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Wenn das Hotel zur Krankenstation wird

Krankheiten oder Unfälle im Urlaub drücken nicht nur auf das Gemüt der Betroffenen, sondern fordern auch den Gesetzgeber.

Ein falscher Schritt und schon ist der Urlaub zu Ende. Hoffentlich ohne schmerzhafte Folgen im Job.
© stockadobe.com, kontrastwerkstatt Ein falscher Schritt und schon ist der Urlaub zu Ende. Hoffentlich ohne schmerzhafte Folgen im Job.

Das Urlaubsgesetz sieht für den Fall der Fälle ganz klare Regelungen vor, die für Arbeiter, Angestellte und Lehrlinge gleichermaßen gelten. Karin Hörmann, Expertin im WKO-Service: „Sind alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt, so müssen dem Mitarbeiter die Urlaubstage, an denen er nachweislich erkrankt ist, wieder angerechnet werden.“ Der Urlaub wird dadurch aber nicht automatisch verlängert, sondern es muss dafür erneut eine Urlaubsvereinbarung getroffen werden. 

Hörmann mit den Details: „Der Urlaub gilt nur dann als unterbrochen, wenn der Mitarbeiter länger als drei Kalendertage ‚außer Gefecht‘ ist. Die auf Arbeitstage fallenden Tage der Erkrankung und die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit sind auf das Urlaubsausmaß nicht anzurechnen.“ Die Regelung gilt (speziell für Arbeiter und Angestellte) dann nicht, wenn die Arbeitsunfähigkeit vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wurde. Die Erkrankung im Urlaub muss spätestens nach drei Tagen schriftlich, mündlich, telefonisch oder durch einen Boten mitgeteilt werden. Ist dies aus Gründen, die nicht vom Mitarbeiter zu vertreten sind, nicht möglich, so ist die Mitteilung auch dann rechtzeitig, wenn sie unmittelbar nach Wegfall des Hinderungsgrundes nachgeholt wird. 

Bei Wiederantritt des Dienstes hat der Mitarbeiter ohne schuldhafte Verzögerung ein ärztliches Attest oder eine Bestätigung des zuständigen Krankenversicherungsträgers über Beginn, Dauer und Ursache der Arbeitsunfähigkeit vorzulegen. Hörmann: „Macht der Mitarbeiter das nicht, so wird sein Urlaub nicht unterbrochen und die Krankenstandstage gelten weiterhin als Urlaubstage.“ 

Die Unterbrechung des Urlaubs aufgrund einer Erkrankung führt zu keiner Verlängerung des vereinbarten Urlaubszeitraumes. Der Mitarbeiter hat seinen Dienst entsprechend der ursprünglich getroffenen Vereinbarung zum erwarteten Zeitpunkt wieder anzutreten, sofern er inzwischen wieder arbeitsfähig geworden ist. Der Verbrauch des durch die Erkrankung entstandenen Restlaubs muss mit dem Arbeitgeber erneut vereinbart werden. Erkrankt ein Mitarbeiter während eines Urlaubs im Ausland, so muss neben dem Attest des ausländischen Arztes eine behördliche Bestätigung beigefügt sein, die belegt, dass der behandelnde Arzt zur Ausübung seines Berufes befugt ist. Das entfällt selbstverständlich bei einer Behandlung im Krankenhaus. In diesem Zusammenhang wird auf die seit 1. Juli teilweise neu geregelte Teilrückerstattung des durch den Arbeitgeber bezahlten Krankenentgelts durch die AUVA hingewiesen: Betriebe mit maximal 50 (!) Mitarbeitern erhalten 50 Prozent, Betriebe mit maximal zehn Mitarbeitern 75 Prozent zuzüglich pauschaliertem Sonderzahlungsanteil für 42 Kalendertage pro Dienstjahr.

Alle Informationen zum Thema: WKO- Rechtsservice, Tel. 0316/601-601, E-Mail rechtsservice@wkstmk.at


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