th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Wie Frauen ein neues Holzbau-Bild zimmern

Der Holzbau im Wandel der Zeit: Wie sich Frauen damals und heute in einer Männerdomäne behaupten, beweisen drei Steirerinnen aus drei Generationen.

Maritta Hasler, Karoline Pirker und Christine Bachinger-Dengg (v.l.)
© Foto Fischer Maritta Hasler, Karoline Pirker und Christine Bachinger-Dengg (v.l.) mischen eine Männerdomäne auf.

Schwere körperliche Arbeit, dreckige Arbeitsmontur und derber Baustellenschmäh: Das Bild, das der Holzbau bedient, ist voller Klischees. Doch die Realität in der einstigen Männerdomäne schaut anders aus. Längst sitzen Frauen als Baumeisterinnen und Holzbaumeisterinnen an den Schnittstellen der Betriebe, planen Projekte bis ins letzte Detail und setzen sie gekonnt um. Wir haben mit drei Frauen aus drei Generationen über den Holzbau im Wandel der Zeit und ihren Werdegang gesprochen.

Wenn Christine Bachinger-Dengg (65) über ihren Beruf spricht, kommt sie auch nach ihrer Pensionierung noch ins Schwärmen: „Ich durfte eins der ältesten Handwerke lernen, etwas anderes hätte ich mir nicht vorstellen können.“ Dabei war das in den 1970er-Jahren alles andere als selbstverständlich: Als fünfte Tochter in einen Zimmererbetrieb hineingeboren, wurde ihr die Begeisterung für den Holzbau quasi in die Wiege gelegt. Gemeinsam mit der ältesten Schwester hat sie als Zimmermeisterin und mit dem Baumeistertitel in der Tasche den elterlichen Betrieb übernommen. „Damals ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen. Meine besondere Leidenschaft waren immer Glockentürme, die viel Fingerspitzengefühl erfordern.“ 

Jahrhundertelange Traditionen im Holzbau

Rückblickend erzählt sie von jahrhundertealten Traditionen im Holzbau, von einfachen technischen Hilfsmitteln, vom händischen Sägen, von Leimtechniken und Schnürböden. „Ab 1990 hat dann immer mehr die Digitalisierung Einzug gehalten in der Branche, der Abbund wurde am Computer möglich.“ Mit Veränderungen hat die Unternehmerin nie Probleme gehabt, das Image der ganzen Branche habe sich im Laufe der Jahre sehr gewandelt, sagt sie: „Durch den Einsatz von Maschinen ist viel körperliche Arbeit weggefallen und hat Erleichterung gebracht.“ Davon haben auch die Schwestern Dengg profitiert, deren Unternehmen insgesamt 55 Jahre in weiblicher Hand lag. Als Frau an der Spitze eines Holzbaubetriebs habe sie keine Schwierigkeiten gehabt, sich durchzusetzen: „Ich habe mich nie als Exotin im Holzbau gefühlt, schließlich kannte ich ja von klein auf nichts anderes.“

Auch Maritta Hasler aus Zeltweg hat schon als Kind im Fertigteilhausbetrieb des Vaters Pläne gezeichnet, geplant und konstruiert. Nach der HTL für Bautechnik studierte die Obersteirerin Bauingenieurwesen, absolvierte die Holzbaumeisterprüfung und machte den Baumeister. Nächstes Jahr will die Diplomingenieurin den väterlichen Betrieb mit 20 Mitarbeitern übernehmen. „Holz ist ein langlebiger und nachhaltiger Baustoff, die Arbeit damit macht mir große Freude, auch wenn man sich als Frau noch mehr beweisen muss“, sagt sie.

Keine Vorbehalte, in einer Männerdomäne Fuß zu fassen, hat Karoline Pirker. Die junge Frau lernt das alte Holzbau-Handwerk beim Mooskirchener Holzbaubetrieb Lemsitzer – als erster weiblicher von insgesamt über 60 Lehrlingen. Auch ihre Passion für den Holzbau liegt in ihren Wurzeln, ist der Vater doch Förster und stammt die Mutter aus einer Tischlerfamilie. „Holz hat mich von klein auf fasziniert. Schon der Geruch ist etwas Besonderes“, sagt sie. Lehrherr Manfred Lemsitzer ist voll des Lobes: „Karoline bringt sich gut ein, kommt gut im Team zurecht und ist hochmotiviert.“

Die Lebensläufe der drei Steirerinnen stehen exemplarisch für eine Entwicklung, die sich durch die Branche zieht: „Im Holzbau ist die Steiermark mit rund 350 Betrieben vorn dabei. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten auch hier die Frauen in der Branche“, so Innungsmeister Oskar Beer.

Das könnte Sie auch interessieren

Die heimischen Banken treffen zum bevorstehenden Weltspartag am 30. Oktober umfassende Vorkehrungen, um die Sicherheit ihrer Kunden und Mitarbeiter gewährleisten zu können.

Weltspartag: Banken gehen wegen Corona auf Nummer sicher

Um Kundenströme besser kanalisieren zu können und Menschenansammlungen in den Filialen zu vermeiden, rufen manche Institute Weltsparwochen im Oktober bzw. teilweise darüber hinaus aus. mehr

Sneakers, dunkle Lederschuhe

Lehrlinge als neue „Etiquette-Experten“

Die Lehrlinge von heute sind die Fachkräfte von morgen. Für einen zusätzlichen Feinschliff soll jetzt ein „Etiquette-Ausbildungsprogramm“ sorgen. mehr