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Wie Kuren Millionen in die Kasse spülen

Die Steiermark führt mit 16 Kurorten das bundesweite Ranking der höchsten Kurort-Dichte an. Und diese sind ein veritabler Wirtschaftmotor, wie eine Studie belegt.

100.000 Jobs werden in der Steiermark durch die weiß-grüne Gesundheitswirtschaft gesichert.
© Harald Eisenberger/Parktherme Bad Radkersburg 100.000 Jobs werden in der Steiermark durch die weiß-grüne Gesundheitswirtschaft gesichert.

Vom Massagetisch in die Sauna, von den Moorpackungen ins Thermalbad: Wer Bilder vom Müßiggang in alten Kuranstalten im Kopf hat, wähnt deren Gäste den ganzen Tag im Bademantel. Doch diese Zeiten sind vorbei: Längst hat das Kur-Business sein angestaubtes Image abgelegt und sich zum Millionen-Geschäft entwickelt. Das zeigt sich nicht nur an den „millionenschweren“ Investitionen, die in der grünen Mark in die Kurbetriebe fließen, sondern auch anhand einer aktuellen Studie der Donau-Universität Krems,  die die regionalökonomischen Effekte des Kurwesens in Österreich untersucht hat. Demnach sorgen die bundesweit 116 privaten Kurbetriebe mit mehr als 13.000 Betten für eine Bruttowertschöpfung von sage und schreibe 419 Millionen Euro im Jahr. 

Wirtschaftsmotor Kur

Interessant ist auch ein Blick auf die Beschäftigungseffekte: So wurde errechnet, dass im Kurwesen pro 100 Betten 39 saisonunabhängige Arbeitsplätze geschaffen werden.  Pro Kurbett wird die direkte Wertschöpfung mit 16.100 Euro beziffert, durch Sekundäreffekte erhöht sich dieser Betrag auf 33.140 Euro. 

„Speziell für periphere Regionen – und dort sind die meisten Kurorte angesiedelt – ist das ein beträchtlicher Wirtschaftsmotor“, so Josef Sommer, Präsident des Österreichischen Heilbäder- und Kurorteverbandes. Besonders aus der grünen Mark ist das Kur-Business nicht mehr wegzudenken, ist sie doch mit 16 Kurorten das Bundesland mit der höchsten Kurort-Dichte. 

Wie sich die Kur-Bilanz allein in den  Nächtigungszahlen niederschlägt, zeigt Sommer anhand der Region rund um Bad Radkersburg auf: „Rund die Hälfte der 650.000 jährlichen Übernachtungen steht in direktem Zusammenhang mit Kuren und Rehab.“ Weitere Effekte, die mit dem Kur-Geschäft einhergehen, reichen von der Kurkonditorei bis zum Bäcker, vom Maler bis zu Reinigungsfirmen, die von den Kurbetrieben beauftragt werden – ganz abgesehen von der „Gesundheitskompetenz, die sich die Steirer über die Jahre angeeignet haben“, so Sommer.

Nachfrage ungebrochen

Entsprechend wird auch in die Modernisierung der Kurbetriebe investiert, etwa bei den „Platzhirschen“ in Bad Gleichenberg und Bad Radkersburg, wo das weiß-grüne Know-how zunehmend zu einer Gesundheitsregion verschmilzt, wie Johann Harer, Chef des Humantechnologie-Clusters, bestätigt: „Die Südoststeiermark kann auf jahrzehntelange Erfahrung im Kur- und Rehabilitationsbereich blicken. Wir unterstützen die Entwicklung zur Gesundheitsregion, die sich mit innovativen Angeboten international neu aufstellen kann.“ Die Nachfrage nach Gesundheitsangeboten ist ungebrochen, zuletzt haben rund 282.000 Personen in Österreich einen Kur- oder Rehab-Aufenthalt angetreten. Unter den Kurgästen ist auch so mancher Unternehmer: In der Steiermark wurden von der SVA im Vorjahr 998 Kuren bewilligt, dazu kamen 1700 Rehabilitationsverfahren.

Die "neue" Kur setzt auf Aktivitäten

Massagen, Moorpackungen und den ganzen Tag im Bademantel: Das Bild, das man von traditionellen Kuren im Kopf hat, wird bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates immer mehr abgelöst durch Aktivprogramme mit Ergometer, Yogamatte und Nordic-Walking: Statt der herkömmlichen „passiver Anwendungen“ stehen jetzt in den Kurhäusern Bewegungseinheiten mit Kraft- und Ausdauertraining bis zur  Ernährungsberatung auf dem Programm. Neben der „klassischen Kur“ wurde mit der „Gesundheitsvorsorge aktiv“ ein Zusatzangebot geschaffen,  bei dem die Versicherungen auf aktive Beteiligung der Betroffenen und eine langfristige Änderung des Lebensstils setzen. Durch entsprechende Nachsorge-Angebote soll der Therapieerfolg nachhaltig abgesichert
werden.

Sozialversicherung für Selbständige

Durch die Fusionierung von SVA und SVB zur Sozialversicherung für die Selbständigen (SVS) bekommen alle Gewerbetreibenden, Bauern, Freiberufler und Neue Selbständige mit 1. Jänner 2020 eine gemeinsame Anlaufstelle für ihre soziale Absicherung – für Krankheit, Unfälle und den Ruhestand. Damit entsteht ein sogenannter „Allspartenträger“ für die 1,2 Millionen Versicherten. Die SVS setzt auf Prävention und Lebensstil-Änderungen: Wer regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung geht, zahlt weniger Selbstbehalt. Zur Erreichung der Gesundheitsziele gibt es Unterstützung in Form des SVA-Gesundheitshunderters. Das Programm „Jackpot“ setzt auf nachhaltige Kurerfolge: Mit (für ein Semester kostenlosen) Sportkursen in Wohnortnähe will man Menschen nach der Kur in Bewegung halten. Mehr Infos unter www.svs.at, www.jackpot.fit.

Gesundheitswirtschaft Steiermark

15,8 Prozent der Steirer sind in der Gesundheitswirtschaft tätig – etwa im Pflegebereich, bei medizinischen Kernleistungen, bei präventiven Dienstleistungen sowie im Kur- und Heilthermenbereich. Unterm Strich ein enormer Wirtschaftszweig mit viel Potenzial, denn die demografische Entwicklung und die steigende Lebenserwartung erfordern eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Gesundheit. Die Plattform Gesundheitswirtschaft, hinter der die WKO Steiermark und das Land Steiermark als Träger stehen, setzt genau hier an und vernetzt die privaten und öffentlichen Stakeholder im Gesundheitsbereich. So widmen sich etwa aktuelle Projekte den Themen Gesundes Altern, Robotik und Pflege, Prävention 3.0, Fit im Job sowie Aktiv Daheim. Infos: gesundheitswirtschaft-stmk.at

Millionen-Invests in die Kurbetriebe

In der Steiermark wird fleißig in die Modernisierung und Erweiterung von Kurbetrieben investiert: So wurde etwa in Bad Radkersburg aus dem alten Kurmittelzentrum ein hochmodernes Gesundheitszentrum „gezaubert“, das in den bestehenden Gebäudekomplex der Therme integriert wurde. Insgesamt wurden 11,5 Millionen Euro in den Umbau gesteckt und „die Infrastruktur auf den letzten Stand der Medizintechnik gebracht“, so Geschäftsführer Christian Korn. Große Investitionspläne gibt es auch in Bad Gleichenberg: Neben der Erweiterung des Therapiebereichs und Bettentrakts (um 200 Betten) ist ein Thermalbad- und Vier-Sterne-Hotelkomplex im ältesten Kurort der Steiermark geplant. Darüber hinaus soll in Bad Gleichenberg ein eigenes Zentrum für Stammzellentherapie entstehen, für das ein zweistelliger Millionenbetrag in die Hand genommen werden soll.


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