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Wie Lehrlinge im Ausland ihren Horizont erweitern

Immer mehr Lehrlinge zieht es für ein Praktikum ins Ausland. Wie die Jugendlichen und die Betriebe davon profitieren.

Lehrlinge am Meer; Tanja Dissauer am Praktikumsplatz; Jeremias Herzer im Restaurant
© Dissauer (2), Herzer Auch Freizeitspaß durfte in Malta nicht zu kurz kommen. Kleines Bild oben: Tanja Dissauer am Praktikumsplatz; kleines Bild rechts: Jeremias Herzer im Partnerbetrieb in Valencia

Spanien, Irland, Italien, Norwegen, Malta: Was nach Destinationen aus einem Reisekatalog klingt, ist für immer mehr steirische Lehrlinge Teil ihrer Ausbildung.Über 800 Jugendliche haben in den letzten fünf Jahren ein gefördertes Auslandspraktikum in Europa absolviert.

Und es werden laufend mehr, bestätigt Harald Schiestl von der Lehrlingsstelle in der WKO: „Die Nachfrage nach Auslandspraktika ist ungebrochen. Das Interesse zieht sich durch alle Branchen.“ So nutzen Big Player in der Industrie wie die AVL oder die Andritz AG die Möglichkeit genauso wie namhafte Handelsriesen: Die Verantwortlichen bei Leiner, Ikea und Spar wissen längst um die Vorteile, die ein Auslandsaufenthalt ihrer Lehrlinge bringt. „Jedes Unternehmen profitiert davon“, sagt Susanne Klimmer, Geschäftsführerin des Vereins IFA (Internationaler Fachkräfteaustausch), der bisher über 7000 Auslandspraktika vermittelt hat: „Der Betrieb bekommt Mitarbeiter mit internationaler Erfahrung und Sprachkenntnissen zurück und positioniert sich als innovativer Betrieb und attraktiver Arbeitgeber.“

Viele Betriebe greifen auf die professionelle Abwicklung durch IFA zurück, weil mit der Organisation doch viel Aufwand verbunden ist – vom Sprachkurs über den Partnerbetrieb bis hin zur Gastfamilie. Daneben organisieren aber immer mehr Berufsschulen Auslandspraktika für ihre Branche, und mancher Betrieb stellt das Praktikum für den Lehrling auch in Eigenregie auf die Beine.

Nicht nur organisatorisch, auch finanziell werden die Betriebe unterstützt – so werden die Lohnkosten anteilig übernommen, genauso wie die Kosten für den Sprachkurs sowie die An- und Abreise. Seit kurzem gibt es ein „Extra-Zuckerl“ für die Lehrlinge: Sie bekommen eine Prämie von 15 Euro pro Tag.

Besonders wichtig sind internationale Erfahrungen in Tourismusberufen, weiß Thomas Scheuchl, Personalleiter im Rogner Bad Blumau. Daher möchte er „so vielen Lehrlingen wie möglich“ ein Praktikum ermöglichen. Derzeit werden 35 Lehrlinge ausgebildet. Einer davon ist Jeremias Herzer (17), der heuer bei einem zweiwöchigen Praktikum in Spanien buchstäblich über den Tellerrand geblickt hat. Bei einem Aufenthalt in Valencia hat der angehende Koch nicht nur die spanische Küche, sondern auch Grundzüge der Sprache gelernt. „Jederzeit wieder“, ist er begeistert.

Eine positive Bilanz zieht auch  Tanja Dissauer, die beim Bauunternehmen Herbitschek in Mürzzuschlag Bürokauffrau „lernt“. Mit 15 Kolleginnen aus der Berufsschule Feldbach war sie in Malta, um ihre Englischkenntnisse aufzumöbeln und Praxisluft in einer Personalabteilung zu schnuppern. „Unglaublich, was wir in der kurzen Zeit alles gelernt haben“, sagt sie. Rückendeckung hat sie von ihrem Betrieb bekommen. „Wir unterstützen die Praktika gerne, weil sie den Horizont erweitern“, so Prokurist Siegfried Ziegerhofer.

Interview mit Thomas Scheuchl, Personalleiter beim Rogner Bad Blumau

Das Rogner Bad Blumau ist ein renommierter Ausbildungsbetrieb. Welche Erfahrungen haben Sie mit Auslandspraktika gemacht?

Scheuchl: Wir haben sehr positive Erfahrungen damit gemacht. 15 Lehrlinge haben schon ein Praktikum im Ausland absolviert, das Feedback ist wahnsinnig gut.

Was bringt ein solcher Aufenthalt?

Scheuchl: Sprachkenntnisse sind gerade in Tourismusberufen wichtig und unverzichtbar. Ein Auslandsaufenthalt fördert aber mehr als das, hier geht es viel um berufliche und persönliche Entwicklung. In kurzer Zeit werden die Jugendlichen viel selbständiger. Und sie bekommen Einblicke in ein anderes Unternehmen.

Wie profitiert der eigene Betrieb davon?

Scheuchl: Die Lehrlinge kommen sprachlich gefestigt, selbstbewusst und mit einem erweiterten Horizont zurück. Im Ausland wird ihnen oft erst bewusst, welche hohen Ausbildungsstandards sie in Österreich genießen und was sie fachlich schon alles draufhaben.

Und wohin geht die Reise in Zukunft?

Scheuchl: Neben Spanien, Italien und Irland ist heuer Frankreich erstmals im Programm. Für uns steht fest, dass wir auch in Zukunft so vielen Jugendlichen wie möglich die Möglichkeit geben wollen, Auslandserfahrung zu sammeln.

Die Förderung für Betriebe wird über die Lehrlingsstelle der WKO Steiermark abgewickelt. Mehr Infos: Tel. 0316/601-107
barbara.ehmann@wkstmk.at
www.lehre-foerdern.at

Autorin: Karin Sattler

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