich haben wir auch noch weiteren Bedarf.

Magna-Facts: 

Der Magna-Konzern zählt zu den weltweit größten Automobilzulieferern mit 328 Fertigungsbetrieben und mehr als 163.000 Mitarbeitern. Günther Apfalter – gebürtiger Linzer und Sohn von Ex-voestalpine-Chef Heribert Apfalter – steht seit 2010 an der Spitze von Magna International Europe. Am Magna-Steyr -Standort-Graz werden aktuell 10.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Infos: www.magna.com

Von Veronika Pranger

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