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„Wer fleißig arbeitet, bleibt auch g’sund“

Weil die Tochter in Pension ging, wurde Hilda Diwald zumindest am Papier wieder zur Jungunternehmerin. Sie ist mit knapp 90 Jahren Österreichs älteste Kinobetreiberin – und investiert in Digitalisierung. Ein Lokalaugenschein. 

Hilda Diwald mit Josef Herk im Kinosaal
© Foto Fischer Auch ein Selfie mit WKO Steiermark Präsident Josef Herk durfte nicht fehlen.

Kennen Sie die älteste Kinobetreiberin Österreichs? Wenn Sie aus der Weststeiermark sind, dann ist Ihnen Hilda Diwald garantiert ein Begriff. Seit 65 Jahren betreibt die mittler­weile fast 90-Jährige in Frauental an der Laßnitz ihr Kino. Ein doppeltes Jubiläum, das die „Steirische Wirtschaft“ zum Anlass genommen hat, um der Ausnahme-Unternehmerin gemeinsam mit WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk einen Besuch abzustatten. Denn beruflich aktiv zu bleiben, bis in so ein hohes Alter, ist wahrlich eine Seltenheit. Besonders weil Diwald auch noch lange nicht ans Aufhören denkt. Ganz im Gegenteil: Sie hat erst kürzlich 100.000 Euro in die Digitalisierung und Neuausstattung ihres Kinos investiert. 

„Die alten Holzsessel mussten einfach raus und auch der Vorführapparat war schon über 60 Jahre alt“, schmunzelt Diwald. Früher sei das Filmgeschäft nämlich gänzlich anders gewesen: „Als ich 1952 angefangen habe, gab es an der Bahnstrecke zwischen Graz und Deutschlandsberg insgesamt 15 Kinos.“ Damals ist die gelernte Schneiderin gemeinsam mit ihrem Mann zurück in ihren Heimatort gezogen, um ein eigenes Kino zu eröffnen. Wenige Jahre später ist ein kleines Kaffeehaus dazugekommen. „Wir waren das erste im Bezirk“, erzählt Diwald stolz. Besonders in den 70er-Jahren sei die Arbeit dann aber schwierig gewesen, zu dieser Zeit hätten nämlich etliche Kinos zugesperrt. 

An den ersten Film, den sie vorgeführt hat, kann sich die Unternehmerin übrigens noch gut erinnern: „Das war ‚Zwei himmelblaue Augen‘.“ Heute läuft bei ihr die neueste Fortsetzung von „Fifty Shades of Grey“. „Der läuft so gut, dass ich ihn um eine Woche verlängert habe“, so Diwald. Am liebsten seien ihr aber die traditionellen Weihnachtsvorführungen für die Kinder der Region. 

„Meine Arbeit ist eigentlich mein Hobby“

Ruhestand ist für die Unternehmerin nach wie vor ein Fremdwort. Sie plant vielmehr nun auch eine Modernisierung des Cafès.  „Meine Arbeit ist einfach mein Hobby und es wäre furchtbar, alleine daheim zu sitzen und auf das Sterben zu warten. So komme ich unter die Leute, und das genieße ich“, lächelt Diwald. Und so kommt es auch vor, dass sie gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin bis zur Sperrstunde im Lokal bleibt oder bei den Vorführungen selbst an der Kasse sitzt. Nachgefragt nach dem Geheimnis ihrer Fitness, hört man Folgendes: „Tuts lange arbeiten, dann seid ihr auch lange gesund. Bis vor Kurzem habe ich noch gar keine Medikamente gebraucht.“ Das Arbeiten bis ins hohe Alter liege bei ihr in der Familie, erklärt sie: „Auch meine Mutter hat bis 89 in der Landwirtschaft mitgearbeitet.“ Am meisten freut sie sich, wenn Leute zu ihr kommen und erzählen, dass sie schon als Kinder Filme bei ihr gesehen haben: „Dann fragen sie immer, warum ich noch arbeite. Aber ich will das gar nicht anders.“ 

Offiziell Unternehmerin ist Hilde Diwald übrigens erst wieder seit dem Jahr 2013. Damals hat ihre Tochter das Unternehmen abgegeben, weil sie selbst in Pension gehen wollte: „Mit der Hacklerregelung darf sie aber nur noch geringfügig dazuverdienen und deshalb bin ich wieder voll ins Geschäft eingestiegen“, erzählt Diwald. So gesehen ist Diwald nicht nur Österreichs älteste Kinobetreiberin, sondern wohl auch die älteste „Jungunternehmerin“ im Land. Eine beeindruckende Leistung, vor der auch Josef Herk seinen Hut zieht: „Tiefster Respekt, Hilda Diwald ist wirklich eine außergewöhnliche Persönlichkeit.“

Autor: Michael Neumayr

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