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Wer haftet online für die Umsatzsteuer?

Plattformbetreiber verlangen jetzt von Händlern eine Bescheinigung, dass sie in Deutschland steuerlich erfasst sind. Was genau dahinter steckt?

Der Fiskus holt sich in jedem Fall die Umsatzsteuer auch im Onlinehandel. Plattformbetreiber wollen aber nicht für Steuerschuld der Händler ­geradestehen.
© W. Potter Stock.adobe.com Der Fiskus holt sich in jedem Fall die Umsatzsteuer auch im Onlinehandel. Plattformbetreiber wollen aber nicht für Steuerschuld der Händler ­geradestehen.

Mit dieser Bescheinigung will der Fiskus sicherstellen, dass die Umsatzsteuer auch bei Online-Umsätzen nicht umschifft werden kann bzw. soll damit geklärt werden, wer für die Zahlung haftbar gemacht werden kann. Entrichtet zum Beispiel ein Amazon-Händler die Umsatzsteuer nicht, muss Amazon als Marktplatzbetreiber hierfür geradestehen und bezahlen. Und genau das möchten die Plattformbetreiber vermeiden. Sollte die Bescheinigung nicht bis Ende September 2019 vorgelegt werden, dann droht den Firmen eine Sperre am Marktplatz. 

Was das für rot-weiß-rote Händler bedeutet, darüber informiert Christian Haid, WKO-Rechtsexperte: „Erfolgt die Lieferung körperlich aus einem Lager in Deutschland, dann sind solche Umsätze als Inlandsumsätze in Deutschland steuerbar und steuerpflichtig.“ Das österreichische Unternehmen muss dafür beim Finanzamt München II eine Steuernummer beantragen, eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben und die Steuer abführen. Wenn die Waren zuerst aus Österreich ins Lager verbracht werden, so liegt ein erwerbssteuerpflichtiges Verbringen nach Deutschland vor; die Erwerbssteuer ist in der Umsatzsteuervoranmeldung zu melden, es kann jedoch gleichzeitig der Vorsteuerabzug geltend gemacht werden. Haid: „Werden die Waren aus einem Drittland nach Deutschland importiert, so wird neben allfälligen Zollabgaben auch deutsche Einfuhrumsatzsteuer eingehoben. Diese ist ebenfalls in Deutschland als Vorsteuer geltend zu machen.“

Was für Lieferungen aus Österreich gilt

Anders verhält es sich laut Haid, wenn die Warenlieferung körperlich aus Österreich erfolgt. Dann spielt es keine Rolle, ob der Kunde Unternehmer (steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung) oder Privater ist (Verrechnung mit österreichischer Umsatzsteuer bis zur Versandhandelsschwelle, die in Deutschland 100.000 Euro beträgt). Haid: „Nur wenn bei Lieferungen an Private auf die Versandhandelsschwelle verzichtet wurde, ist eine Steuernummer zu beantragen und die deutsche Umsatzsteuer zu verrechnen.“ Für die hier beschriebenen Fälle wird das Finanzamt keine Steuernummer vergeben und auch keine Bescheinigung über die steuerliche Erfassung ausstellen. Das hat auch das deutsche Bundesministerium für Finanzen auf Anfrage dem Außenwirtschaftscenter Berlin der Wirtschaftskammern Österreichs so mitgeteilt. Haid rät Unternehmern bei Unklarheiten, sich rechtzeitig mit dem zuständigen Marktplatzbetreiber in Deutschland in Verbindung setzen, um alle Sachverhalte zu klären.

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