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Wenn Wohnraum an Betriebe wächst

Wenn Wohnräume und Betriebe enger aneinanderrücken, dann entstehen oft Reibungsflächen. Wie Unternehmer agieren können.

Bauordnung
© Wolfgang Filser, adobestock Neuer Wohnraum, der nahe an Betriebe rückt, kann zu großen Problemen für die Unternehmer führen.

Werden neue Baulandflächen in Richtung bestehender Betriebe festgelegt, so spricht man von heranrückender Wohnbebauung. Dies kann durch die Änderung von Freiland in neues Wohnbauland, durch die Änderung von Industrie-, Gewerbe- oder Kerngebieten in Wohngebiet oder aber auch durch die Umnutzung von bestehenden industriell-gewerblich genutzten Gebäuden zu Wohngebäuden erfolgen. Gerfried Weyringer, WKO-Experte: „Es erhöht sich dadurch die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Konflikte mit den neuen Anrainern, während gleichzeitig die Erweiterungsmöglichkeiten bestehender Betriebe sowohl in räumlicher Hinsicht als auch hinsichtlich des Betriebsgeschehens stark eingeschränkt werden.“ Groß ist vor allem die Gefahr, dass die von einer Betriebsanlage ausgehenden Emissionen bei den angrenzenden Wohnanrainern irgendwann einmal nicht mehr die nach dem Stand der Technik und der medizinischen und sonstigen Wissenschaften anzuwendenden Grenzwerte einhalten. Die Gewerbebehörde müsste in diesem Fall einschreiten und Auflagen vorschreiben. 

Wie sich Konflikte vermeiden lassen

Weyringer: „Die Raumplanung legt bereits den Grundstein für spätere baurechtliche und gewerberechtliche Verfahren. Die Instrumente der Raumplanung auf Stadt- oder Gemeindeebene sind dann die verordnete Grundlage für die zukünftig möglichen Nutzungen von Grundstücken sowie der dort zulässigen Betriebsanlagen und Gebäude.“

Wie sich Betriebe wehren können

Im Raumordnungsverfahren: Durch die Erhebung einer Einwendung gegen eine von der Gemeinde geplante Ausweisung von Wohnbauland im unmittelbaren Nahbereich des Betriebes während der Auflagefrist entweder im Zuge einer Revision oder einer zwischenzeitlichen Änderung. 

Im Bauverfahren: Durch Erhebung einer Einwendung spätestens am Tag vor Beginn der Bauverhandlung. Bei Neu- und Zubauten für Wohnzwecke sind auch Einwendungen im Zusammenhang mit Immissionen zu berücksichtigen, die von einer genehmigten gewerblichen Betriebsanlage in der Nachbarschaft ausgehen und auf das geplante Bauvorhaben einwirken.

Weyringer macht darauf aufmerksam, dass das jedoch nur in Bezug auf rechtmäßige Emissionen gilt, deren Zulässigkeit vom Nachbarn (also vom Betriebsinhaber) zu belegen ist. Zuständige Behörde in Raumordnungs- und Bauangelegenheiten ist die Bauabteilung der Standortgemeinde, in größeren Gemeinden oder Städten das Bauamt oder das
Stadtplanungsamt. 

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