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Wieso Frauen schwer an die Spitze kommen

Mit zwei Frauen ist die Volksbank Steiermark die einzige Bank Österreichs mit weiblicher Vorstandsmehrheit. Wir haben die beiden Managerinnen Regina Ovesny-Straka und Monika Cisar-Leibetseder zum Gespräch getroffen.

 
Die Vorstände der Volksbank Steiermark Regina Ovesny-Straker und Monika Cisar-Leibetseder haben mit unserem Redakteur Michael Neumayr gesprochen.
© Fischer Die Vorstände der Volksbank Steiermark Regina Ovesny-Straker und Monika Cisar-Leibetseder haben mit unserem Redakteur Michael Neumayr gesprochen.

Am 8. März findet der Weltfrauentag statt. Sie stehen beide an der Spitze der Volksbank Steiermark. Braucht es so einen Tag überhaupt noch? 

Regina Ovesny-Straka: Ich glaube schon, dass es den noch braucht. 

Monika Cisar-Leibetseder: Vielleicht braucht man ihn irgendwann einmal nicht mehr. Aber in einer heutigen Welt, wo wir noch immer einen Equal-Pay-Day haben, der irgendwann im Herbst ist, ist er sicher noch notwendig.

Glauben Sie, dass sich das irgendwann einmal ändert? 

Ovesny-Straka: Ich glaube, da muss man zwischen Europa und dem Rest der Welt unterscheiden. Wenn ich zum Beispiel nach Indien schaue, dann brauchen wir den Weltfrauentag sehr dringend. Man darf hier aber auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Das gilt auch bei uns, wenn wir etwa über das Thema gleiches Gehalt sprechen. Man muss berücksichtigen, dass Frauen in Karenz gehen und dadurch Gehaltserhöhungen versäumen. Ich bin mir nicht sicher, ob man da immer ganz korrekt rechnet. Wo aber noch viel zu tun ist, ist die Gleichberechtigung der Chancen. 

Was meinen Sie damit? 

Ovesny-Straka: Es gibt leider noch immer Unternehmensstrukturen, in denen sich Frauen bei Beförderungen extrem schwer tun. Die berühmt-berüchtigte gläserne Decke ist hier leider eine Realität. 

Ist das der Grund, warum Frauen in Vorstandsetagen noch immer Exoten sind? 

Ovesny-Straka: Ja, zumindest zum Teil. Ein Grund ist auch, dass sich Frauen für diese Karriere bewusst entscheiden müssen. Oft werden sie für Führungspositionen aber auch gar nicht in Betracht gezogen. 

Cisar-Leibetseder: Das Problem ist auch, dass sich Frauen zu wenig zutrauen. Ich glaube, dass sich Männer schneller bewerben, ohne darüber nachzudenken, ob sie es mit der Familie, dem Haus oder dem Umfeld vereinbaren können. 

Man diskutiert immer wieder über die Frauenquote. Ist das eine  gute Idee? 

Cisar-Leibetseder: Um als Frau wahrgenommen zu werden, ist es schon so, dass man einen Tick besser sein muss als die Männer. Sonst hat man als Frau wenige Chancen. Grundsätzlich bin ich aber kein Freund von Verpflichtungen. Ob es langfristig eine gute Idee ist, eine Quote einzuführen, ist fraglich, denn dann ist man schnell die Quotenfrau. 

Ovesny-Straka: Ich war auch nie für Quoten. Aber mit zunehmender Erfahrung bin ich dafür, weil es anscheinend nicht anders funktioniert. In männlich dominierten Aufsichtsräten gibt es jetzt teilweise Panikreaktionen: ‚Da kommt eine Frau, was kriegen wir da.‘ Das gibt es noch immer und das ist erschreckend. Versuchen Sie einmal, als Frau in einen Aufsichtsrat eines börsennotierten Unternehmen reinzukommen. Da gibt es noch stark diese männliche Clique. Im Vorstand ist es leichter, weil man dort aufgebaut wird.

Wie können wir also diese gläserne Decke durchstoßen? 

Cisar-Leibetseder: In erster Linie kann man sie nur durch Leistung und Vorbildfunktion durchstoßen. 

Ovesny-Straka: Auch mediale Aufmerksamkeit hilft. Je mehr über Frauen in solchen Positionen berichtet wird, desto eher denkt sich eine Frau, dass sie das auch schaffen könnte. Es müsste eigentlich normal sein, aber derzeit sind Frauen gewissermaßen noch Exoten. 

Cisar-Leibetseder: Wobei sich vieles positiv verändert hat, es ist nicht mehr so wie vor 20 Jahren.

Frau Cisar-Leibetseder, Sie sind für das Risikomanagement zuständig, gerade in der Volksbank ein heikles Thema. Wie steht die Bank heute da?

Cisar-Leibetseder: Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Talsohle durchschritten. Sicher haben wir da noch Luft nach oben, aber es ist wie beim Thema Frauen in Spitzenpositionen: Wir sind gut am Weg, aber noch nicht am Ziel.

Es wurden Filialen zusammengelegt. Ist die Umstrukturierung nun abgeschlossen?

Ovesny-Straka: Nein. Von den Filialschließungen her war es das zwar für heuer. Wir arbeiten aber am Filialkonzept, deshalb kann ich weitere Filialschließungen nicht ausschließen. Persönlich sehe ich aber kaum Spielraum. Wir müssen uns jedoch jetzt überlegen, wie die Filiale der Zukunft aussehen wird, und bilden daher Kompetenzzentren, wo wir unser Know-how bündeln.

Die strengen Regularien drängen die Banken ja dazu Filialen zu schließen. Schießt man da über das Ziel hinaus? 

Ovesny-Straka: Ja. Aber man muss sich bewusst sein, dass das ein natürlicher Ausschlag des Pendels ist. Bis 2008 war man ganz liberal und jetzt sind wir genau auf der Gegenseite. Ich glaube nicht, dass alle Regularien wirklich die Sicherheit des Bankensektors stärken, aber es sind die Rahmenbedingungen, die wir haben. Dass diese Regularien extrem viel Geld kosten, das dem Kunden nirgends zugute kommt, das muss man jedoch auch sagen. Deshalb gibt es Sparmaßnahmen und da schaut man sich das Filialnetz sehr genau an.

Cisar-Leibetseder: Sich die Kosten anzusehen, gehört aber einfach dazu. Das ist wie Staubsaugen, kaum ist man fertig, muss man schon wieder damit anfangen, denn irgendwo sammelt sich wieder etwas an.

Warum war es notwendig, 
Filialen zusammenzulegen?
 

Ovesny-Straka: Weil es sehr kleine Filialen mit 300 Kunden waren. Um vernünftig arbeiten zu können, bräuchte man aber 2.000 Kunden. Da mussten wir reagieren, obwohl es natürlich  auch Widerstand gab. Das größte Problem im ländlichen Bereich ist die Bargeldversorgung mit Bankomaten. Deshalb überlegen wir nun mit der einen oder anderen Gemeinde eine Lösung. 

Ohne Bankomatgebühren ist das natürlich schwierig... 

Ovesny-Straka: Sie sprechen das sehr locker aus. Nach diesen Diskussionen wird man das Thema als Bank nicht ansprechen. Egal, wie man derzeit argumentieren würde, man würde sich vom Kunden die Ohrfeige holen. (von Michael Neumayr)

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