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Wie man das Los bei Aufträgen zieht

Die öffentliche Auftragsvergabe ist nach wie vor ein sehr komplexes Thema. Die WKO Steiermark hilft mit Ratgebern und Broschüren. Worum geht es?

Menschen studieren Bauplan
© rh2010,stockadobe Kommunen wird geraten, öffentliche Aufträge in Teil­losen zu vergeben, um lokale Betriebe zu ­beschäftigen.

Öffentliche Auftraggeber (Bund, Länder, Gemeinden) haben sich bei Aufträgen an die Bestimmungen des Bundesvergabegesetzes (BVergG) zu halten, das die Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung aller Bewerber und Bieter sowie die Vergleichbarkeit der Angebote sicherstellt. „Trotz des engen gesetzlichen Rahmens können öffentliche Auftraggeber aber dafür sorgen, dass sich auch regionale Unternehmer bei Ausschreibungen beteiligen können. Zum Beispiel durch eine Aufteilung in Lose, die für regionale Betriebe besser zugänglich sind“, weiß Vergabeexperte Gerfried Weyringer im WKO-Rechtsservice. 

Vergibt der öffentliche Auftraggeber ein Gesamtpaket, d. h. schreibt er eine Generalunternehmerleistung aus, dann haben es regionale Betriebe wesentlich schwerer. Ein Tischler müsste dann zum Beispiel alle für die Erfüllung erforderlichen Leistungen, wie Maler-, Elektriker-, Schlosserarbeiten etc., ebenfalls anbieten, was ihm schon aufgrund der fehlenden Kapazitäten und Gewerbeberechtigungen nicht möglich sein wird.

Möglichkeit der Losteilung

Nicht nur aus diesem Grund profitieren regionale Unternehmer und Kommunen von einer Losteilung – darunter versteht man die Unterteilung von Leistungen in Teillose. Die wertmäßig kleineren Lose können dann in einem je nach Größe passenden Verfahren vergeben werden. Der Tischler in unserem Beispiel muss dann nicht alle Leistungen selbst erbringen, sondern kann ausschließlich im Los „Tischlerarbeiten“ ein Angebot legen. Zur „Gesamt- oder Losvergabe“ heißt es im BVergG: Die Leistungen eines Vorhabens können gemeinsam oder getrennt vergeben werden. Erfolgt keine Unterteilung des Auftrages in Lose, so hat der Auftraggeber bei Vergabeverfahren im Oberschwellenbereich dies zu begründen.

„Die WKO hat gemeinsam mit einer Rechtsanwaltskanzlei einen Online-Ratgeber entwickelt, der bei der Wahl eines regionalfreundlichen Vergabeverfahrens unterstützt“, berichtet Weyringer. Im Rahmen eines Dialoges wird erfragt, ob man einen Bau-, Liefer- oder Dienstleistungsauftrag vergeben möchte. Anschließend werden die geschätzten Auftragswerte abgefragt. Anhand der gegebenen Antworten schlägt der Online-Ratgeber ein oder auch mehrere mögliche Vergabeverfahren vor. Für diese(s) Verfahren stellt er alle notwendigen Dokumente zur Verfügung und führt mit leicht verständlichen Anweisungen durch das gewählte regionalfreundliche Vergabeverfahren. Zudem gibt es ein Handbuch zur Regionalvergabe mit Beispielen und eine Broschüre mit dem Titel „In zehn Schritten zur regionalen Auftragsvergabe.“ 

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