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"Wenn es noch länger so bleibt, wird es brenzlig"

Das Schneechaos stellt auch viele Unternehmen vor Herausforderungen: Wir haben uns umgehört.

Enorme Schneemengen haben in den vergangenen Tagen die Obersteiermark lahm gelegt.
© kk Enorme Schneemengen haben in den vergangenen Tagen die Obersteiermark lahm gelegt.

Lawinenwarnstufe fünf und zahlreiche Straßensperren: Der Winter hat die Obersteiermark im Griff und legt sie zum Teil lahm: Manche Orte sind gar von der Außenwelt abgeschnitten. Das ist nicht nur für die Bevölkerung unangenehm, sondern für die Unternehmer auch zunehmend ein Problem.

Ein Brennpunkt der letzten Tage war der Präbichl, die Sperre der Hauptverbindung nach Eisenerz schneidet viele Betriebe von der Versorgung ab. „Es gibt nicht mehr alle Artikel zu kaufen, wobei man aber natürlich noch nicht von einem Notstand sprechen kann“, sagt der Eisenerzer Unternehmer Gottfried Zagorz. Er hofft aber auf eine baldige Besserung der Wetterlage, denn „wenn es noch einige Tage so bleibt, dann kann es durchaus brenzlig werden – bei der Versorung der Betriebe und Bevölkerung, aber auch bei den Schneelasten“, so Zagorz.

Bundesheer muss Lebensmittel einfliegen

Völlig von der Außenwelt abgeschnitten ist das einige Kilometer entfernte Radmer: Bäckermeister und Gemischtwarenhändler Siegfried Strasser sieht aber keinen Grund zur Panik: „Das kann bei uns schon einmal vorkommen und die Leute sind auch ruhig. In der Bäckerei haben wir noch Vorräte für zwei Wochen, da können wir die Bevölkerung versorgen. Nicht verfügbar sind zum Teil Frischeprodukte. Die werden aber beim ersten Wetterfenster vom Bundesheer eingeflogen“, so Strasser.

Von „erheblichen Einschränkungen und Zusatzkosten“ berichtet hingegen Rudolf Zeiringer aus Johnsbach: Er führt ein Logistikunternehmen und seine Lkw waren zuletzt nicht nur um Stunden länger unterwegs: Durch die Sperre der B320 für den Schwerverkehr mussten seine Fahrer auf ihrem Weg in Österreichs Westen und nach Italien den zum Teil erheblich weiteren Weg über den Knoten Voralpenkreuz nehmen. „Diese Extra-Kilometer und Stunden, die zahlt dir kein Kunde“, erklärt Zeiringer. Außerdem bestellen die Kunden auch nur mehr das Nötigste. Zeiringer bangt zudem mit seinem zweiten Unternehmen – einem Gastbetrieb – um die Gäste: „Wir leben hauptsächlich von den Tourengehern und unsere Saison ist sehr kurz. Diese Schneemassen sind nicht gut für uns.“

Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden, darunter auch die B320 durch das Ennstal.
© kk Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden, darunter auch die B320 durch das Ennstal.

Auf der Tauplitzalm hingegen sieht man die Auswirkungen eher positiv. „Wir haben auf der Alm jetzt zwischen dreieinhalb und vier Metern“, sagt Skischul-Betreiber Egon Hierzegger (Fa. MountAction). „Der Vorteil ist, dass wir heroben keine Straßen haben: Wir fahren einfach auf dem Schnee“, so Hierzegger. Dass das „Werkl“ trotz der enormen Schneemengen noch laufe, liege aber natürlich schon daran, dass rund um die Uhr gearbeitet werde. Ein Problem sei lediglich die An- und Abreise der Gäste. „Trotzdem: Ich glaube, dass es kein Nachteil ist, wenn in britischen Medien von der Schneelage auf der Tauplitz berichtet wird“, sagt Hierzegger mit Blick auf den Werbewert bei britischen Urlaubern.

Die steirischen Dachdecker warnen hingegen davor, dass Hausbesitzer ihre Dächer selbst vom Schnee befreien – zu Recht, wie ein schwerer Unfall eines Obersteirers zeigt, der dabei vom Dach gestürzt ist und sich schwer verletzt hat. Zur Vermeidung solcher Unfälle und von Schäden an Dächern sollte dies von Profis gemacht werden. Und auch Versicherungen sagen: „Safety first“:

Schäden von zehn Millionen Euro

Um Schäden – nicht nur an Gebäuden, sondern auch an davor parkenden Autos – zu vermeiden und Passanten nicht zu gefährden, sind Hausbesitzer grundsätzlich verpflichtet, ihre Dächer vom Schnee zu befreien. „Alles, was zumutbar ist, muss unternommen werden“, erklärt auch Schadensexperte Michael Herler von der Grazer Wechselseitigen Versicherung. Die Sicherheit gehe aber vor – auch jene des Hausbesitzers. Der Sachverständige schätzt den bisherigen versicherungstechnisch relevanten Schaden durch dieses Wetterereignis auf etwa zehn Millionen Euro, jedoch noch mit erheblicher Schwankungsbreite nach unten und nach oben. „Derzeit kennen wir ja die Schäden noch nicht, da muss man noch abwarten. Aus vergleichbaren Ereignissen, etwa zuletzt 2009, können wir aber bereits eine vage Prognose abgeben“, so Herler. 

Dies betreffe aber lediglich die Schäden, die Versicherungen in der Steiermark schultern müssten. Die tatsächliche Schadenshöhe liege weit darüber, schließlich seien viele Dinge gar nicht versichert oder versicherbar – beispielsweise viele Almhütten. Auch Schäden aus Kfz-Unfällen seien hier noch nicht inbegriffen.

Auch die WKO Steiermark beschäftigt sich intensiv mit dem Schneechaos und den damit verbundenen Folgen – bitte kontaktieren Sie beispielsweise bei arbeitsrechtlichen Fragen die Serviceeinheiten der WKO (siehe Kästchen).

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