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Wie Corona die Wirtschaft infiziert

Die Ereignisse rund um das Coronavirus überschlagen sich. Welche Auswirkungen das auf die internationale Geschäftswelt und auf steirische Unternehmen haben wird? Wir haben bei Experten nachgefragt

Frachtschiff von oben
© aereal drone, stockadobe Folge des Coronavirus: Es werden weltweit weniger Güter transportiert.

„Die aktuellen Vorkommnisse zeigen die Verletzlichkeit globaler Wertschöpfungsketten“,  so Robert Brugger, ICS-Geschäftsführer. Er und sein Team werden, so wie die Experten der WKO, derzeit mit Corona-Anfragen bombardiert. Denn eine globalisierte Welt kennt keine Grenzen, darum lassen sich die wirtschaftlichen Folgen derzeit auch nur schwer abschätzen. Fest steht: Heimische Unternehmen sind auf zahlreiche Vorleistungen aus China angewiesen – etwa im Elektronikbereich. Und auch die Verflechtungen der österreichischen Wirtschaft mit Deutschland – wiederum wichtigster Handelspartner Chinas – und mit Italien sind beträchtlich. „Was das unterm Strich alles heißt, lässt sich noch nicht beziffern“, so Brugger. Aktuell spüre man etwa eine Verringerung von Frachttransporten per Schiff, dadurch fehle es etwa an Leercontainern in Europa. „So entsteht ein massiver Schaden für die Exportwirtschaft, die ihre Absatzmärkte derzeit nur eingeschränkt bedienen kann.“

Auswirkungen auf die Konjunktur

Die aktuellen Konjunkturdaten des WIFO spiegeln den Coronavirus noch nicht wider: „Die Auswirkungen werden sich im März allmählich auf die Indikatoren niederschlagen, erst dann wird eine zuverlässige Prognose möglich. Erschwert wird die Einschätzung allerdings durch die sich täglich ändernde Situation“, berichtet Stefan Ederer vom WIFO. „Aus heutiger Sicht rechnen wir aber mit einer Begrenzung der Coronapro­blematik auf das erste Halbjahr 2020 und damit, dass es im April zu einer Eindämmung und Normalisierung kommen wird.“ Am stärksten werde vermutlich der Tourismus betroffen sein. Hier könne man Verluste nicht eins zu eins zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Auch die Folgen für den Handel seien schwer abzuschätzen. Vergleichsweise weniger stark dürften die Auswirkungen auf die Industrie sein. „Es gibt Reservekapazitäten und Industriebetriebe sind am ehesten in der Lage, Verluste aus dem ersten Halbjahr im zweiten wieder aufzuholen“, so Ederer. „Die großen  internationalen Konzerne befassen sich schon seit Dezember intensiv mit dem Coronavirus und haben Notfallpläne“, bestätigt Manfred Kainz, steirischer Außenhandelsobmann und Chef des international tätigen Automobilzulieferers TCM.  „Dass die Auswirkungen die Unternehmen treffen und ihr Wirtschaftsergebnis beeinflussen werden, ist klar.“ Kainz spricht aus eigener Erfahrung, ist er doch mit TCM seit 20 Jahren als Dienstleister in China tätig. „Aktuell arbeiten wir dort wieder zu 50 Prozent“, so Kainz. „Ich gehe davon aus, dass sich unsere Unternehmensergebnisse in China heuer halbieren werden.“ Aktuell hält ein österreichischer Mitarbeiter in Peking die Stellung für TCM. 

Auch der Leiterplattenhersteller AT&S hat „entsprechende Vorkehrungen getroffen, dass es zu keinen Liefer- und Logistikproblemen kommt“, berichtet Kommunikations-Chef Gerald Reischl. „Die Gefahr hat bestanden, aber das AT&S-Team hat ganze Arbeit geleistet und nicht nur alternative Lieferketten aktiviert, sondern auch einen Puffer berücksichtigt.“

Besorgt über die Entwicklung in Italien ist man derzeit bei Pabst Holz: Der Zulieferer für Zimmereibetriebe macht fast die Hälfte seiner Geschäfte im Nachbarland. „Aktuell haben wir noch keine Einbußen, Güterverkehr ist uneingeschränkt möglich. Ob die Baubranche in Italien einbrechen wird, wird sich zeigen“, so Florian Pabst Hilfe erhalten stark betroffene Unternehmen in Form einer Überbrückungsfinanzierung, die kürzlich von der Bundesregierung zugesichert wurde.

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