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Wie der Coronavirus China in Atem hält

China ist seit Ausbruch des Coronavirus (SARS-CoV-2) letzten Dezember im Katastrophenmodus. Wir haben mit Martin Glatz, Wirtschaftsdelegierter in Peking, über den Alltag und die Auswirkungen gesprochen.

Frau mit Atemmaske
© Takashi Yamashita, adobestock Coronavirus: Nach wie vor prägen Atemmasken das Straßenbild Pekings.

Herr Glatz, Sie befinden sich derzeit in Peking. Wie sieht der Alltag dort aus? Wie ist die Stimmung?

Glatz: Es ist ungewöhnlich ruhig und wir sind nach wie vor weit von der Normalität entfernt. Auf den Straßen trägt man Atemmasken und beim Betreten von Büros, Geschäften und Wohnhäusern wird man auf Fieber gecheckt. Die Bewegungsfreiheit ist stark eingeschränkt, vom Gefühl her wird es in Peking allmählich wieder besser. Wir hoffen, dass sich die Lage bald normalisiert, und freuen uns über jedes Restaurant und jedes Geschäft, das wieder öffnet.

Welche Auswirkungen hat das Coronavirus für die österreichisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen?

Glatz: Für heimische Betriebe werden die Folgen des neuen Coronavirus vermutlich stärker ins Gewicht fallen als jene der SARS-Epidemie vor 17 Jahren. Die wirtschaftliche Verflechtung Österreichs mit China ist heute weitaus größer. So haben sich die Einfuhren aus dem „Reich der Mitte“ seit 2003 mehr als vervierfacht und die Ausfuhren sind mehr als dreieinhalb Mal so hoch. China ist der weltweit drittwichtigste Beschaffungsmarkt für die heimische Wirtschaft. Bei den Importen spielen Bekleidung und Schuhe zwar eine große Rolle, wichtiger sind aber mechanische und elektrische Maschinen und Geräte – von der Leiterplatte oder integrierten Schaltkreisen bis hin zu Computern und Mobiltelefonen.

Wie stark sind österreichische Unternehmen von dem Virusausbruch betroffen?

Glatz: Insgesamt gibt es in China, inklusive Hong Kong, knapp 1.000 Niederlassungen österreichischer Firmen. Die meisten befinden sich in der Region Shanghai, im Süden des Landes, sowie im Großraum Peking. Der Ausgangspunkt des Virus, die Provinz Hubei mit der Hauptstadt Wuhan, ist zwar für Chinas Wirtschaft von Bedeutung, nicht aber als Standort für österreichische Unternehmen. Nur zehn heimische Firmen sind dort mit einer Niederlassung vertreten. Die meisten der 250 Produktionsniederlassungen mit österreichischem Hintergrund sind mittlerweile wieder in Betrieb, allerdings nicht in Vollbetrieb.

Was sind die unmittelbaren Auswirkungen auf die Wirtschaft?

Glatz: Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus führten landesweit zu vorübergehenden Produktionsstopps und Unterbrechungen der Lieferketten. Die Produktionstätigkeit konnte wieder aufgenommen werden, allerdings nicht in vollem Umfang. Es fehlt oft an Vormaterialien und nach wie vor an Personal, da viele Menschen, die über die Feiertage zum chinesischen Neujahr in ihre Heimatprovinzen gereist waren, bisher nicht an ihre Arbeitsplätze zurückkehren konnten. Es wird wohl noch länger dauern, bis sich die Situation normalisiert, aber es gibt schrittweise Verbesserungen. 

Wie wird es nun weitergehen?

Glatz: Den Verlauf der Erkrankung kann niemand voraussehen. Pläne, um die angeschlagene Wirtschaft zu unterstützen, hat die chinesische Regierung aber bereits. So sollen ausländisch investierte Unternehmen bei der Wiederaufnahme des Betriebes Hilfe erhalten, ausländische Investitionsprojekte sollen schnellstmöglich umgesetzt werden, es soll finanzielle und steuerliche Begünstigungen geben sowie in einigen Fällen eine vereinfachte Zollabfertigung.

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